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Von Liridona Preniqi
29. Mai 2024

Die US-Aktienmärkte wurden am Dienstag trotz anhaltender Nvidia-Rallye von steigenden Anleihezinsen belastet. In diesem Umfeld gab auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index um 1,7 % auf 30.502 Punkte nach. Elektronikdesign- und Softwarespezialist Cadence bleibt mit seinem Geschäft ein KI-Profiteur und verbuchte mit fast 6,0 Mrd. USD in Q1 sogar einen Rekordauftragsbestand. IT-Security-Dienstleister Qualys bleibt mit einer Gewinnmarge von 28,0 % renditestark, die Aktie ist zudem mit einem KGV von 24 gerade so günstig wie lang nicht.

Am Dienstag schloss im TraderFox-Index nach dem jüngsten Rekordquartal die Aktie von Cadence Design Systems zwar leicht im Plus bei 296,20 USD. Die jüngsten Managementaussagen zum laufenden Quartal hatten bei den Anteilscheinen des Elektronikdesign- und Softwarespezialisten aber zu einem Abverkauf geführt. Dennoch bleibt Cadence Design angesichts der beeindruckenden Aussichten im Bereich Chipentwicklung und Automatisierungssoftware (EDA) ein solider Wachstumstitel, die man besitzen sollte. Allerdings stellt sich das Unternehmen mit seinen Prognosen immer mal wieder selbst ein Bein. So fiel die Cadence Design-Aktie Ende April um 6,0 %, nachdem der Vorstand für den Hersteller von Software für die Halbleiterentwicklung eine Q2-Guidance abgegeben hatte, die unter den Erwartungen der Wall Street ausfiel. Und dies, obwohl Cadence Design zum Jahresstart 2024 ein Rekordgeschäft inklusive starkem Gewinnzuwachs von 23,0 % vermeldet hatte.  Zudem schlossen die Amerikaner, die bestens positioniert sind im sogenannten EDA-Softwaremarkt, das 1. Quartal mit einem Rekordauftragsbestand von fast 6,0 Mrd. USD ab. Dies alles half aber nichts, und so geriet die Aktie unter Druck. Dafür notiert sie jetzt wieder auf einem relativ attraktiveren Niveau. Zwar wird Cadence Design an der Börse noch immer mit dem 42-fachen des für 2024 geschätzten Gewinns gehandelt. Qualität hat aber noch immer seinen Preis, zumal man damit in ein innovatives Technologieunternehmen einsteigt, das mit seinem Hard- und Softwaregeschäft beachtliche Pionierarbeit bei der laufenden “KI-Revolution“ leistet.

Auf die KI-Ära ist Cadence Design jedenfalls bestens vorbereitet und hat bereits viele seiner Produkte mit der High-End-Rechenleistung der GPUs vom US-Grafikkartenhersteller Nvidia ausgestattet. Für den Software- und Chipentwickler spricht zudem auch, dass die heutigen Softwareanwendungen und insbesondere KI die Komplexität des Halbleiterdesigns radikal erhöht haben. Dies zeigt sich offenbar bereits auch an dem rekordhohen Bestellungseingang, den Cadence Design derzeitig verbucht. Und selbst wenn die Unternehmensführung für das laufende Quartal nur mit einem Umsatz zwischen 1,03 bis 1,05 Mrd. USD und einem Gewinn von 1,20 bis 1,24 USD je Aktie rechnet. Während Analysten zuletzt Erlöse von 1,10 Mrd. und 1,43 Dollar pro Aktie auf dem Zettel hatten. Die mittel- bis langfristigen Aussichten des Spezialisten für Halbleiterdesign und EDA-Software bleiben davon ungetrübt. Cadence Design ist schon in den letzten 5 Jahren um im Schnitt 14,0 % gewachsen, und der wirkliche KI- und branchenweite Chipboom hat gerade erst begonnen. Die aktuelle Premiumbewertung an der Nasdaq könnte damit noch eine Weile andauern.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird.  Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Deutliche Abgaben von über 2,0 % verbuchte dagegen im TraderFox-Index am Dienstag die Aktie von Qualys, die zum Schluss bei 143,40 USD lag. Dabei sind die Papiere des Software-Spezialisten, der sich vor allem auf Cybersicherheit konzentriert, seit dem Hoch im Dezember inzwischen auch wieder ein Stück günstiger zu haben. Qualys selbst ist zwar umsatzbezogen vergleichsweise klein, bei den angebotenen Cloud-basierten Sicherheitslösungen hat das Unternehmen aber seit der Pandemie eine explosionsartige Steigerung der Rentabilität erzielt. Aktuell liegt die Gewinnmarge jedenfalls bei rekordverdächtigen 28,0 %. Und im Vergleich zu den US-Mitbewerbern wie Palo Alto und CrowdStrike erkennen die IT-Anwendungen von Qualys Sicherheitslücken sogar 6-mal schneller. Dabei sind die Cloud-basierten Cybersecurity-Lösungen des Unternehmens bei Kunden auch für ihre außergewöhnliche Leistung und Zuverlässigkeit bekannt. Inzwischen ist die von Qualys entwickelte “Enterprise TruRisk“-Plattform sogar zu einer der führenden “Schwachstellen“-Managementlösung auf dem gesamten IT-Markt  geworden. Für die Erkennung von Bedrohungen und die Überwachung von IT-Infrastrukturen nutzt die Plattform unter anderem auch KI. Damit gehört Qualys als Cybersecurity-Dienstleister zwar nicht zu den am schnellsten wachsenden Branchenspezialisten. Seit 2018 wurde dennoch ein durchschnittliches Umsatzwachstum von beachtlichen 15,0 % erzielt.

Dieses stetige Wachstum macht Qualys aber für ein Engagement im Cybersicherheitssektor interessant, zumal die Aktie mittlerweile nur noch mit einem KGV von 24 notiert. Allerdings ist der Bereich rund um Cybersecurity-Lösungen einer zunehmenden Konsolidierung ausgesetzt. Wer also Qualys mit seiner Umsatzgröße von zuletzt 565,0 Mio. USD auf den Kurszettel hat, sollte unbedingt auch den größeren Anbieter von Cybersicherheitsplattformen CrowdStrike mit über 3,0 Mrd. USD an Erlösen im Blickfeld haben. Qualys übertrifft aber bei der Profitabilität so ziemlich alle anderen IT-Anbieter, auch sind die Zuwachszahlen nach wie vor respektabel. Außerdem bietet das Technologieunternehmen wertvolle Cybersecurity-Services, die viele Firmen weltweit auch weiterhin dringend benötigen. Das Management steckt zudem große Teile von Qualys Barmittelzufluss in Aktienrückkäufe und konnte so den Aktionären in 2023 gut 171,0 Mio. und im Jahr 2022 sogar rund 317,0 Mio. USD zurückgegeben.

 

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