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Von Christina Rothfuß
29. November 2023

Die Wall Street hat am Dienstag im Vorfeld der kommenden Inflationsdaten einen weiteren lustlosen Handelstag mit moderaten Gewinnen beendet. Auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index zeigte sich unverändert bei 27.072 Punkten. Cloud-Spezialist Veeva ist mit mittlerweile über 30 angebotenen Software- und Datenproduktvarianten für die globale “Life-Science“-Branche unverzichtbar. Elektronikproduzent Amphenol ist mit seiner Produktpalette zum Nutznießer der derzeitigen Investitionsumschichtungen, unter anderem in den Bereich rund um KI, geworden.

 

Leichte Kurszuwächse auf 174,75 USD verbuchte am Dienstag im Zuge der anhaltenden Erholung im TraderFox-Index die Aktie von Veeva Systems. Anfang November hatte Investoren die Aktie des Cloud- und Datenplattform-Anbieters als Reaktion auf die im letzten Ergebnisbericht gegebenen Prognosen kräftig abverkauft. Zwar bleibt die Bewertung hoch, aber die Aussichten des Unternehmens sind dennoch vielversprechend. Veeva bietet dabei eine Reihe von Cloud-basierten Tools für die “Life-Science“-Branche. Die Software der Gruppe wird in einer Vielzahl von geschäftskritischen Funktionen eingesetzt, darunter im Forschungsbereich, bei der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, oder auch bei klinischen Versuchen. Außerdem verbessert sie das Datenmanagement sowie die Vertriebs- und Marketingmöglichkeiten der gesamten Pharma-, Biotech- und Diagnostikindustrie. Veeva begann 2007 zunächst mit der Fokussierung auf CRM (Customer Relationship Management)-Software, die speziell auf Arzneimittelhersteller zugeschnitten war. Inzwischen wurden die Software- und Datenprodukte aber auch auf den klinischen Bereich ausgedehnt. Dies hat dazu geführt, dass mittlerweile mehr als 450 Unternehmenskunden den lizenzpflichtigen ”Veeva Vault”-Service von Veeva für die Verwaltung ihrer Stammdaten für klinische Studien übernommen haben. Zuletzt waren sogar 18 der weltweit 20 größten Pharmagesellschaften und 4 der 6 größten Auftragsforschungsinstitute darunter.

Die Amerikaner bezeichnen sich folglich auch gern als führender Cloud-Partner zahlreicher “Life-Science“-Kunden. Veeva vermarktet letztlich seine Software- und Datenplattform für diese hochkomplexe Branche, und hat damit offenbar auch eine Nische entdeckt. Zumal die Beziehungen zwischen Pharmaverkaufs-Repräsentanten und Ärzten in einer Weise geregelt sind, die die meisten Softwareanbieter nicht verstehen. Das IT-Geschäft profitiert zudem auch von Netzwerkeffekten, die es Veeva ermöglichen dürften, noch viele Jahre lang mit zweistelligen Raten zu wachsen. Als Gesundheits- und Pharmadienstleister ist das Unternehmen in den letzten 5 Jahren um im Schnitt beeindruckende 26,0 % gewachsen. Im zurückliegenden Quartal lag der Umsatzanstieg auf 615,0 Mio. USD zwar nur noch bei 10,0 %. Für Veeva hatte der Vorstand aber schon 2019, als die Jahreserlöse noch bei 1,0 Mrd. USD lagen, die ehrgeizige Umsatzzielgröße von 3,0 Mrd. USD bis 2025 vorgegeben. Mit mittlerweile über 30 angebotenen Software- und Datenproduktvarianten, die auch einen technologischen Vorsprung bedeuten, sollte der Wachstumspfad bei Veeva auch intakt bleiben. Das KGV der Aktie liegt bei 31, was nicht gerade billig ist, aber Qualität hat ihren Preis.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Am Dienstag lag im TraderFox-Index die Aktie von Amphenol zwar leicht im Minus bei 89,90 USD, dennoch notiert sie auf Jahreshöchststand. Beflügelt werden die Papiere des Herstellers von elektronischen Bauteilen dabei in erster Linie von den anhaltend robusten Aussichten. Amphenol stellt unter anderem Kabel, Sensoren und Steckverbinder her, die in mobilen Geräten, Netzwerken und Fahrzeugen sowie militärischen Bereichen eingesetzt werden. Außerdem sind sie in Kommunikationsgeräten und industriellen IT-Anwendungen zu finden. Die Amphenol-Produkte ermöglichen auch die sogenannte “Elektronikrevolution“ in praktisch jedem globalen Endmarkt. Hierzu gehören neben der Breitband- und Datenkommunikation auch zahlreiche Informationstechnologien sowie mobile Endgeräte und Netzwerk-Infrastrukturen. Ein wesentlicher Erlösanteil von zuletzt 12,47 Mrd. USD stammte bei Amphenol zuletzt aus den Sparten “Industrie “ und “IT-Datacom“, die unter anderem die US-Verteidigungs- und Rüstungsindustrie beliefern. Damit ist das Unternehmen auch ein Nutznießer, der derzeit in den USA stattfindenden Investitionsumschichtungen, unter anderem in den Bereich rund um KI. Der Elektronikproduzent fertigt dabei die für den Ausbau der Rechenzentren und Netzwerke benötigten Steckverbinder und Kabel. Amphenol hat mit der Produktpalette und seinen Technologien, die die höchsten Geschwindigkeiten und niedrigsten Latenzzeiten aufweisen, sogar eine führende Position inne und wird davon weiterhin enorm profitieren.

Nicht ohne Grund sind die Einnahmen des Unternehmens in den letzten 5 Jahren um durchschnittlich 12,0 % gewachsen. Zudem setzt das Management inzwischen auch auf gezielte Zukäufe. Allein im letzten Quartal schloss Amphenol diesbezüglich mit Connor Manufacturing Services, Q Microwave und XMA Corp insgesamt drei Übernahmen ab. Im Laufe der zurückliegenden 3 Monate kaufte der Zulieferer zudem auch erneut eigene Aktien für 149,0 Mio. USD zurück, und zahlte Dividenden in Höhe von 125,0 Mio. USD. Die Anteilsscheine sind allerdings mit einem KGV von 27 ziemlich hoch bewertet. Die von Amphenol erzielte Gewinnmarge von zuletzt fast 16,0 % zeugt aber von einem sehr soliden Qualitätsunternehmen.

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