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Von Christina Rothfuß
26. Januar 2024

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag trotz durchwachsener Unternehmens- und Konjunkturnachrichten erneut Gewinne eingefahren. Auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index schloss am Ende leicht im Plus bei 29.190 Punkten. Elektronikausrüster Amphenol verspürt starke Q4-Nachfrage nach Sensoren, Kabeln und Steckverbindern aus dem Militär- und Automobilsektor. Vertriebsgeschäfte von Fastenal legen trotz schleppendem Industrie- und Baubedarf in Q4 um über 4,0 % zu, der digital erzielte Umsatzanteil stieg zudem auf fast 60,0 %.

Am Mittwoch war im TraderFox-Index gestützt von robusten Q4-Zahlen die Aktie von Amphenol auf ein neues Jahreshoch geklettert. Und auch am Donnerstag legte sie leicht auf 100,80 USD zu. Der US-Hersteller von elektronischen Bauteilen übertraf am Mittwoch die Umsatzerwartungen für das 4. Quartal, und profitierte dabei vor allem von der starken Nachfrage aus dem Militär- und Automobilsektor. Der Bedarf nach den von Amphenol angebotenen Sensoren, Kabeln und Steckverbindern stiegt im Schlussquartal auch deshalb, da zahlreiche Länder angesichts des Nahostkonflikts und des Ukraine-Krieges ihre Investitionen in Verteidigungstechnologie erhöhten. Aber auch die zunehmenden Produktionszahlen von E-Fahrzeugen hatte die Nachfrage nach elektronischen Komponenten angekurbelt. Demnach verzeichnete Amphenol in den letzten 3 Monaten einen Umsatzanstieg von 3,0 % auf 3,33 Mrd. USD, während die Schätzungen bei 3,15 Mrd. USD lagen. Die Produkte des Elektronikausrüsters sind aber nicht nur im Rüstungs- und Automobilbereich begehrt, sondern ermöglichen auch die sogenannte “Elektronikrevolution“ in praktisch jedem globalen Markt. Dazu gehören neben der Breitband- und Datenkommunikation auch zahlreiche Informationstechnologien sowie mobile Geräte und Netzwerkinfrastrukturen. Amphenol ist damit in den letzten 5 Jahren bereits um im Schnitt 9,3 % gewachsen, und erreichte in 2023 Gesamteinnahmen von 12,55 Mrd. USD.

Die Sparte “Kommunikationslösungen“ hatte in Q4 jedoch mit einem etwas schwächeren Elektronikequipment-Absatz zu kämpfen, das in Breitband- und Informationsanwendungen verwendet wird. Was die Aktie des Elektronik- und Kabelproduzenten dennoch antrieb, waren die starken Geschäfte der “Harsh Environment Solutions“-Sparte, in der Amphenol elektronische Gerate und Kabelprodukte für “raue“ Umweltbedingungen anbietet. Im Vergleich zum Vorjahresquartal war sie um 13,2 % auf 900,3 Mio. USD gewachsen. Zudem gab das Management mit einer Umsatzspanne von 3,04 bis 3,10 Mrd. USD auch einen weiterhin robusten Ausblick für das Startquartal. Amphenol war zuletzt auch hochprofitabel und erzielte abermals eine Gewinnmarge von fast 16,0 %. Zwar wird für 2024 mit einem Gewinnanstieg von 9,0 % gerechnet, die Aktie ist allerdings mit einem KGV von 27 nicht ganz billig. Dennoch weisen bei Amphenol alle wichtigen Kennzahlen inklusive der Eigenkapitalrendite von 25,0 % auf ein weiterhin sehr solides Qualitätsunternehmen hin.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Eine Rekordrallye verzeichnete im TraderFox-Index zuletzt auch die Aktie von Fastenal. Zwar schloss sie gestern am Ende mit 0,5 % erneut im Plus bei 69,20 USD. Die Papiere des amerikanischen Industrie- und Bauzulieferers dürften mit ihrer inzwischen hohen Bewertung aber schon viel vorweggenommen haben. Dafür waren die Q4-Vertriebsgeschäfte rund um Baumaterialien und Mietgeräte aber erneut stark ausgefallen, und auch die digitalen Kanäle werden für das Unternehmen immer mehr zum Umsatzbringer. Was Anleger aber zuletzt besonders überraschte war, dass Fastenal trotz schleppendem Industrie- und Baubedarf im Schlussquartal bessere Ergebnisse als erwartet erzielen konnte. Zumal das Vertriebsunternehmen viele Branchen bedient, die 2023 mit Gegenwind zu kämpfen hatten. So führten unter anderem höhere Zinsen und Konjunktursorgen bei vielen Endverbrauchern von Bau- und Industrieprodukten zu gebremstem Kaufverhalten. In den letzten 3 Monaten konnte Fastenal dennoch seinen täglichen Warenumsatz vor allem über die digitalen Vertriebskanäle steigern und glänzte mit solider Kostenkontrolle. Am Ende stand für das 4. Quartal ein Erlösplus von 4,1 % auf 1,75 Mrd. USD. Der digitale Geschäftsanteil stieg dabei auf 58,1 % des Gesamtumsatzes gegenüber 52,6 % im Vorjahreszeitraum. Zudem profitierte Fastenal zuletzt auch von vielen neuen Bau- und Vertriebsmärkten.

Wir verzeichneten einen höheren Q4-Absatz, der in erster Linie auf das Wachstum unserer Vor-Ort-Standorte, insbesondere an den in den Jahren 2023 und 2022 neu eröffneten Standorten zurückzuführen ist, betonte der Vorstand vor einer Woche. Und Fastenal unterzeichnete während des Quartals bereits neue Verträge für 58 neue Standorte. Ende des Jahres 2023 hatte das Unternehmen jedenfalls 1.822 aktive Vertriebs- und Baumarkt-Standorte, was 12,3 % mehr war als im Vorjahr. Der Erfolg des Händlers im letzten Quartal ist auch ein Beleg für die Vorteile eines breiten Produktangebots. Zwar verzeichnete Fastenal zuletzt eine Verlangsamung im Geschäft mit Verbindungselementen, der Rückgang wurde aber durch höhere Verkaufszahlen bei Sicherheitszubehör und anderen Produkten ausgeglichen. Die starke Position gerade auf dem nordamerikanischen Markt, die sich Fastenal über die Jahre aufgebaut hat, dürfte sich jedenfalls auch in Zukunft nicht ändern. Im Jahr 2023 schüttete der Vertriebsspezialist zudem auch 1,03Mrd. USD in Form von Dividenden an seine Aktionäre aus. Die Aktie wird allerdings mit einem KGV von fast 30 bewertet.

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