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Von TraderFox
31. Oktober 2019

Neue Zweifel an einer möglichen US-chinesischer Einigung im Handelsstreit bremsen den TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Donnerstag unerwartet aus. Folglich liegt der Index am Nachmittag unverändert bei 106,70 Punkten. Straumann wächst im jüngsten Quartal dank neuem Implantat-Portfolio und hoher Nachfrage in Nordamerika (+26%) sowie Asien (+24%) weiterhin mit beindruckenden Raten. Thales leider derzeit im Luftfahrt- und Transportgeschäft unter Rückgängen, treibt seine angestrebte Expansion in neue Zukunftsfelder aber dennoch voran.

In den vergangenen Tagen war im Qualitäts-Index die Straumann-Aktie einer der stärksten Gewinner und markierte dabei sogar ein frisches Jahreshoch. Heute dagegen liegt sie leicht im Minus bei 803,50 Euro. Der Schweizer Dentalimplantat-Hersteller hatte Anfang der Woche fantastische Geschäftszahlen vorgelegt, die ein anhaltendes Wachstumstempo bestätigten. Innerhalb der ersten 9 Monate zogen die Erlöse jedenfalls um gut 16% auf 1,2 Mrd. CHF (1,08 Mrd. Euro) an und lagen damit erstmals in dem Berichtszeitraum über der Schwelle von einer Milliarde Franken. Entscheidend war dabei in erster Linie das beachtliche Abschneiden im 3ten Quartal, in dem das Unternehmen ein organisches Wachstum von fast 19% auswies, und letztlich war Straumann in allen Regionen zweistellig gewachsen. Für die Schweizer war im jüngsten Quartal vor allem das neue BLX-Implantat-Portfolio ein voller Erfolg. Dem Vorstand zufolge konnten sowohl in Europa wie auch in Nord- und Lateinamerika eine Vielzahl an Neukunden gewonnen werden. Unser bereits angekündigtes Ziel von 100.000 verkauften BLX-Implantaten in 2019 werden wir höchstwahrscheinlich erreichen, sagte der Manager.

Auch das digitale Geschäft von Straumann wurde zuletzt von der Expansion der transparenten Zahnschienen, den sogenannten Alignern, weiter unterstützt. Schwach entwickelte sich dagegen allerdings der Umsatz mit digitalen Ausrüstungen. Verantwortlich hierfür waren aber nach einem Brand im Mai bei der firmeneigenen Marke Dental Wings hauptsächlich Lieferengpässe. Daraufhin und aufgrund der schwieriger werdenden Nachfragebewältigung plant der Premium-Implantate-Anbieter aber demnächst seine Kapazitäten deutlich auszubauen. Nach einem Umsatzwachstum von 26% in Nordamerika und gut 24% in der Region Asien/Pazifik allein im zurückliegenden Quartal hat das Straumann-Management diesen Schritt nun angekündigt. Und der bereits zum Halbjahr angehobene Ausblick wurde in dieser Woche erneut angehoben. Für 2019 erwartet die Gruppe beim organischen Wachstum nunmehr einen Wert im mittleren Zehnprozentbereich. Der globale Dentalimplantat-Markt werde in diesem Jahr derweil etwa 4 bis 5% zulegen, so das Unternehmen. Dabei verdient Straumann mit seinen Geschäften eine beachtliche Gewinnmarge. Zuletzt lag sie bei gut 20%. Dank des jüngst erreichten Jahreshochs notiert die Aktie inzwischen aber mit einem ordentlichen KGV von 31.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



In dem durchwachsenen Marktumfeld zeigt sich heute im Qualitäts-Index dagegen die Thales-Aktie leicht im Plus bei 88,50 Euro. Der französische Rüstungs- und Transportkonzern ist mit zuletzt 15,9 Mrd. Euro an Umsätzen einer der führenden Dienstleister in diesen Bereichen. Zwar konnte das Unternehmen mit seinen im September vermeldeten Halbjahreszahlen die Markterwartungen übertreffen. Auch hatte vor allem die Rüstungssparte ihre Dynamik insgesamt beibehalten, die Teils deutlichen Rückgänge im Luftfahrt- und Transportgeschäft waren aber ernüchternd. Schon im 1.Quartal musste Thales einen gruppenweiten Umsatzeinbruch um ein Viertel auf rund 2,3 Mrd. Euro verkraften. Langfristig sieht es aber dennoch ganz gut für das Technologieunternehmen aus. Denn die Auftragsbücher sind dem jüngsten Bericht zufolge immer noch gefüllt, und die vom Management angestrebte Expansion in neue Absatzmärkte dürfte zeitnah seine Wirkung entfalten. Dazu kommt noch die von Analysten für die kommenden Jahrzehnte weltweit erwartete und beständig höhere Nachfrage im Transport- und Rüstungsgeschäft. Außerdem setzt Thales auch auf Zukunftsfelder wie Autonomes Fahren und entwickelt mit seinen Ingenieuren gegenwärtig eine fahrerlose Stadtbahn. Die Franzosen konkurrieren hier allerdings mit ganz neuen Wettbewerbern. Dazu zählen immerhin neben weltweiten Automobilkonzernen auch die US-Giganten Apple oder Alphabet. Die Eigenkapitalrendite des Unternehmens im Kerngeschäft von 17% ist jedenfalls als ziemlich stark zu bezeichnen, die Nettomarge von 8% hingegen ist durchaus optimierbar. Dafür notiert die Aktie derzeit nur mit einem KGV von 13.

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