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Von Liridona Preniqi
22. Februar 2024

Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank und das Warten auf die Nvidia-Zahlen hat die Wall Street am Mittwoch nur wenig bewegt. Auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index schloss am Ende bei unverändert 29.569 Punkten. Cintas kommt mit seinen Uniform- und Ausstattungs-Dienstleistungen seit Jahren auf hohe Kapitalrenditen, und tätigt zudem weiterhin kluge Akquisitionen. Rollins ist auf dem weltweiten Schädlingsbekämpfungsmarkt ein Wachstumsstar und erzielt dabei noch immer eine starke Eigenkapitalrendite von 35,0 %.



Einer der Top-Performer ist im letzten Jahr im TraderFox-Index die Aktie von Cintas gewesen. Am Mittwoch war sie auch weiterhin auf Rekordkurs und leicht auf 618,70 USD gestiegen. Das aktuelle Hoch ist jedenfalls gut nachvollziehbar, schließlich ist das Geschäftsmodell des US-Unternehmens nicht nur hochprofitabel, sondern ist auch kaum konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt. Dabei bietet Cintas in erster Linie den Verleih von Uniformen an, dazu kommen noch zahlreiche Ausstattungs-Dienstleistungen in Gebäuden wie Matten, Toilettenartikel und Handtücher. Aber auch Erste-Hilfe-Leistungen, Sicherheitsprodukte und Brandschutzdienste gehören dazu. Zuletzt war die Sparte rund um Uniformverleih und Facility Services für rund 78,0 % des Gesamtumsatzes verantwortlich. In Nordamerika hilft Cintas mit seinen Angeboten über 1,0 Mio. Unternehmen und deren Angestellten bei der täglichen Arbeitsvorbereitung. So vermietet der Berufsbekleidungsspezialist beispielsweise an Krankenhäuser und Hotels gegen eine geringe Tagesgebühr entsprechende Uniformen. Letztlich wird von Cintas damit die eher unangenehme Arbeit hinter den Kulissen für die Kunden übernommen, damit sie sich auf ihre eigentlichen operativen Aufgaben konzentrieren können. In den USA ist der Uniform- und Schutz-Equipment-Anbieter diesbezüglich nicht nur der größte Verleiher, sondern erwirtschaftet auch viermal mehr als der wichtigste US-Konkurrent UniFirst.

Und Cintas hat sich dank des inzwischen breiten weltweiten Vertriebsnetzes zusätzlich einen starken Wettbewerbsvorteil verschafft, und ist mit kleineren Übernehmen so in den letzten 5 Jahren um im Schnitt 6,4 % gewachsen. Neben Amerika bedient man damit inzwischen auch in Asien, Europa und Südamerika über 1,0 Mio. globale Gewerbekunden. Mit einer Steigerung der Kapitalrendite von 10,0 % im Jahr 2014 auf zuletzt 22,0 % ist Cintas zudem in der Lage, Nettoerträge aus eingesetzten Fremd- und Eigenkapital zu erwirtschaften. Gerade in einem stark fragmentierten Verleihungs-Markt ist diese Renditeentwicklung ein vielversprechendes Zeichen. Zumal sie die Fähigkeit der Gruppe unterstreicht, offenbar kluge Akquisitionen zu tätigen und neues Kapital in wenig besetzten Regionen in Nordamerika renditeorientiert einzusetzen. Und das Produktsortiment von Cintas sowie die bewiesene Zuverlässigkeit, führen zudem meist auch zu hohen Kundenbindungsraten. Bei einer Nettomarge von 15,0 % weist die Bilanz folglich auch nur geringe Schulden aus. Diese Faktoren machen Cintas letztlich zu einem perfekten Qualitätsunternehmen inklusive stetigem Wachstum und einer Dividende, die seit 40 Jahren in Folge gestiegen ist. Nur das KGV von 38 schreckt ein wenig ab, aber bei der erstklassigen Rentabilität, ist dies keine Überraschung.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Leichte Kurszuwächse von gut 1,0 % verzeichnete am Mittwoch im TraderFox-Index auch die Aktie von Rollins, die letztlich bei 41,35 USD schloss. Was den US-Hygienedienstleister mit seinen vor allem in den USA bekannten Orkin- und Critter Control-Marken noch immer ausmacht, ist die anhaltende globale Expansion und die beständig hohen Renditen, die das Geschäft abwirft. Rollins hat die meisterhafte Fähigkeit, steigende Gewinne aus seinem Fremd- und Eigenkapital zu erwirtschaften, und erzielte in den letzten 10 Jahren eine durchschnittliche Kapitalrendite (ROIC) von 29,0 %. Dass eine so beständig hohe Renditekennzahl die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich zieht, ist verständlich. In etwas mehr als 20 Jahren ist die Aktie auch zum “Tenbagger“ geworden, also hat sich verzehnfacht. Inzwischen zählt Rollins mit seinen Schädlingsbekämpfungsdiensten schon über 2,8 Mio. internationale Kunden. Für die Unternehmensgruppe sind hohe Kapitalrenditen aufgrund der zahlreichen Akquisitionen allerdings von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Erfolg. Die jährlichen Übernahmen gehören aber zur Wachstumsstrategie, nicht ohne Grund wurden in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 7,0 % der Gesamterlöse von Rollins für Zukäufe ausgegeben.

Durch die aktive Konsolidierung der getätigten Firmenkäufe wurde zuletzt auch eine hohe Rendite auf das Eigenkapital von 35,0 % erzielt. Bei deiner Erfolgsbilanz und der beachtlichen Profitabilität wäre es jedenfalls verrückt, wenn Rollins als Schädlingsbekämpfer nicht mit einer Premiumbewertung an der Börse gehandelt werden würde. Zumal der Markt für Termiten- und Desinfektionsdienste praktisch rezessionssicher ist. Demnach wird die Aktie derzeit auch noch immer mit einem stolzen 37-fachen Kurs/Gewinn-Verhältnis bewertet. Investoren gehen damit letztlich davon aus, dass Rollins auch künftig in der Lage sein dürfte, die durchschnittlichen zehnjährigen Wachstumsraten der Einnahmen (8,0 %) und beim Cashflow (20,0 %) aufrechtzuerhalten.

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