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Von TraderFox
23. März 2020

Am Freitag belastete die Wall Street neben den Auswirkungen der Corona-Krise auf das tägliche Leben in den USA auch der anziehende US-Dollar. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index verlor in diesem Marktumfeld ebenfalls deutlich und schloss letztlich bei 15.470 Punkten. Globus Medical dürfte als disruptiver medizinischer Nischen-Player nach dem Ende der Corona-Ausbreitung wieder kräftig wachsen. Lagerraumvermieter Public Storage gilt als rezessionsresistent und zahlt seinen Investoren inzwischen 4,7% Dividende.

Einer der wenigen Gewinner war am Freitag im TraderFox-Index die Globus Medical-Aktie, die am Ende mit einem im Plus von 2,6% bei 40,15 USD aus dem Handel ging. Der amerikanische Hersteller von medizinischen Spezialprodukten für Muskel- und Knochenerkrankungen konnte sich zwar nicht dem jüngsten Kursrückgang der Aktienmärkte entziehen. Dafür steht das Unternehmen wohl aber dank einer robusten Bilanz und einem anhaltend gesunden Geschäft vor baldigen Spartenzukäufen oder gar Übernahmen, und das zu teilweise Schnäppchenpreisen. Das Management kann hierfür sogar auf gegenwärtige Cash-Bestände in Höhe von 721 Mio. USD zugreifen. Für Globus Medical selbst, dessen Produktpalette von Implantaten für die Wirbelsäule bis hin zu Hüft- und Gelenkersatz reicht, dürfte zwar aufgrund der Corona-Krise eine spürbar geringere Nachfrage im ersten Halbjahr 2020 zu erwarten sein. In den letzten 5 Geschäftsjahren lag das Wachstum des Unternehmens allerdings noch bei im Schnitt über 10%, was bei einer Normalisierung der derzeitigen Unsicherheiten auch künftig wieder zu erwarten sein dürfte. Globus Medical wird dabei aber nicht nur ein immer wichtiger werdender Nischen-Player insbesondere im amerikanischen Gesundheitswesen, durch die stärkere Öffnung für noch mehr Erkrankungen des Bewegungsapparats befindet sich das Unternehmen zudem in einem wichtigen Transformationsprozess. Und dass der Zulieferer von Krankenhäusern und Orthopäden äußerst profitabel arbeitet, zeigt auch die derzeitige Gewinnspanne von 20%, die wiederum deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt. Dazu verfügt Globus Medical über keinerlei Schulden, was derzeit natürlich Investoren beschäftigen könnte. Trotz Corona-Einfluss will das Management in diesem Jahr letztlich weltweit 850 Mio. USD an Erlösen erzielen. Dies wäre immerhin ein beachtlicher Zuwachs von immerhin gut 9%.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.



Dagegen zählte die Aktie von Public Storage am Freitag im TraderFox-Index mit zu den Verlierern und schloss letztlich bei 171,20 USD. Die Papiere des amerikanischen Immobilien-REITs haben sich in den letzten Monaten eher enttäuschend entwickelt. Dabei ist das Unternehmen unangefochtener Marktführer bei der Vermietung von Lagerräumen an Privat- und Geschäftsleute und kam zuletzt auf eine Umsatzgröße von 2,85 Mrd. USD. Zudem gehört die Selfstorage-Branche eigentlich zu den widerstandsfähigeren im Zuge konjunktureller Unsicherheiten, wie man sie derzeit durch die Corona-Verbreitung erfährt. Gerade in den USA profitiert Public Storage aber von der maßgeblichen Flexibilität der amerikanischen Bevölkerung, die bei einem Jobverlust oder berufsbedingten Ortswechsel ihre Sachen gern zwischenlagern. Auch der mögliche Umzug aufgrund einer möglichen Rezession zwingt viele Beschäftigte mit ihren Familien kleinere Häuser anzumieten, die dadurch einfach weniger Platz für ihre Einrichtungsgegenstände haben. Die maßgeblichen Vorteile beim Geschäft mit Lagerdienstleistungen sind vor allem auch die niedrigen Betriebskosten, und die sind für das Management überschaubar. Abgerundet wird die einzigartige US-Marktstellung des Unternehmens zudem mit einer vergleichsweise starken Bilanz, einer atemberaubenden Nettomarge von 45% und einer Dividendenrendite von 4,7%. Public Storage dürfte also spätestens nach dem Ende der Corona-Epidemie in den USA wieder zu einer kräftigen Erholung ansetzen, denn an dem familiengeführten Unternehmen kommt, auch wer seine Sachen nur kurzfristig einlagern will, niemand vorbei. Zumal der Vorstand zuletzt auch mitgeteilt hatte, mehr Geld in die eigene Expansion stecken zu wollen, was aber erstmal mit höheren Marketingkosten verbunden ist.

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