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Von Christina Rothfuß
01. Juni 2022

Ein wieder kräftig gestiegener Ölpreis und die hohe Inflation in der Eurozone drückten am Dienstag auf die Stimmung an der Wall Street. Auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index gab in diesem Umfeld um 1,1 % auf 23.673 Punkte nach. Baumarktkette Fastenal floriert auch in Q1 dank Bauboom in den USA und ist mit einer Gewinnmarge von 15 % weiter hochrentabel. Vertex glänzt derzeit mit 22 % Umsatzplus und hat derzeit noch weitere 6 „Next-Gen“-Therapiekandidaten in der Pipeline.

 

Nach der jüngsten Erholung gab am Dienstag im TraderFox-Index die Aktie von Fastenal wieder leicht nach und schloss letztlich bei 53,55 USD. Dabei waren die Papiere des Herstellers und internationalen Vertriebshändlers von Industrie- und Baumaterialien sowie Vermieters von Baugeräten trotz robuster Geschäfte in den letzten Monaten ziemlich volatil. Zumal das Unternehmen mit seiner Produktpalette, die von Schutzhandschuhen über Schraub- und Verbindungselementen bis hin zu Werkzeugen sowie Farben und Reinigungsmittel reicht, zu den großen Profiteuren des anhaltenden amerikanischen Baubooms gehört. Immerhin konnte Fastenal allein für das 1. Quartal einen Umsatzanstieg von 20 % sowie einen um 27 % höheren Gewinn vermelden. Ein wichtiger Wachstumstreiber war dabei erneut das Vermietungsgeschäft, das vom brummenden Wohnungsbau in den USA sowie den gestiegenen Renovierungs- und Ausbesserungsaktivitäten privater Hausbesitzer einmal mehr beflügelt wurde. Um aber mit dem Kundenwachstum mithalten zu können, wurden vom Management jüngst auch die Lagerkapazitäten um 23 % erhöht. Hinzu kommt, dass Fastenal derzeit ebenfalls mit Lieferengpässen bei vielen Baumaterialien zu kämpfen hat. Dies führte in den ersten 3 Monaten sogar zu einem Cashflow-Rückgang um 16 %. Zudem hat der Händler seit Monaten auch mit der anziehenden Inflation zu tun, was aber größtenteils über höhere Verkaufspreise ausgeglichen werden konnte. Beim jüngsten Umsatzplus kamen jedenfalls gut 6 % durch die über das gesamte Sortiment bereits gemachten Preiserhöhungen zustande.

Der Bau- und Immobiliendienstleister blieb dabei wie schon in den Vorquartalen auch sehr renditestark. Davon zeugt die anhaltend stabile Nettomarge von über 15 %. Fastenal rechnet für 2022 auch weiterhin mit einem gesunden Wachstum, vorausgesetzt die Inflationszahlen und das wirtschaftliche Umfeld für die Immobilien- und Baubranche entwickeln sich in den USA stabil. Dabei ist das Unternehmen von Wirtschaftszyklen eigentlich abhängig. Für mehr Stabilität im Kerngeschäft hatten zuletzt vor allem die milliardenschweren Corona-Hilfspakete der US-Regierung sowie Kosteneinsparungen durch die zunehmenden Digitalisierungsprozesse bei Lagerhaltung und Vertriebswegen gesorgt. Ferner gilt Fastenal aber auch als Dividendengarant, immerhin werden schon seit 1991 regelmäßig Gewinnanteile ausschüttet. Die Aktie bietet derzeit aber nur 2,3 % an Rendite, und ist mit ihren Qualitätsmerkmalen damit zwar durchaus interessant. Nur die gegenwärtige Bewertung (KGV 26) ist noch nicht als günstig zu bezeichnen.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird.  Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung, müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Ebenfalls im Minus war nach der jüngsten Erholung am Dienstag im TraderFox-Index die Aktie von Vertex Pharmaceuticals, die am Ende um 1,8 % auf 268,80 USD nachgab. Dabei zählen derzeit Biotechunternehmen aus dem Gesundheitssektor zu den defensiven Werten, vor allem wenn sie über ein solides Pharmaportfolio und gute Perspektiven verfügen. Bei Vertex zielt das Gesundheitsgeschäft mittels jahrelanger Forschung in erster Linie auf die Ursache genetischer und anderer schwerer Erkrankungen. Und der derzeit wichtigste Umsatzbringer ist diesbezüglich das zur Behandlung von Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) eingesetzte Arznei Trikafta/Kaftrio. Diese wird bei der genetisch bedingten Erkrankung, von der weltweit rund 75.000 Patienten betroffen sind, eingesetzt und sorgt dabei für eine stabile Lungenfunktion. Allein für das Geschäftsjahr 2022 wird dem Mittel, für das Vertex vor 6 Monaten von der US-Gesundheitsbehörde FDA die vollständige Genehmigung erhalten hat, ein Erlös von bis zu 7 Mrd. USD zugetraut. Gegenwärtig erhält das Unternehmen auch immer mehr Zulassungen für jüngere Behandlungsgruppen. Und diese durchaus beachtlichen Aussichten ziehen natürlich immer mehr Investoren an. Schon für das vergangene Jahr vermeldete der Biotechpionier mit seinem Produktportfolio eine auf 7,57 Mrd. USD gestiegene Umsatzgröße, und damit letztlich 22 % mehr als 2020. Vertex hat aber derzeit noch weitere 6 sogenannte „Next-Gen“-Therapiekandidaten in der F&E-Pipeline.

Am aussichtsreichsten ist hierbei die Partnerschaft mit dem Gentherapiespezialisten CRISPR Therapeutics bei dem auf Gentechnik-basierenden Arzneimittel „CTX001“, was Blockbuster-Potenzial verspricht. Dieses wird zur Behandlung von Beta-Thalassämie, einer Störung der Hämoglobinsynthese, sowie bei der Sichelzellen-Krankheit eingesetzt. Und mit diesen Wachstumsaussichten sowie der starken Bilanz wird schließlich das wahre Kurspotenzial der Aktie ersichtlich. Wobei Vertex derzeit rund 8,5 Mrd. USD an Cash-Beständen angehäuft hat, und das Management im letzten Jahr auch noch eigene Aktien für gut 1,4 Mrd. USD zurückgekauft hat. Analysten rechnen für 2023 bei dem Medikamenten-Hersteller mit einem Gewinn von 15 USD je Aktie, was ein bewertungstechnisches KGV von gut 17 ergibt. Für die kommenden 5 Jahre werden außerdem durchschnittliche Gewinnzuwächse von bis zu 13 % erwartet. Bei diesen Wachstumschancen wird Vertex derzeit letztlich viel zu niedrig bewertet.

 

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