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Von Christina Rothfuß
09. Mai 2022

Unerwartet stark ausgefallene Arbeitsmarktdaten konnten am Freitag die US-Aktienmärkte angesichts drohender Zinserhöhungen kaum beflügeln. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index lag dabei ebenfalls mit 0,6 % im Minus bei 23.375 Punkten. Energydrink-Geschäft von Monster Beverage wächst im 1. Quartal trotz Aluminiumproblematik erneut um 22 %. Industriezulieferer Graco kommt mit seinen Flüssigkeits-Technologien gegenwärtig in Amerika und Asien auf zweistellige Zuwachsraten.

Kräftige Zugewinne von über 4 % auf 86,70 USD konnte am Freitag im TraderFox-Index die Monster Beverage-Aktie verbuchen. Die Papiere laufen aber seit einigen Monaten nur seitwärts. Der amerikanische Getränkehersteller hatte aber in der Vorwoche Rekordzahlen für den Jahresstart vorgelegt, die für den jüngsten Kursanstieg mitverantwortlich waren. Immerhin stiegen im 1. Quartal die globalen Erlöse um beachtliche 22 % auf einen Quartals-bezogenen Höchstwert von 1,52 Mrd. USD. Getrieben wurde der Absatz dabei vorwiegend von der anhaltend starken Marktstellung bei Energydrinks. Mit dieser Sparte konnte Monster Beverage in den ersten 3 Monaten letztlich gut 20 % auf 1,40 Mrd. USD zulegen, und damit den Hauptteil der Umsätze erzielen. Das globale Energydrink-Geschäft hat sein Wachstum im ersten Jahresviertel beibehalten, und wir konnten mit unseren “Monster“-Eigenmarken erneut davon profitieren, kommentierte der Vorstand die gute Entwicklung. Zudem hat der Getränkespezialist, der als innovativ und trendsicher gilt, im letzten Quartal einige neue Produkte eingeführt. So wurden von Monster Beverage auf dem US-Markt unter anderem die Energydrinks “Ultra Peachy Keen“ und “Rehab Monster – Watermelon“ sowie der Kaffee-inspirierte Drink  „Java Monster - Cold Brew Latte“ eingeführt. Allerdings hatte das Unternehmen zuletzt erneut mit deutlich gestiegenen Aluminiumpreisen zu kämpfen. Aber auch steigende Frachtraten und Benzinpreise sowie teurere Verpackungsmaterialien ließen zuletzt die operativen Kosten steigen.

Dennoch waren die Amerikaner mit ihrem internationalen Getränkegeschäft weiterhin durchweg profitabel und erzielten eine Gewinnmarge von starken 24 %. Seit Beginn des Jahres konnten aber nicht nur weltweite Marktanteile gegenüber Konkurrenten leicht verbessert werden. Für Monster Beverage macht sich auch immer mehr bezahlt, dass das Qualitätsunternehmen im Corona-Jahr 2020 den Sprung in den boomenden Markt für Cannabis- und Alkoholdrinks gewagt hatte. Und dank vieler gastronomischer Wiedereröffnungen, die nach zahlreichen Lockdown-Phasen den Absatz beflügelten, war der Getränkeproduzent in den zurückliegenden 5 Jahren sogar um durchschnittlich 13 % gewachsen. Die Aktie ist mit ihrem KGV von 27 jedenfalls nicht zu teuer. Neue Höchstmarken sind jedoch ungeachtet der hohen Renditen und schuldenfreien Bilanz bei Monster Beverage noch nicht in Sicht.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird.  Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Am Freitag gab im TraderFox-Index bedingt durch das schwache Marktumfeld dagegen die Aktie von Graco um von 1,6 % nach und schloss letztlich bei 60,90 USD. Die Papiere des amerikanischen Industrie-Dienstleisters haben in den zurückliegenden 5 Monaten aber inzwischen rund 24 % an Wert verloren, und sind damit so günstig wie lange nicht mehr. Dies ist kaum nachvollziehbar, vor allem auch weil die operativen Geschäfte weltweit einfach zu gut laufen. Graco liefert in erster Linie Technologie und Fachwissen für das Flüssigkeitsmanagement bei industriellen und geschäftlichen Anwendungen. Hierzu gehören unter anderem Systeme und Ausrüstungen zum Fördern, Messen, Steuern sowie Dosieren und Spritzen von Flüssig- und Pulvermaterialien. Die wichtigsten Branchen, die damit beliefert werden, sind Werkstätten, die Automobilindustrie sowie Firmen aus dem Luft- und Raumfahrtbereich. Aber auch die Verpackungsindustrie sowie der Sanitärhandel und Bauhandwerker fragen das Sortiment von Graco weltweit nach. Das Unternehmen ist damit in den letzten Jahren sogar anerkannter Marktführer geworden und bedient mittlerweile Kunden in über 100 Ländern. Zuletzt lag die Umsatzgröße bei 2,04 Mrd. USD und ist in den letzten 5 Jahren angesichts der robusten Wirtschaftserholung und der damit verbundenen Nachfrage vielerorts um im Schnitt 8 % beständig gewachsen.

Und das Geschäft des Industriezulieferers war mit einem Erlösplus von 9 % im 1. Quartal in allen 3 Sparten weiterhin solide. Allein das Wachstum in Amerika und Asien stach dabei mit 11 % bzw. 20 % besonders heraus. Graco schüttete zum Jahresstart folglich auch insgesamt 36 Mio. USD als Dividende aus, und kaufte eigene Aktie für rund 109 Mio. USD zurück. Die Dividendenhöhe lag damit auch gut 12 % über dem Vorjahreszeitraum. Vom Management wird für 2022 schließlich auch ein organischer Umsatzzuwachs im mittleren oberen einstelligen Bereich erwartet, der sich über alle Geschäftsregionen ergeben soll. Die Graco-Aktie notiert ungeachtet der jüngsten Erfolge nur mit einem moderaten KGV von 20. Und dies, obwohl die Nettomarge zuletzt bei 20 % lag, und das Unternehmen keinerlei Schulden hat.

 

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