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Von TraderFox
11. Oktober 2021

Zum Abschluss einer doch durchwachsenen Woche haben die mit Spannung erwarteten US-Jobdaten der Wall Street am Freitag keine neuen Impulse geliefert. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index gab dabei allerdings leicht um 0,4% auf 25.430 Punkte nach. Jack Henry bleibt bei Zahlungsabwicklungs-Lösungen für Banken angesichts der überragenden Marktstellung und hohen Renditen ein starker Nischen-Player. Heizungsinstallateur AAON spürt weiterhin eine steigende Nachfrage angesichts von “Home-Office“-Trends und billigen Covid-19-Hilfsdarlehen.

Einen leichten Anstieg von knapp 1% auf 166,05 USD konnte am Freitag im TraderFox-Index die Aktie von Jack Henry hinlegen. Dabei sind die Papiere des Softwareanbieters, der wichtige Digitalisierungs- und Automatisierungsprozesse amerikanischer Regional- und Kreditbanken maßgeblich vorantreibt, an der Wall Street bislang kaum bekannt. Und das, obwohl das Unternehmen schon seit über 45 Jahren im Geschäft ist, und inzwischen auch eine Marktkapitalisierung von 12 Mrd. USD erreicht hat. Letztlich rührt die von Jack Henry erreichte Größe auch daher, dass der IT-Spezialist vor allem Banken und Einzelhändler bei Zahlungsabwicklungen mit digitalen Lösungen, zu denen unter anderem automatisierte Online-Zahlungsvorgänge sowie Scheckeinlösungen gehören, maßgeblich unterstützt. In den letzten 25 Jahren sind die Erlöse so um beachtliche 800% auf zuletzt 1,76 Mrd. USD gestiegen. Die Aktie hat dabei sogar um über 1.200% zugelegt, und damit nicht nur die Gründer reich gemacht. Die angebotenen Softwareanwendungen werden aber mittlerweile auch von Produktionsfabriken, Versicherern und Dienstleistern im amerikanischen Gesundheitswesen genutzt. In diesen margen- und wachstumsstarken Geschäftsbereichen konkurriert Jack Henry jedoch auch mit starken Playern wie Visa, ServiceNow und DocuSign. Insbesondere der Markt für Software-as-a-Service (SaaS) ist dabei in den vergangen Jahren getrieben durch die zunehmenden Digitalisierungsprozesse in der Bankenglandschaft regelrecht explodiert.

Das IT-Unternehmen ist allerdings mit einem breiten Kundenstamm schon sehr lange dabei, und hat hier nicht nur eine Nische gefunden, auch die erzielte Eigenkapitalrendite lag während der letzten 5 Jahren immer über 20%. Gewachsen ist das amerikanische IT-Geschäft von Jack Henry aber auch durch Zukäufe. Seit 1999 wurden vom Management dabei insgesamt 34 kleinere und mittlere Technologie- und Softwarefirmen übernommen. Dies hat dazu geführt, dass fast alle angebotenen Zahlungsabwicklungsprozesse über nur eine digitale Plattform abgewickelt werden können. In Anbetracht der weiterhin überragenden Marktstellung und der hohen Profitabilität, die sich bei Jack Henry in einer Gewinnmarge von 18% widerspiegelt, dürfte die beachtliche Wachstumsphase des Softwaredienstleisters noch lang nicht ausgeschöpft sein. Vor allem auch weil künftig von Bankenseite weiterhin eine starke Nachfrage nach den Digitalisierungs-Lösungen des Unternehmens zu erwarten ist.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird.  Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Einer der Favoriten im TraderFox-Index war seit Mitte August auch wieder die Aktie von AAON, die am Freitag allerdings um 1,2% auf 68,90 USD nachgab. Immerhin profitiert das amerikanische Unternehmen, das seinen Kunden hauptsächlich Dienstleistungen rund um Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagenbau anbietet, von dem durch Corona ausgelösten “Work-from-home“-Trend. Aber auch die nach wie vor stark steigende Immobilien- und Hypothekennachfrage aufgrund der in den USA quasi auf null gesenkten Zinsen kommt AAON sehr zugute. Denn als Heizungs- und Klimaanlageninstallateur verdient das Unternehmen vor allem von der zunehmenden Service-Nachfrage seitens privater Haus- und Wohnungsbesitzer weiterhin gutes Geld. Nicht ohne Grund zogen die Umsätze diesbezüglich allein in den vergangenen 3 Monaten bis Ende Juni (Q2) um fast 15% auf einen Rekordwert von 144 Mio. USD an. Was aber für weiteres teils enormes Potenzial sorgt, ist die weiterhin hohe Anzahl der von der US-Regierung schon Ende 2020 zur Verfügung gestellten Niedrigzins-Darlehen, die im Rahmen des Pandemie-bedingten Konjunktureinbruchs vor allem von mittelständigen Firmen genutzt werden.

Da AAON mit seinen Produkten auch Industrie- und Bürogebäude ausstattet und alte Systeme zum Teil auch erneuert werden, winken dem Heizungs- und Lüftungsbauer hier auf mehrere Jahre hinaus hohe und beständige Ertragszuwächse. Von dem jüngsten Markteinbruch hat sich die Aktie deshalb auch schnell wieder erholt und liegt seit Jahresbeginn derzeit noch immer gut 10% im Plus. Nach den Rekorderlösen von 2019 und 2020 preisen Investoren bei dem schuldenfreien Unternehmen jedenfalls eine vielversprechende Zukunft ein. Immerhin erwarten Analysten für die kommenden 5 Jahre sogar Gewinnzuwächse von durchschnittlich über 12%. Die Nettomarge lag bei AAON zuletzt schon mal bei robusten 15%. Nur das aktuell hohe KGV von 42 könnte insbesondere bei möglicherweise steigenden US-Zinsen die Aktie ausbremsen.

 

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