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Von Liridona Preniqi
21. Juni 2024

An den New Yorker Börsen haben am Donnerstag vor allem die Verluste an der boomenden Nasdaq das Bild geprägt. Auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index schloss am Ende mit 0,4 % im Minus bei 30.702 Punkten. Rollins steigert mit Hilfe des robusten Hygienegeschäfts und zahlreicher Zukäufe beständig seine Umsatz- und Gewinnzahlen, und  kommt dabei auf eine Reinmarge von 14,0 %. Bankensoftware-Entwickler Jack Henry bietet diversifizierte und renditestarke IT-Dienstleistungen an, und lässt mit 6,0 % Q3-Wachstum die US-Bankenkrise hinter sich.

Der absolute Top-Performer war zuletzt mit neuem Rekordhoch im TraderFox-Index die Aktie von Rollins, die am Donnerstag letztlich bei 49,35 USD leicht im Minus schloss. Die jüngsten Kursgewinne bei den Papieren des US-Hygienedienstleister haben auch einen ziemlich nachvollziehbaren Grund. Zumal der weltweite Markt für Schädlingsbekämpfung als weitgehend fragmentiert gilt, und der globale Riese Rollins hier eine Ausnahme darstellt. Und das Unternehmen liefert weiterhin solide, aber keine übermäßig hohen Zuwachszahlen. Mit zunehmender globaler Erwärmung steigt sogar die Kundennachfrage nach den Schädlingsbekämpfungsangeboten der Rollins-Töchter sowohl in Privathaushalten als auch im Gewerbebereich noch weiter an. Rollins meldete jedenfalls für das vergangene Quartal ein Gewinnplus von 18,0 % auf 0,20 USD je Aktie (EPS) bei einem um 14,0 % höheren Umsatz von 748,0 Mio. USD. Das vorgelegte Q1-Zahlenwerk wurde jedenfalls gestützt von Preisanhebungen sowie einer stabilen Nachfrage nach Desinfektions- und Hygienediensten. In den 3 vorangegangenen Zeiträumen konnte der Schädlingsbekämpfer bereits EPS-Zuwächse von 15,0 %, 27,0 % und 24,0 % hinlegen. Die weltweiten Einnahmen zogen bei Rollins zugleich um 15,0 %, 15,0 % und 14,0  % an. Diese Stabilität ist nicht nur einzigartig, das Hygienegeschäft war mit einer Reinmarge von 14,0 % dabei auch erneut hochprofitabel sowie kaum konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt. Die Amerikaner agieren global unter verschiedenen Marken, darunter Orkin, Clark Pest Control, Trutech und eine Reihe anderer. Und mittlerweile betreuen sie auf allen Kontinenten mit rund 800 Niederlassungen über 2,8 Mio. Kunden.

Rollins ist über die letzten Jahre vor allem auch mit zahlreichen Übernahmen beständig gewachsen. Neben der anhaltenden Expansion sind dabei die kontinuierlich hohen Renditen, die das Reinigungsgeschäft abwirft, für den operativen Erfolg mit verantwortlich. Schließlich besitzt die Gruppe die einzigartige Fähigkeit, steigende Erträge aus dem Fremd- und Eigenkapital zu erwirtschaften, wodurch sich bei Rollins in den letzten 10 Jahren sogar eine Kapitalrendite (ROIC) von durchschnittlich 29,0 % ergeben hat. Unser Unternehmen steigert den Cashflow durch das Wachstum und den Erwerb von marktführenden Schädlingsbekämpfungsunternehmen, betonte der Rollins-Vorstand Ende Mai bei einem Business-Update. Und wir finden die besten eigenständigen Firmen, finanzieren ihr Wachstum und erzielen attraktive Renditen auf unsere Investitionen. Folglich wird Rollins als Hygienespezialist an der Börse auch noch immer mit einem ordentlichen 44-fachen Kurs/Gewinn-Verhältnis bewertet, da Unternehmensqualität ihren Preis hat.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird.  Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Kräftige Zugewinne von über 2,0 % auf 165,90 USD zeigte dagegen am Donnerstag im TraderFox-Index die Aktie von Jack Henry. Dabei hat der US-Bankensoftware- und IT-Spezialist die Mitte März 2022 in den USA damals hochkochende Bankenkrise inzwischen hinter sich gelassen. Denn das Unternehmen unterstützt seit über 40 Jahren mit seinen Geschäften technologisch die Digitalisierungs- und Abwicklungsprozesse zahlreicher US-Regionalbanken und Finanzinstitute. Jack Henry zählt zwar rund 60,0 % aller Banken- und Kreditinstitute in den USA zu seinem Kundenkreis, insgesamt betreut der Software-Entwickler aber über 7.500 Firmenkunden. Und die globale Expansion ist bislang nur langsam angelaufen. Zuletzt legte das Management aber unerwartet robuste Zahlen für das jüngst abgelaufene 3. Quartal (2023/24) vor. Der wieder beachtliche Umsatzanstieg von 6,0 % wurde bei Jack Henry insbesondere durch das Wachstum in den Sparten “Processing“ (+8,0 %) sowie “Services and Support“ (+4,5 %) getrieben. Das Fintech-Unternehmen verspürte dabei wieder eine robuste Nachfrage nach Finanztechnologie- und Zahlungsabwicklungsdiensten trotz des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds in Amerika. Mit den Produkten von Jack Henry werden unter anderem Transaktions- und Überwachungsprozesse rund um Kreditvergabe, Beratung, Zahlungsverkehr und digitales Banking für Banken und Kreditinstitute technologisch vereinfacht.

Die IT-Geschäfte des Unternehmens brummen damit jedenfalls wieder. Unsere Vertriebsteams haben in Q3 einen Rekord bei den Buchungen erzielt, und unsere Vertriebspipeline befindet sich weiterhin in der Nähe ihres Allzeithochs, sagte der Chef von Jack Henry bei der jüngsten Zahlenvorlage. Der Manager hob deshalb auch die Ertragsprognose an. Demnach soll das Softwareunternehmen nun für das Jahr 2023/24 (30.Juni) einen Gewinn je Aktie zwischen 5,15 und 5,19 USD erwirtschaften, nach zuvor 5,09 bis 5,13 USD. Über die letzten Jahre hat sich Jack Henry auch breiter aufgestellt, und sich neben Online-basierten und mobilen Zahlungsdiensten auch stärker auf Sicherheits-IT-Produkte und Risikomanagement-Tools zu konzentriert. Dies hat letztlich dazu geführt das sich die Kundenbasis für die Digitalisierungsgeschäfte des IT-Dienstleisters vergrößert hat. Jack Henry hat jedenfalls seine Nische mit Innovationen bislang erfolgreich gegen zahlreiche Konkurrenten verteidigt, und ist mit einer Nettomarge von 17,0 % auch weiterhin sehr renditestark.

 

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