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Von TraderFox
11. März 2021

Überraschend niedrige US-Inflationsdaten haben die Anleger an den amerikanischen Aktienmärkten zur Wochenmitte etwas beruhigt. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index zeigte sich in diesem Umfeld ebenfalls mit 0,8% im Plus bei 23.530 Punkten. Paychex profitiert weiterhin von den Billionen-schweren Hilfspaketen der US-Regierung und erzielt trotz Krise eine Gewinnmarge von 26%. Lebensmittelproduzent Lancaster Colony verdient auch während Covid-19 dank offener Supermärkte und Pizzaketten weiterhin robuste und teils rekordhohe Erlöse.

Am Mittwoch zeigte sich im TraderFox-Index die Aktie von Paychex mit leichten Zugewinnen im mittleren Feld der Indexliste und schloss bei 94,70 USD. Seit den ersten Nachrichten zu möglichen Corona-Impfstoff-Kandidaten im letzten November hat sich das Papier fast nur seitwärts bewegt. Wobei sich die Geschäfte des Lohn- und Gehaltsdienstleisters angesichts weiterhin hoher US-Arbeitslosenzahlen nur langsam trotz billionenschwerer Hilfspakete der amerikanischen Regierung von den Virus-Auswirkungen erholen. Und obwohl Paychex seit dem Pandemie-Ausbruch neben seinen Finanz- und Personalservices, die vor allem Kleinunternehmer und den Mittelstand andressiert, allen Kunden zusätzlich umfassende Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten zur Überwindung der Krise angeboten hatte, konnte sich der Umsatz noch nicht wieder nachhaltig erholen. Zwar gab der Vorstand erst kürzlich eine deutliche Geschäftserholung für das jüngst abgeschlossene 1.Quartal (Nov 2020) bekannt. Für 2021 wird aber dennoch mit einem erneuten Rückgang der gruppenweiten Erlöse um 2 bis 4% gerechnet, ehe sich die, in dieser Woche vom US-Präsidenten verabschiedeten, und für mittlere und kleine Unternehmen gedachten neuen milliardenschweren Unterstützungen echte Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen haben dürften.

Da Paychex in hohem Maße von einem wieder robust laufenden Jobmarkt und damit von der US-Konjunktur an sich abhängt, haben sich Investoren im Gegensatz zu Banken und Versicherungen bei der Aktie in den letzten Monaten verständlicherweise zurückhaltend gezeigt. Dies ist durchaus nachvollziehbar, immer war der Personal- und Outsourcing-Spezialist allein in den vergangenen 5 Jahren im Schnitt aber um 8% auf zuletzt 3,97 Mrd. USD beständig wachsen. Anleger können jetzt aber davon ausgehen, dass die Paychex-Aktie zügig anzieht, sobald sich bessere Arbeitsmarktdaten andeuten. Was außerdem für das Unternehmen spricht, ist die in der Krise nach wie vor hohe Profitabilität des Kerngeschäfts. Immerhin lag die Nettomarge zuletzt weiterhin bei beachtlichen 27%. Das Management kauft neben überschaubaren Dividendenzahlungen auch kontinuierlich eigene Aktien zurück, zudem wurden bei Paychex von Unternehmensseite her bis heute kaum nennenswerte Schulden angehäuft.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Mit einem Plus von 1,4% auf 183,05 USD war gestern im TraderFox-Index die Aktie von Lancaster Colony einer der Favoriten, die vor einem frischen Jahreshoch stehen. Dabei hat sich der amerikanische Lebensmittelhersteller, der einen Großteil seiner Umsätze mit dem Verkauf seiner Markenprodukte an Bäckereien, Restaurants und Supermärkte erzielt, mittlerweile gut von den Corona-Widrigkeiten insbesondere den Lockdowns in den USA erholt. Beigetragen haben dazu neben dem eingeführten Lieferservice, der bestens von den Kunden angenommen wurde, auch Produktneuheiten, die trotz Krise beständig eingeführt wurden. Lancaster Colony, dessen Sortiment im Wesentlichen aus tiefgefrorenen Backwaren, Dressings und auch Saucen besteht, könnte noch eine Weile von dem gegenwärtigen und bequemen Nach-Hause-Liefertrend profitieren. Da sich die Menschen selbst nach dem derzeitigen Covid-19-Impffortschritten wohl noch einige Zeit brauchen werden, ehe sie sich wieder angstfrei in Restaurants begeben. Aber nicht alle Sparten des Unternehmens verbuchten während der Pandemie-Beschränkungen Umsatzrückgänge, da Lancaster Colony vor allem durchgehend geöffnete Lebensmittelmärkten sowie die ebenfalls boomenden Lieferdienste von Schnellrestaurants und Pizzaketten weiterhin belieferte.



In 2019/2020 ging der Absatz folglich nicht zurück, sondern erwies sich mit Plus 2% auf 1,33 Mrd. USD ziemlich robust. Zumal der Brötchen- und Saucenproduzent, der unter anderem die US-Marken Marzetti, New York Bakery sowie Sister Schubert's vertreibt, ungeachtet des damals vom Virus stark beeinflussten Quartalsverlauf weiterhin gutes Geld verdiente. Und die erzielten Renditen waren dabei erstaunlich, lag doch die Gewinnmarge von Lancaster Colony zuletzt bei soliden 10%. Für die kommenden Monate rechnet der Vorstand jedoch mit deutlich steigenden Rohstoff- und Beschaffungspreisen. Dies dürften zwar die Margen des Unternehmens zunächst belasten, aufgrund der anhaltenden Markentreue dürfte aber ein Teil der Preissteigerungen an die Kunden weitergegeben werden.

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