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Von TraderFox
08. Juli 2020

Leichte Gewinnmitnahmen haben nach dem jüngsten Rekordhoch im Technologiesektor die Wall Street am Dienstag belastet. Auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index gab dabei um 0,4% auf 19.435 Punkte nach. Schädlingsbekämpfer Rollins profitiert von in Q2 neu eingeführtem Desinfektionsservice gegen zunehmende Coronavirus-Ausbreitung. Edwards Lifesciences leidet derzeit unter Covid-19-bedingten Krankenhaus-Auslastungen, 2020er Umsatz- und Gewinnaussichten wurden aber angehoben.

Nach dem schon zuletzt starken Kursverlauf war am Dienstag im TraderFox-Index die Aktie von Rollins mit einem deutlichen Zugewinn von 6,7% einer der Tagesgewinner. Am Ende beendete sie den Handel bei 45,60 USD. Der amerikanische Anbieter von weltweiten Hygienedienstleistungen rund um Schädlingsbekämpfung hatte gestern ein Update zum Covid-19-Geschäftsverlauf vorgelegt, und dabei für Q2 einen rekordhohen Einsatz seiner Reinigungs- und Desinfektionsservices bekannt gegeben. Dem Unternehmen hat diesbezüglich auch das neu eingeführte und auf Coronaviren zugeschnittenen Desinfektionsmittelprogramm “VitalClean“ geholfen, mit dem feste Einrichtungsgegenstände oder auch öffentliche Sitzflächen von Krankheitserregern und Viren (inkl. Covid-19-Erregern) befreit werden. Folglich dürfte der Umsatz bei Rollins von April bis Ende Juni im hohen einstelligen Prozentbereich gestiegen sein, was den Umständen entsprechend sehr beeindruckend ist. Als unangefochtener US-Marktführer mit seinen Töchtern Orkin und Western Pest Services profitierte das Unternehmen damit weiterhin von vielen weltweiten Kunden, die trotz des Virus-Ausbruchs nicht auf Schädlingsbekämpfungs-Maßnahmen verzichten wollen.

Angesicht vieler kleinerer Übernahmen lag das Wachstum aber schon während der vergangenen 5 Jahre bei im Schnitt über 7%. Allein in den letzten 12 Jahren konnte Rollins mit seinem Geschäft immer steigende Erlöse auf zuletzt 2,07 Mrd. USD vermelden. Zwar ist die erzielte Nettomarge mit derzeit 10% überschaubar, dafür verwendet das Management gegenwärtig zusätzliche Mittel, um neben neuen strategischen Akquisitionen vor allem zur Schuldenreduzierung beizutragen. So will es der Vorstand jedenfalls bis Anfang 2022 geschafft haben, schuldenfrei zu sein. Investoren zahlen aber für die Rollins-Aktie mit ihrem gegenwärtigen KGV von 58 eindeutig zu viel.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Gestern zeigte dagegen im TraderFox-Index die Aktie von Edwards Lifesciences leichte Abgaben und schloss bei 68,60 USD. Der US-Anbieter von medizinischen Gerätschaften ist eine interessante Wachstumsperle. Dabei stellt das Unternehmen unter anderem bei chirurgischen Eingriffen verwendete Überwachungsgeräte her. Das firmeneigene “Transcatheter Aortic Valve Replacement“-System (TAVR) generiert mittlerweile 60% der Gesamtumsätze, von zuletzt 4,48 Mrd. USD. Mit der Sparte kam Edwards Lifesciences in den letzten Quartalen auf Zuwächse von bis zu 40%, und auch im Ausland lag das Plus erstmals bei rund 20%. Erst kürzlich hat sich das Management hier auch zuversichtlich für das Gesamtjahr 2020 gezeigt, und Umsatz- und Gewinnprognosen angehoben. Allerdingt macht dem Medizintechnik-Unternehmen die anhaltende Corona-Pandemie, und die damit in den amerikanischen Kliniken verschobenen operativen Eingriffe zu schaffen. Deswegen hat sich die Aktie auch noch nicht zu neuen Jahreshochs aufgemacht. Analysten sehen das Unternehmen aber langfristig bestens in seiner Nische positioniert. Immerhin verbuchte Edwards Lifesciences in den zurückliegenden 5 Jahren robuste Umsatzzuwächse von durchschnittlich 14%.



Die erzielten Renditen waren dabei erstaunlich, immerhin lag die Gewinnspanne zuletzt bei überragenden 25%. Beigetragen hat dazu auch die zweite wichtige Sparte des Unternehmens “Transcatheter Mitral and Tricuspid Therapies“ (TMTT), mit deren Produkten Ärzten unter anderem bei der chirurgischen Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen geholfen wird. Hier lag das Quartalswachstum jüngst auch bei beachtlichen 8%. Mit seinen weltweiten medizinischen Dienstleistungen, dank derer Edwards Lifesciences so gut wie keine Schulden ausweist, und der enormen Profitabilität sollte die Aktie jedenfalls bald wieder deutlich höhere Kurse sehen.

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