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Von Liridona Preniqi
02. April 2025

Der QIX Deutschland gibt am Mittwoch angesichts der für heute erwarteten US-Zollankündigung um 1,1 % auf 16.635 Punkte nach. Scout24 will mit der Übernahme des Immobilien-Transaktionsspezialisten IMMOunited seine Position auf dem österreichischen Markt stärken. Energieversorger RWE will seine 49,0 %-Beteiligungen an den beiden Nordsee-Windkraftprojekten “Nordseecluster“ und “Thor“ an den norwegischen Staatsfonds verkaufen.

Einen beachtlichen Rekordlauf hat im Qualitäts-Index noch immer die Aktie von Scout24, die nach dem jüngsten Allzeithoch am Mittwoch aber leicht auf aktuell 97,00 Euro fällt. Zumal sich der Online-Immobilienmarktplatz auch weiterhin auf aggressivem Expansionskurs befindet. Erst Ende März hatte Scout24 mit dem Erwerb von IMMOunited erneut einen strategisch passenden Portfoliozukauf getätigt. Die künftige Tochter ist dabei vor allem auf Grundbuchdaten und Informationen zu Immobilien-Transaktionen in Österreich spezialisiert. Mit der Akquisition will der Portalbetreiber letztlich seine Position als Marktführer für Immobilieninformationen und Marktanalysen auch im Nachbarland stärken und zugleich die Angebote für die Gewerbebranche ausbauen. Scout24 hat sich diesbezüglich schon länger auf die Fahnen geschrieben, den Immobilienmarkt für alle Beteiligten transparenter und zugänglicher zu gestalten. Der neue Zukauf dürfte deshalb auch gut zu dem Unternehmen passen. Schließlich sorgt IMMOunited auf dem österreichischen Immobilienmarkt mit seinen breiten Produktangeboten laut Scout24 nicht nur für mehr Transparenz, sondern unterstützt unter anderem Bauträger, Makler und Banken auch dabei, fundierte Entscheidungen rund um die Immobilie treffen zu können. Durch die Integration von IMMOunited in das Angebot von ImmoScout24 schaffen wir eine 360-Grad-Ansicht des gesamten Lebenszyklus einer Immobilie, von der Planung über die Transaktion bis zur Bewertung, erklärte der Geschäftsführer von ImmoScout24 die Übernahmepläne.

Für Scout24 ist es dabei entscheidend, dass private und gewerbliche Kunden in Österreich nach der IMMOunited-Integration künftig noch stärker von präziseren Marktanalysen und effizienteren Bewertungstools profitieren können. Seit 2024 hat sich das Management jedenfalls das Ziel gesetzt, mit dem Internetportal-Betreiber gezielter in den Daten-Bereich vorzudringen. Dies soll das Unternehmen letztlich über die eigene Anzeigenplattform hinaus weiterentwickeln. Scout24 hatte diesbezüglich auch immer wieder betont, in Zukunft vor allem Wachstum erzielen zu wollen, indem relevante Objektdaten mit Immobilienanzeigen zusammengeführt werden. Mit der Einführung von KI-Funktionen sollen sich künftig zudem auch alle Marktteilnehmer noch besser vernetzen können. Neben den anhaltenden Expansionsbestrebungen sprechen für Scout24 auch die aktuell positiven  Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt hierzulande, unterstützt von den jüngsten EZB-Zinssenkungen. Im letzten Jahr konnte der Dienstleister für digitale Immobilienanzeigen sogar eine operative Marge von über 60,0 % erzielen, was ein beachtlicher Spitzenwert war.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Am Mittwoch präsentiert sich im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von RWE mit 0,9 % im Plus bei 33,85 Euro. Dabei profitieren die Papiere auch von der jüngsten Meldung, dass das Energieunternehmen seine Beteiligungen an 2 Nordsee-Windkraftprojekten an den norwegischen Staatsfonds verkaufen will. Dieser werde jeweils 49,0 % an den Projekten “Nordseecluster“ und “Thor“ für insgesamt rund 1,4 Mrd. Euro erwerben, teilte RWE am Montag hierzu mit. Der Netzbetreiber will aber dennoch weiterhin verantwortlich für den Bau und später auch für den Betrieb der Offshore-Windparks bleiben. Einige Analysten kommentierten RWE`s Ausstieg aus den beiden Windkraftprojekten zunächst auch wohlwollend. Der erzielte Preis liege über den bis Ende 2024 investierten Mitteln, hieß es von Seiten der Experten. Zudem wird der Schritt von RWE auch als Teil einer disziplinierten Investitionspolitik gesehen, der allerdings die künftige Ergebnisentwicklung mit beeinflussen dürfte. Erst vor knapp 2 Wochen hatte das Green-Tech-Unternehmen seine längerfristigen Investitionspläne wegen unsicherer Rahmenbedingungen gekappt und zugleich die internen Renditeansprüche an Projekte angehoben.

RWE folgte damit letztlich auch anderen europäischen Energiekonzernen. Ursprünglich sollte das “grünes“ Portfolio des Versorgers von 2024 bis 2030 auf mehr als 65,0 GW ausgeweitet werden. Inzwischen wurden aber vom Management die Investitionspläne für die Zeit von 2025 bis 2030 um 10,0 Mrd. Euro beziehungsweise 25,0 % gekürzt. RWE hat sich mit dieser Entscheidung vor allem an die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen angepasst, da besonders Offshore-Windprojekte in den USA im Rahmen der veränderten Klimapolitik des neuen US-Präsidenten derzeit auf der Kippe stehen. Das Projekt “Nordseecluster A“ soll demnach mit 660,0 MW dann 2027 vollständig in Betrieb gehen, “Nordseecluster B“ mit 900,0 MW erst im Jahr 2029. Beim Windpark “Thor“ plant RWE hingegen nach der vollständigen Inbetriebnahme in 2027 mit einer Kapazität von bis zu 1.080,0 MW.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

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