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Von TraderFox
02. September 2021

Vor den für morgen erwarteten US-Arbeitsmarktdaten geht der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Donnerstag zunächst nicht in den Wartemodus. Folglich legt der Index bis zum Nachmittag um 0,9% auf 162,70 Punkte zu. Siemens Healthineers will mit Krebstherapie-Spezialisten Varian mittelfristig noch höhere Umsatz- und Gewinnzuwächse erzielen. Modehändler Inditex will mit neuer Omnichannel-App “Store Mode“ künftig alle Verkaufskanäle schneller miteinander verschmelzen.

Nach dem zuletzt markierten Allzeithoch steigt im Qualitäts-Index die Aktie von Siemens Healthineers auch am Donnerstag um 0,5% und notiert mit aktuell 60,00 Euro fast wieder auf Rekordniveau. Dabei ist die Medizintechnik-Firma einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich Gesundheitsvorsorge und hat sich in erster Linie auf die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten sowie eine Vielzahl an Dienstleistungen spezialisiert. Vor allem aber die jüngst abgeschlossene Übernahme des amerikanischen Strahlentherapie-Spezialisten Varian dürfte nach Einschätzung des Finanzvorstands das künftige Wachstum des Unternehmens kräftig ankurbeln. Varian werde seine bereinigte Umsatzrendite von zuletzt rund 15 Prozent deutlich steigern, sagte der Manager jüngst der „Börsen-Zeitung“. Dazu sollen ein Umsatzwachstum von mehr als 5% sowie Synergieeffekte beitragen, die bis zum Geschäftsjahr 2024/25 über den avisierten 300 Mio. Euro liegen dürften. Für Siemens Healthineers war das US-Unternehmen mit rund 16 Mrd. USD immerhin der teuerste Zukauf in der Firmengeschichte. Die Münchner setzen bei dem Zukauf letztlich vor allem auf das Zusammenspiel der eigenen Bildgebungs-Geräte (MRT, Röntgen) mit den Krebstherapie-Anwendungen von Varian. Auf einem angesetzten Investorentag im November will das Management gegenüber Investoren im Rahmen der getätigten Akquisition auch neue Ziele für Umsatz und Gewinn verkünden.

Vermutlich dürften diese dank der Amerikaner auch ein Stück höher ausfallen als bisher, trotz anhaltender Pandemie-Auswirkungen. Hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist bei Siemens Healthineers dagegen zuletzt das Hochfahren der neuen Laborstraßen-Plattform Atellica. Was die installierten Geräte angeht, hinkt der Medizintechnik-Dienstleister hier offenbar rund 10% hinter den schon 2019 formulierten Zielen her, da Corona weltweit die Kliniken und Labore weiterhin stark belastet. Ursprünglich wollte die Siemens-Tochter in der Diagnostik-Sparte bis 2023/24 um etwa 5% wachsen und die operative Marge auf rund 15% steigen. In Anbetracht der Pandemie dürfte das Erreichen dieser Unternehmensziele aber 2 bis 4 Quartale länger dauern als bislang gedacht. Dafür arbeitet Siemens Healthineers aber weiterhin sehr profitabel. Davon zeugt neben der Gewinnmarge von 10% auch die solide Eigenkapitalrendite von 11%. Mit diesen Kennzahlen notiert die Aktie auch zu Recht im Qualitäts-Index (QIX).

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Leichte Abgaben auf aktuell 29,80 Euro verzeichnet nach der jüngsten Seitwärtsbewegung vom Donnerstag im Qualitäts-Index die Aktie von Inditex. Der spanische Textilhändler und “Fast Fashion“-Pionier, der hinter Modemarken wie Zara und Bershka steht, treibt derzeit sein ambitioniertestes Projekt voran, das die Verschmelzung aller Verkaufskanäle ermöglichen soll. Dabei arbeitet das Unternehmen derzeit bei seiner Fashiontochter Zara an einer neuen digitalen App-in-App mit dem Namen “Store Mode“, um möglichst viele Kunden über das Internet als auch für seine stationären Shops zu gewinnen. Seit Herbst 2020 testet Inditex nun schon das neue Software-Tool, vor allem aber soll das Online- und Offline-Geschäft des Modeunternehmens damit schneller miteinander verschmolzen werden. Der Startschuss hierfür fiel zuerst in Spanien, dann folgten andere Märkte wie Großbritannien. Inzwischen gibt es die neuen App-Funktionalitäten auch in Deutschland. Bis Ende des Jahres sollen auch alle deutschen Zara-Filialen angeschlossen sein. Dabei ist Store Mode ausschließlich in die mobile Zara-App integriert und zunächst auch nur für registrierte Interessenten nutzbar.

Zudem hat die zweitgrößte Marke aus dem Portfolio der Inditex-Gruppe, Bershka, jüngst in Paris einen Store in brandneuem Design eröffnet. Mit einer Verkaufsfläche von 1.156m² ist der Laden der 52te. und bislang größte der Young Fashion-Linie in Frankreich. Prominent ist auch der vom Management gewählte Standort im Einkaufszentrum Westfield Forum des Halles, der sich mitten in der französischen Hauptstadt zwischen Louvre und Centre befindet. Für Inditex selbst hat sich mit den jüngsten Lockdown-Lockerungen zumindest das operative Blatt gewendet. Inzwischen sind dem Unternehmen zufolge wieder 98% der weltweit betriebenen Filialen geöffnet. Im 1.Geschäftsquartal bis Ende April legten folglich die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr auch um rund die Hälfte auf mehr als 4,9 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich verdienten die Spanier dabei gut 421 Mio. Euro, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust in ähnlicher Höhe angefallen war. Von Mai bis Mitte Juni hätten die Kunden mehr als doppelt so viel Geld in den Geschäften wie vor Jahresfrist gelassen, teilte Inditex zuletzt mit. Die Umsätze hätten sogar 5% höher als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 gelegen.

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