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Von TraderFox
30. August 2021

Nach eher gelassenen Aussagen des US-Notenbankchefs in puncto Geldpolitik zogen die amerikanischen Aktienmärkte am Freitag auf neue Rekordhöhen. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index legte dabei ebenfalls um 0,9% auf 26.693 Punkte zu. Houlihan Lokey kauft die japanischen Investmentbank GCA für 590 Mio. USD, und weitet damit sein globales Geschäftsumfeld deutlich aus. Covid-19-bedingte Nachfrage nach Sanitär- und Gesundheitsservices bringen Chemed derzeit hohe Erträge, folglich werden regelmäßig eigene Aktien für über 100 Mio. zurückgekauft.



Einer der beständigsten Favoriten war im TraderFox-Index in den vergangenen Wochen die Aktie von Houlihan Lokey, die am Freitag erneut um 1,4% auf 90,50 USD zulegen konnte. Die entscheidende Antriebskraft hinter dem jüngsten Anstieg war dabei neben dem boomenden Geschäftsumfeld des Finanzdienstleisters vor allem die jüngst getätigte Übernahme des japanischen Investmentbank GCA. Houlihan Lokey hatte das Unternehmen mit Sitz in Tokio Anfang August für rund 591 Mio. USD übernommen. Mit der neuen Tochter stößt das Management des Investmenthauses, das sich auf Übernahmen (M&A), Kapitalmarkt-Dienstleistungen für kleine und mittelgroße Gesellschaften sowie Restrukturierungen und umfassende Beratungsdienste spezialisiert hat, nunmehr auch in andere Firmenbereiche vor. Zumal GCA seine großen Deals vor allem über die internationalen Büros in Nordamerika, Europa und Asien einfädelt. Die japanische Tochter betreute erst im Juni die 5,3 Mrd. USD schwere Übernahme des Cloud-Dienstleisters Cloudera durch die Private-Equity-Investoren Clayton Dubilier & Rice und KKR. Für Houlihan Lokey war dies nicht nur die bislang größte Akquisition in der bisherigen Unternehmensgeschichte, die Investmentbank kauft sich damit auch in den erlauchten Kundenkreis der Japaner ein, zu dem gestandenen US-Investoren wie CVC Capital Partners, Francisco Partners oder auch die japanische Technologiefirma Panasonic gehören. Das Beratungs- und Kapitalmarktgeschäft der Amerikaner ist jedenfalls mit einer Gewinnmarge von 21% nicht nur hochrentabel, sondern wurde in den zurückliegenden Jahren schön öfters verstärkt.

Allein in Europa erwarb Houlihan Lokey dabei die spanische Investmentbank Fidentiis Capital, in England wurden die beiden Finanzierungsspezialisten McQueen und Quayle Munro zugekauft. Inzwischen betreibt das Unternehmen über 20 weltweit verteilte Standorte. Besonders aktiv ist die Gesellschaft letztlich neben den USA, Europa und dem asiatisch/pazifischen Raum auch im Mittleren Osten. Allein 2020 wurden weltweit insgesamt 210 Übernahmepläne vorbereitet, bei “Mergers and Acquisitions“ lag Houlihan Lokey damit sogar vor den Platzhirschen der Wall Street wie Goldman Sachs und JPMorgan Chase, die 172 bzw. nur 132 Deals begleitet haben. Das Kerngeschäft ist diesbezüglich auch keinerlei Wirtschaftszyklen unterworfen. Die Aktie ist folglich trotz jüngstem Jahreshoch derzeit langfristig gesehen auch weiterhin hochinteressant. Auch weil die Bewertungsmaßstäbe mit einem KGV von 19 aktuell weiterhin moderat erscheinen.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Ebenfalls leichte Zugewinne von 1,6% auf 473,70 USD konnte am Freitag im TraderFox-Index die Aktie der Chemed Corporation verbuchen. Die Papiere des amerikanischen Unternehmens, das mit seinen Tochtergesellschaften sowohl im Gesundheitssektor als auch im Reinigungs- und Handwerksbereich präsent ist, liegen aber seit Jahresanfang dennoch mit gut 10% hinten. Und das, obwohl die Geschäfte eigentlich gute Umsätze bringen. Nur die Pandemie-Umstände bremsen die Sparte VITAS Healthcare, mit der tägliche Hopiz- und Pflegedienste für rund 18,000 ältere Patienten angeboten werden, etwas aus. Darüber hinaus ist Chemed unter der Firmenmarke Roto-Rooter mit weitreichenden Sanitär- und Klempnerservices wie beispielsweise Rohrleitungsreinigungen Franchise-basierend in den USA und Kanada aber auch in Asien aktiv. Gerade mit diesen Geschäften war das Unternehmen zuletzt nicht nur ein entsprechender Profiteur der Covid-19-Lookdowns, da viele Heimbesitzer ihre Häuser und Apartments ausgebessert haben. Allein im 2.Quartal lag das Umsatzplus der Sparte dank des gegenwärtigen Immobilienbooms gegenüber dem Vorjahr bei über 26% auf 220 Mio. USD. Während Chemed mit seinen Gesundheits-Dienstleistungen einen Rückgang der Erlöse von 5% auf 312 Mio. USD verkraften musste.

Da aber beide Geschäftsbereiche dennoch renditestark sind, verbesserte sich zuletzt sogar die operative Marge um 3 Prozentpunkte auf 16,6%, die Eigenkapitalrendite lag zudem bei beachtlichen 35%. Mit den anhaltend robusten Kennzahlen bleibt letztlich auch genügend Geld für entsprechende Kapitalrückführungen übrig. Schon seit 2007 kauft das Management von Chemed regelmäßig eigene Aktien zurück, im zurückliegenden Jahresviertel waren es immerhin eigene Papiere für gut 122 Mio. USD. Inklusive aller Dividenden kamen den Aktionären in den vergangenen 14 Jahren so insgesamt rund 1,6 Mrd. USD zugute. Für 2021 wird jedenfalls mit einem kleinen Umsatzwachstum auf 2,15 Mrd. USD gerechnet, was künftige Ausschüttungen und Rückkäufe seitens des Gesundheits-Dienstleisters garantieren sollte.

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