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Von TraderFox
23. Juli 2020

Die äußerst angespannten Beziehungen zwischen den USA und China bremsten am Mittwoch die US-Aktienmärkte aus. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index kletterte in diesem Umfeld aber um 0,5% auf 20.305 Punkte. Jüngste Wachstumsdynamik wird bei Online-Gebrauchtwagenhändler Copart gegenwärtig nur von der Corona-Ausbreitung ausgebremst. NIC unterstützt öffentliche Behördenstellen bei der Digitalisierung ihrer veralteten IT-Systeme und kommt dabei auf eine Gewinnmarge von 16%.

Nach der jüngsten Bodenbildung war am Mittwoch im TraderFox-Index die Aktie von Copart mit einem Plus von 1,8% auf 89,55 USD einer der Tagesfavoriten. Dabei waren die Papiere des amerikanischen Autohändlers im Rahmen des Covid-19-Einbruchs am Aktienmarkt teils deutlich unter die Räder gekommen. Dies ist umso erstaunlicher, gilt doch das Unternehmens als Marktführer unter den Gebrauchtwagenhändlern. Und da das Geschäftsmodell, mit Ankauf, Reparatur und dem Weiterverkauf von gebrauten Fahrzeugen und Unfallwagen über die eigenen Online-Auktionsplattformen eigentlich konjunkturresistent ist, war die jüngste Kurserholung zu erwarten. Coparts wichtigste Kunden sind dabei vor allem Versicherungen, die beschädigte Unfallautos an das Unternehmen verkaufen. Diese werden danach repariert und erneuert. Inzwischen werden die Dienstleistungen neben Nordamerika und Kanada auch in Europa und den Vereinigten Emiraten angeboten. Nur ein kleiner Teil der gebrauchten Fahrzeuge und Autoteile landet letztlich bei privaten Käufern, der Großteil geht an kommerzielle Abnehmer. In den vergangenen 5 Jahren stiegen bei Copart die Geschäftserlöse jedenfalls im Schnitt um 12% auf zuletzt 2,23 Mrd. USD, während die Gewinne mit durchschnittlich 30% sogar weitaus stärker zulegten. Und bis zum Ausbruch des Virus boomte vor allem der internationale Absatz. Mit dem US-Lockdown, der durch die Pandemie erzwungen wurde, brachen dann allerdings allein im April die normalen Autoverkäufe des Landes um 50% ein.

Die schrittweise Wiedereröffnung der Wirtschaft, der dann Mitte Mai stattfand, hat auch das Geschäft des Gebrauchtwagenhändlers ein Stück weit wieder normalisiert. Dennoch verwies Copart auf die jüngst leeren Fernverkehrsstraßen, die deutlich weniger Unfälle und somit eine geringere Ankaufmenge trotz gestiegener Online-Nachfrage zur Folge hatte. Im letzten Quartal (Q3) lag der Umsatz gegenüber dem Vorjahr dennoch fast unverändert bei 510 Mio. USD. Und auch die Cash-Bestände waren um fast 50% auf 300 Mio. USD gestiegen. Als stark wachsender Nischenplayer mit einer Nettomarge von zuletzt 30% ist die Aktie von Copart aber alles andere als günstig. Zwar liegt das jetzige KGV bei 34, damit kauft man sich aber ein Qualitätsunternehmen, das dank der enormen Wachstumsdynamik auch weiterhin sehr erfolgreich am Markt agieren dürfte.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Leichte Abgaben auf 22,17 USD verbuchte gestern im TraderFox-Index hingegen die Aktie von NIC. Die Papiere des Anbieters von E-Government-Lösungen liegen aber dennoch seit Beginn des Jahres minimal im Plus. Das Unternehmen, dessen Kerngeschäft darin besteht, die öffentliche Hand ins Internet zu bringen, steht hiermit wohl vor goldenen Zeiten. Zwar bieten zahlreiche amerikanische Behörden mit ihren Bürgerdiensten schon heute bequeme und digitale Webdienste an. In diesem Bereich herrscht aber nicht nur in Amerika weiterhin ein enormer Nachholbedarf. Während die Digitalisierung bereits weltweit viele Branchen und Unternehmen erreicht hat, hinken die veralteten IT-Systeme vieler Regierungsstellen hinterher. Mittlerweile sind aber über 6.000 öffentliche Ämter, Landkreise, Behörden und Ministerien Kunden von NIC. Folglich stieg der Umsatz seit 2015 beständig von 292 Mio. bis auf zuletzt 360. Mio. USD. Stark nachgefragt wird dabei in erster Linie die mobile Plattform Gov2Go des Unternehmens. Außerdem wird auch die Anwendung RxGov immer mehr genutzt, mit der verschreibungspflichtige Medikamente datenbasiert analysiert werden. Mit diesen den Behörden zur Verfügung gestellten Softwaretools hat das Management seine Nische gefunden, zumal es hier kaum Konkurrenten gibt.

NIC hilft den öffentlichen Stellen aber vor allem bei der Beantragung von Führerscheinen, Visas und zahlreichen anderen Genehmigungen. Hier erwarten die Bürger moderne und schnelle Lösungen zur Bearbeitung ihrer Anliegen. Für das Unternehmen sprechen zudem insbesondere der zunehmende Anteil an wiederkehrenden Erlösen sowie die schuldenfreie Bilanz. Mit einer Gewinnmarge von 16% ist das digitale Geschäft dazu auch gewinnträchtig. Da die Bedürfnisse des öffentlichen Sektors kontinuierlich zunehmen, dürften Investoren hier noch eine Menge erwarten. Denn NIC investiert intelligent und verfügt mit seinen IT-Produkten über eine großartige Skalierung um künftiges Wachstum zu generieren.

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