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Von Liridona Preniqi
08. September 2023

Starke Konjunkturdaten und der iPhone-Bann in China belastete die US-Aktienmärkte am Donnerstag teils deutlich. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index schloss dabei ebenfalls mit 1,4 % im Minus bei 26.877 Punkten. Schokoladen und Snackhersteller Hershey ist in den USA bei Schokoprodukten Marktführer, und konnte bereits durch Zukäufe zuletzt im Snack-Bereich zur Nr. 2 aufsteigen. Rasenpflegespezialist Toro bietet ab 2024 im Zuge einer strategischen Partnerschaft seine Outdoor-Produktpalette in allen US-Filialen der US-Baumarktkette Lowe's und online an.

Ungeachtet anhaltend starker Süßwarengeschäfte hat im TraderFox-Index die Aktie von Hershey in den letzten 5 Monaten deutlich korrigiert. Auch am Donnerstag gab sie um 0,7 % auf 208,90 USD nach. Dabei gelten die Anteilsscheine als äußerst defensiv mit solider und “süßlich-schmeckender“ Portfolioqualität. Schließlich ist Hershey nicht nur der größte Schokoladenhersteller in Nordamerika, sondern weltweit auch ein führender Snack- und Nicht-“schokoladen-fokussierter“-Süßwarenproduzent. Das Unternehmen ist aber vor allem für seinen unschlagbaren US-Marktanteil in der Schokoladenindustrie mit Marken wie Milk Duds, KitKat und Mounds bekannt. Zusätzlich werden auch noch küchenbezogene Backzutaten, Toppings und Brotaufstriche angeboten sowie Kaugummi- und Minz-Erfrischungsprodukte. Hershey verfügt mit diesem Portfolio jedenfalls über genügend “Pricing-Power“ und zudem auch Markentreue, was zuletzt für Erlöse von rund 10,9 Mrd. USD sorgte. Neben Schokolade sind in den USA dabei vor allem die von dem Unternehmen hergestellten Fleischsnacks sowie Popcorn und Proteinriegel besonders beliebt. Mit Unterstützung von Preiserhöhungen kam in 2022 operativ sogar ein organisches Wachstum von 12 % zustande. Hershey konzentriert sich aber vorrangig darauf, die Führungsposition im hart umkämpften Schokoladenmarkt durch immer neue und trendige Produkte zu behaupten. Vor ein paar Jahren begann der Konsumgüterproduzent sein Sortiment an "Better-for-you"- und salzigen Snack-Produkten zu stärken, um so das bisherige Wachstum zumindest aufrechtzuerhalten.

Dazu kamen noch die Übernahmen von Dot's Pretzels und Pretzels sowie der SkinnyPop Popcorn-Marke, mit der Hershey sogar zur Nr. 2 in der amerikanischen Snack-Branche aufgestiegen ist. Und die Bemühungen, den Verbrauchern eine breite Palette von Produkten anzubieten, zahlen sich aus. Dazu verdiente der Süßwarenanbieter mit einer Nettomarge von 17 % zuletzt beachtlich viel Geld. Die jüngste Dividendenerhöhung um mehr als 15 % ist außerdem ein weiteres Kaufargument. Das zweistellige Dividendenwachstum von Hershey sollte bei einer Ausschüttungsquote, die 2023 unter 47 % liegen dürfte, auch noch einige Jahre anhalten. Analysten trauen dem Schokoladen- und Snackspezialisten jedenfalls auch in den kommenden 5 Jahren eine Gewinnsteigerung von im Schnitt 9 % zu. Die Aktie notiert mittlerweile sogar nur noch mit einem KGV von 20, was so niedrig ist, wie seit 2 Jahren nicht mehr. Die aber noch immer vorhandene Premiumbewertung spiegelt bei Hershey aber letztlich die Qualität des Süßwaren-Geschäfts mit all den beliebten und robusten Marken wider.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird.  Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Einen unerwarteten Kursabschwung auf 87,10 USD musste gestern im TraderFox-Index hingegen die Aktie von The Toro Company hinnehmen. Dabei war der Anbieter von Rasenmähern und Bewässerungsanlagen mit der gestern veröffentlichten Quartalsbilanz gezwungen, eine Abschreibung für eine kürzlich getätigte Übernahme vorzunehmen, die den Quartalsgewinn belastete. Dafür aber kündigte Toro gestern auch eine strategische Partnerschaft mit der US-Baumarktkette Lowe's an. Beide Unternehmen gaben diesbezüglich bekannt, dass der Einzelhändler künftig die von Toro produzierten Aufsitz- und Handrasenmäher sowie tragbare Motorgeräte und Schneefräsen, sowohl in den Gas- als auch Akku-Varianten, in seinen Filialen führen wird. Die Produktpalette des Garten- und Rasenpflegespezialisten wird in allen Lowe's-Filialen innerhalb der USA sowie online ab der Verkaufssaison im Frühjahr 2024 erhältlich sein. Zudem fügt Lowe's als führender Händler von Outdoor-Elektrogeräten Toro als Marktführer für Ganzjahreslösungen auch zu seinem Sortiment für den Außenbereich hinzu. Wir wissen die Partnerschaft und das Engagement von Lowe's sehr zu schätzen, da wir so vor allem die Stärke unserer Marken nutzen können, erklärte gestern der Vorstand von Toro`s Sparte “Landscape and Contractor“.  

Die zuverlässigen Produkte von Toro geben unseren Kunden die Gewissheit, dass sie in den kommenden Jahren zu jeder Jahreszeit Projekte im Freien in Angriff nehmen können, betonte auch der Chef von Lowe's. Die Marke “Toro“ ist ein weiterer Grund, bei Lowe's vorbeizuschauen, und die branchenführende Auswahl an Gartengeräten zu erwerben, so der Manager. Dabei wird das eigentliche Outdoor-Equipment-Geschäft von Toro rund um Rasen- und Landschaftspflege bislang vor allem vom US-Häusermarkt sowie den Investitionen von Sportstättenbetreibern und Golfplatzbesitzern geprägt. Was zusätzlich für das Qualitätsunternehmen spricht, ist neben der anhaltenden Renditeoptimierung und Innovationsfähigkeit auch die beachtliche Dividendenentwicklung. Immerhin wurde von Toro die Gewinnbeteiligung in den zurückliegenden 28 Jahren immer erhöht. Die Papiere notieren derzeit mit 16 ebenfalls auf einem KGV-Niveau, was lange nicht zu sehen war.

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