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Von TraderFox
16. September 2021

Ein überraschend stark gestiegener konjunktureller Frühindikator sorgte am Mittwoch an der Wall Street vor allem im Energiesektor für wieder steigende Kurse. Auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index kletterte in diesem Umfeld um 0,7% auf 26.138 Punkte. Copart vermeldet gegenwärtig bis zu 20% höhere Verkaufspreise bei gebrauchten Fahrzeugen und erzielt folglich hohe Gewinne. Baumarktkette Fastenal floriert dank Immobilienkauf- und Bauboom, und ist mit einer Nettomarge von 15% dabei hochrentabel.

Nach der jüngsten Konsolidierung war am Mittwoch im TraderFox-Index die Aktie von Copart der größte Gewinner und schloss letztlich mit über 3% im Plus bei 148,95 USD. Die Geschäfte des amerikanischen Online-Gebrauchtwagenhändlers, der mit Ankauf, Reparatur und dem Weiterverkauf von gebrauten Fahrzeugen und Unfallwagen über die eigenen Internet-Auktionsplattformen sein Geld verdient, laufen schon seit einigen Quartalen wieder rund. Zu den Kunden gehören in erster Linie Autohändler, Exportunternehmen oder sonstige Gebrauchtwagen-Verwerter. Nur ein kleiner Teil der von Copart verkauften Fahrzeuge und Autoteile landet letztlich bei privaten Käufern, der Großteil geht an kommerzielle Abnehmer. Eingekauft werden die Autos vor allem von großen Versicherungsgesellschaften, Banken oder auch Finanzierungsfirmen. Auf seiner Online-Plattform ist das Unternehmen dabei derzeit mit bis zu 750.000 weltweiten Mitgliedern vernetzt. Das Online-Verkaufsgeschäft, das globale inzwischen in über 11 Ländern angeboten wird, erlebte 2020 jedenfalls einen ungeahnten Absatzboom, der sich bislang noch nicht gelegt hat. Allein für das jüngste abgelaufene Geschäftsjahr 2020/21 verzeichnete Copart einen Umsatzanstieg von 22% auf 2,69 Mrd. USD, der Gewinn legte noch dynamischer um 44% zu. Ein Teil des Erfolges ist aber vor allem auf die jüngst gestiegenen Gebrauchtwagenpreise und dem enormen Preisanstieg bei Ersatzteilen zurückzuführen.

In den USA wurden diesbezüglich zuletzt erneut höhere Verkaufspreise bei gebrauchten Autos von über 20% gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Dem Unternehmen spielt dies natürlich, was Profitabilität und Wachstum betrifft, in die Hände, denn Copart erzielt damit derzeit Gewinnmargen von gut 26%. Das Management rechnet aber für den Rest des Jahres und auch für das erste Halbjahr 2022 mit einer eher rückläufigeren Dynamik bei Gebrauchtwagenpreisen. Vor allem wenn sich die weltweiten Lieferketten und auch der globale Mangel an Halbleitern in der gegenwärtig stotternden Autoproduktion entspannen sollten. Für den US-Marktführer zahlt man derzeit an der Börse aber weiterhin einen Premiumaufschlag, der sich KGV-bewertungstechnisch auf aktuell 34 beläuft. Dafür kauft man sich aber mit Copart in ein schuldenfreies und nischenabdeckendes Qualitätsunternehmen ein.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird.  Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Ebenfalls solide Gewinne von 1,3% auf 53,75 USD konnte gestern im TraderFox-Index die Aktie von Fastenal verbuchen. Seit einem halben Jahr bewegen sich die Papiere des Herstellers und internationalen Vertriebshändlers von Industrie- und Baumaterialien sowie Vermieters von Baugeräten auch wieder beständig nach oben. Und das, weil das Unternehmen mit seiner Produktpalette, die von Schutzhandschuhen über Schraub- und Verbindungselemente bis hin zu Werkzeugen sowie Farben und Reinigungsmittel reicht, zu den großen Profiteuren der Pandemie gehört. Vor allem das Vermietungsgeschäft war dabei in Anbetracht der boomenden Immobilien- und Baubranche bei Fastenal zuletzt ein wichtiger Wachstumstreiber. Der Grund hierfür sind die stark gestiegenen Renovierungs- und Ausbesserungsaktivitäten privater Hausbesitzer während der Lockdown-Zeit sowie der von der amerikanischen Notenbank mit ihren Zinssenkungen ausgelöste Immobilienkauf- und Bauboom. Der Absatz der Baumarktkette florierte zudem auch, da viele Kunden Sicherheits- und Reinigungsprodukte in Corona-Zeiten nachgefragt haben. Dies führte letzten im letzten Jahr zu einem Umsatz- und Gewinnplus von 6% bzw. 8% im Vergleich zu 2019. Insgesamt hatte Fastenal im gesamten und vom Virus heftig beeinflussten Geschäftsjahr auch gut 95.700 Baumaschinen im Einsatz und damit rund 6% mehr als im Jahr zuvor.

Der Bau- und Immobiliendienstleister bleibt dabei wie schon in den Vorjahren auch sehr renditestark. Davon zeugt die anhaltend stabile Nettomarge von über 15%. Obwohl das Unternehmen von Wirtschaftszyklen abhängig ist, für mehr Stabilität im Kerngeschäft dürften neben den milliardenschweren US-Hilfspaketen auch Kosteneinsparungen durch die zunehmenden Digitalisierungsprozesse bei Lagerhaltung und Vertriebswegen sorgen. Fastenal gilt zudem auch als Dividendengarant, immerhin schüttet das Management schon seit 1991 Gewinnanteile und teils auch Sonderdividenden aus. Die Aktie bietet derzeit aber nur 2% Rendite, und ist mit ihren Qualitätsmerkmalen damit zwar durchaus interessant, nur die gegenwärtige Bewertung (KGV 31) ist nicht mehr als günstig zu bezeichnen.

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