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Von TraderFox
18. April 2019

Kurz vor den Osterfeiertagen setzte sich an den US-Börsen trotz teils deutlicher Kursgewinne im Technologiesektor die jüngste Rallye nur gebremst fort. Dabei gab der marktbreite S&P 500 seine anfänglichen Gewinne allerdings wieder ab und schloss kaum verändert. Der TraderFox Stabiles Wachstum USA-Index verbuchte in diesem Umfeld ebenfalls leichte Abgaben und lag am Ende bei 14.091 Punkten. Morgan Stanley lobt die Wachstumsqualitäten der Restaurantkette Domino's Pizza und sieht die Aktie viel zu niedrig bewertet. T-Mobiles Zusammenschluss mit Sprint trifft laut Medienberichten wohl auf erneuten Widerstand der US-Behörden.

Einer der Top-Performer im TraderFox-Index war am Mittwoch mit einem Anstieg von 3,9% auf 266,25 USD die Aktie von Domino's Pizza. Die Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley hatten gestern mit einem Upgrade und positiven Kommentaren zu der amerikanischen Pizzakette für Furore gesorgt. Dabei hoben sie nicht nur ihre Einstufung von “Equal-weight“ auf “Overweight“, sondern erhöhten auch das Kursziel von 268 auf 283 USD, und verwiesen auf Domino's relativ niedriger Bewertungen gegenüber langsamer wachsenden Konkurrenten. In einer für Kunden erstellten Studie erklärten die Analysten zudem, dass auf dem gegenwärtigen Kursniveau bereits viele Unsicherheitsfaktoren bezüglich kurzfristiger Entwicklungen bei dem internationalen Fastfood-Anbieter eingepreist seien. Aktuell lägen die Konsensschätzungen zu den etwas langsameren Wachstumsraten bestehender Restaurants für die nächsten 2 Jahre nur bei 2-3%, im Vergleich zu den 5-6% der vergangenen 2 Jahren. Dies wäre den Analysten zufolge eine viel zu “bearische“ Einschätzung für ein Qualitätsunternehmen wie Domino's. Allerdings hatte das Pizzaunternehmen erst im Februar angesichts zunehmenden Wettbewerbs durch Konkurrenten und Lieferdienste für das 4.Quartal unerwartet schwache Zahlen präsentiert. Doch nicht alle Investoren hatten sich daraufhin enttäuscht gezeigt.

So geht der Portfoliomanager des kanadischen Fonds PenderFund Capital Management, Felix Narhi, davon aus, das Domino's weiterhin schmackhafte Renditen erwirtschaften dürfte. Seit dem Amtsantritt des Vorstands im Jahr 2010 seien Pizza-Rezepturen komplett erneuert sowie schwach laufende Franchise-Geschäfte ausgemustert worden, betonte der Fondmanager kürzlich in einem Brief an seine Investoren. Am wichtigsten aber seien die Investitionen in künftige Geschäftsabläufe und neue Technologien für umfassende Online-Bestellungen gewesen, hob er hervor. Dabei seien die fundamentalen Verbesserungen weiterhin mehr als beeindruckend. Und Domino's könnte dies am 24.April mit aktuellen Zahlen zum Jahresstart möglicherweise einmal mehr bestätigen.

Der TraderFox Stabiles Wachstum USA-Index ist ein Aktien-Index, der sich bei der Aktienauswahl auf Unternehmen mit nachhaltigem Wachstum, niedriger Bewertung und geringem Kapitalbedarf konzentriert. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohes Umsatzwachstum innerhalb der vergangenen 5 Jahre und hohe Wachstumsstabilität sowie geringem Kapitalbedarf aus. Auch ein niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis und eine hohe relative Stärke der Aktie werden bei der Indexauswahl mit einbezogen.



Teils deutliche Abgaben musste dagegen am Mittwoch im TraderFox-Index die Aktie von T-Mobile US hinnehmen. Am Ende notierte sie mit 72,50 USD nur knapp unter ihrem Jahreshoch. Das US-Mobilfunkunternehmen wurde dabei von einem Bericht über doch stärkeren Widerstand der Kartellwächter in den USA bei der geplanten Fusion mit dem Rivalen Sprint ausgebremst. So hatte das "Wall Street Journal" am Dienstagabend unter Berufung auf Insider berichtet, dass die Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums dem Fusionsvorhaben in der derzeit geplanten Form wohl nicht zustimmen dürften. T-Mobil selbst und auch das Justizministerium äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht. Derweil war von Analystenseite zu hören, dass man im Hin und Her rund um die Fusion erst einmal abwarten müsse. Auch sehe man im Grundtenor des Berichts nicht unbedingt einen direkten Einwand gegen die Transaktion, sondern eher eine "formelle Warnung", dass für ein Durchwinken noch bestimmte Abhilfemaßnahmen nötig seien.

Ursprünglich wollte die US-Tochter der Deutschen Telekom den Zusammenschluss noch vor Juli abschließen. Und dass es für den 26 Mrd. Dollar schweren Zusammenschluss kartellrechtliche Bedenken gibt, ist wenig verwunderlich. Schließlich ist T-Mobile die Nummer drei, Sprint die Nummer vier im nach wie vor hart umkämpften und von wenigen Anbietern dominierten US-Mobilfunkmarkt. Schon in der Vergangenheit waren die Fusionspläne an den Wettbewerbshütern mehrfach gescheitert. Auch beim aktuellen Versuch haben US-Abgeordnete bereits große Bedenken geäußert. Die Vorstandschefs beider Unternehmen mussten deshalb schon im Repräsentantenhaus Rede und Antwort stehen.

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