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Von TraderFox
11. April 2019

Das jüngste Sitzungsprotokoll der US-Notenbank und Inflationsdaten haben am Mittwoch die amerikanischen Börsen positiv beeinflusst. Der TraderFox Joels Zauberformel-Index kletterte dabei um 0,3% auf 13.587Punkte, während der S&P 500 ebenfalls nur kleine Zugewinne verbuchte. US-Medienkonzern AMC wird trotz Erfolgen im Kabelfernseh-Geschäft und solider Profitabilität nur mit einem KGV von 7 bewertet. Immobiliendienstleister Marcus & Millichap wächst mit beachtlichem Tempo und dürfte 2019 erneut ein Gewinnplus von rund 37% erzielen.

Am Mittwoch war einer Tagesfavoriten im TraderFox-Index die Aktie von AMC Networks. Bis zum Schluss legte sie schließlich um 1,1% auf 59,60 USD zu. Die Papiere des US-Kabelsenders und Produzenten haben in den letzten 5 Jahren gut 20% an Wert verloren, und das obwohl sich die Gewinne des Unternehmens in dieser Zeit fast verdreifacht haben. Somit notiert die Aktie derzeit nur noch mit einem KGV von 7, was bei einem erwarteten Gewinnwachstum von knapp 26% für das laufende Jahr und einer EBIT-Marge von 24% schlichtweg zu niedrig ist. Aber scheinbar rechnen die Investoren damit, dass AMC sein Publikum für die Erfolgsserie “The Walking Dead“, die vor allem im US-Kabelfernsehen und bei Netflix populär ist, in nächster Zeit verlieren könnte. Für das Unternehmen selbst wären das durchaus schlechte Nachrichten, da die Qualitätsproduktion schon seit einiger Zeit gute Werbe- und Lizenzeinnahmen generiert. Der Serienproduzent, zu dessen Netzwerk auch die Töchter IFC, Sundance, WeTV, und BBC America gehören, ist in der amerikanischen Unterhaltungsbranche mit Umsätzen von zuletzt 3 Mrd. USD allerdings ein zu kleiner Player.

Da Kabel-TV in den USA immer mehr an Bedeutung gegenüber Streaming-Diensten verliert, bräuchte AMC diesbezüglich einen starken Medienpartner. Vor allem aber auch um den gegenwärtigen Übernahmeschlachten und der damit verbundenen Konsolidierung der US-Unterhaltungsindustrie zu begegnen. Allein im März sorgte die Nachricht, dass der Kabelanbieter AT&T beim Pay-TV Bundle “Plus“ seiner Tochter DirecTV künftig einige Kabelnetzangebote herausnehmen will, für Unmut. Auch die Fusion von Disney mit 21st Century Fox sowie der geplante Streaming-Dienst Disney+ dürften die gesamte US-Entertainmentbranche umkrempeln. Für AMC gilt es daher zügig einen verlässlichen Schlüsselpartner zu finden, der mittelfristig für die eigenen Produktionen neue Vertriebswege sicherstellt und damit für die kommenden Jahre letztlich auch Planungssicherheit ermöglicht.

Der TraderFox Joels Zauberformel-Index ist ein Aktien-Index, der sich bei der Aktienauswahl an „Joel Greenblatt`s Zauberformel“ orientiert und sich dabei auf zwei Kriterien bei der Suche nach Value-Unternehmen konzentriert: Die Gewinnrendite und die Kapitalrendite. Die Gewinnrendite ist eine klassische Bewertungskennzahl, bei der der operative Gewinn (EBIT) eines Unternehmens ins Verhältnis zum Gesamtunternehmenswert („Enterprise Value“) gesetzt wird. Die Kapitalrendite ist eine Qualitätskennzahl und wird als Verhältnis aus EBIT zu den materiellen Nettovermögenswerten definiert. Ausgewählte Aktien werden nach beiden Kriterien sortiert und die höchstplatzierten Unternehmen stellen anschließend die Auswahl für die Umsetzung der Strategie dar.

Zur Wochenmitte zeigte auch die Aktie von Marcus & Millichap aus dem Index leichte Zugewinne. Dabei notierte sie am Ende nicht nur leicht im Plus bei 42,60 USD sondern befindet sich damit auch weiterhin nur knapp unter ihrem jüngsten Jahreshoch. Der amerikanische Immobilienmakler ist vor allem im Bereich Gewerbeimmobilien tätig, und bietet dabei neben dem Verkauf auch Finanzierungen sowie umfassende Beratungsdienstleistungen an. Marcus & Millichap profitiert hierbei letztlich insbesondere von dem weiterhin starken Verlauf der US-Wirtschaft. Die Gewinne des Unternehmens stiegen jedenfalls in den letzten 5 Jahren rasant um durchschnittlich 56% an. Nicht ganz so dynamisch war in dieser Zeit das Umsatzwachstum. Dennoch legten die Erlöse im Schnitt um 14% auf zuletzt 814 Mio. USD zu. Und auch das letzte Geschäftsjahr war von deutlichen Zuwächsen ist fast allen Bereich geprägt. Dabei konnte der Immobilienvermittler aber nicht nur vier Übernahmen abschließen, neben dem Gewinnplus von 69% kletterten auch die vereinnahmten Finanzierungsgebühren um über 16%. Zudem arbeiteten 2018 für Marcus & Millichap knapp 9% mehr professionelle US-Makler. Ihre Gesamtzahl stieg damit letztlich auf 1.977 an. Für das laufende Jahr wird von Analystenseite mit einem Gewinnwachstum von rund 37% gerechnet, die Aktie der Immobiliengruppe notiert derzeit aber nur mit einem KGV von 18. Positiv ragt außerdem auch die geringe Verschuldung trotz der enormen Wachstumsraten heraus. Auch ist das Unternehmen äußerst profitabel und erzielte zuletzt eine operative Marge von 14%.

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