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Von TraderFox
29. Januar 2021

Die jüngste Talfahrt aufgrund der weiterhin schwierigen Corona-Situation. hat sich am Donnerstag beim TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index fortgesetzt. Dabei liegt der Index am Nachmittag mit 0,6% bei 125,70 Punkten im Minus. Investoren setzten bei RATIONAL gegenwärtig auf die Erholung des Großküchen-Geschäfts und Abbau des Investitionsstaus. Software- und Datendienstleister Wolters Kluwer glänzt in 2020 aufgrund seines stabilen Kundenstamms mit robustem Wachstum (3%) und profitablen Sparten.

Zu einem der absoluten Top-Werte im Qualitäts-Index hatte sich in den zurückliegenden Tagen die Aktie von RATIONAL entwickelt, dabei wurde gestern sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Am heutigen Donnerstag liegt sie aber erstmal wieder im Minus bei aktuell 836,50 Euro. Bei dem Großküchengeräte-Lieferanten, der in erster Linie Dampfgarer für internationale Kantinen, Restaurants sowie viele Kettenkunden wie Bäckereien und Fastfood-Anbieter herstellt, setzen Investoren derzeit darauf, dass nach dem Ende der Lockdown-Phase eine robuste Geschäftserholung einsetzen dürfte. Immerhin war für RATIONAL bis zum Ausbruch von Corona ein wichtiger Wachstumstreiber der firmeneigene Combi-Dämpfer, mit dem Köche weltweit in Gaststätten und vielen Essküchen verschiedene Kochvorgänge in einem Gerät durchführen können. Da der Geräteabsatz aber gerade in Pandemie-Zeiten, wo Kunden aus der Gastronomie ihre Einrichtungen schließen müssen, besonders leidet, konnte man als erstes am Aktienkurs ablesen. Der verlor im Frühjahr 2020 in der Spitze immerhin fast 45%. Mittlerweile haben sich die Papiere aber vom Virus-bedingten Einbruch erholt. Auch weil sich die Erlöse bei RATIONAL im 3.Quartal schon ein Stück weit wieder erholt hatten.

Anhand klassischer Bewertungskennzahlen ist die Aktie des Küchen-Ausrüsters aber inzwischen durchaus teuer. Doch das war sie in den vergangenen Jahren fast immer. Wobei die Erfolgsgrundlage des Qualitätsunternehmens nicht nur die anhaltend hohe Produktqualität und ständige neuen Innovationen sind, sondern auch die besetzte Marktnische sowie der solide Vorsprung vor der Konkurrenz. Immerhin meldet das Entwicklerteam des Unternehmens, das neben Köchen auch aus Ingenieuren und Physikern besteht, vergleichsweise deutlich mehr und bessere Patente an. Nach dem scharfen Umsatzeinbruch im letzten Jahr dürfte bei RATIONAL nun aber operativ eine lange Aufholphase folgen. Prognosen zufolge sollen die Umsätze auch erst in 2023 das Vorkrisenniveau erreichen. Somit setzten Anleger derzeit nicht nur darauf, dass in 2021 viele Restaurantgeschäfte und Großkantinen wieder öffnen, sondern auch ein gewisser Investitionsstau aus dem letzten Geschäftsjahr für zusätzliches Wachstum sorgen wird. Auch die alten Kennzahlen dürfte dann wieder erreicht werden. Denn neben der hohen EBIT-Marge von 26% erzielte RATIONAL als Gastronomie-Dienstleister jedenfalls zuletzt eine eindrucksvolle Eigenkapitalrendite. Diese lag bei robusten 34 %.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



In dem leicht schwächeren Marktumfeld präsentiert sich am Donnerstag im Qualitäts-Index die Wolters Kluwer-Aktie trotzdem minimal im Plus bei 69,70 Euro. Die niederländische und weltweit aktive Unternehmensgruppe, die ihren Kunden neben professionellen Online-Softwareprodukten und Informations-Dienstleistungen auch Lehrbücher, Nachschlagewerke und Analysedaten offeriert, hatte sich erst im Dezember mit eOriginal, einer führenden digitalen US-Kredit- und Geldverleihplattform verstärkt, die unter ihren über 650 Anbietern vor allem Banken, Hypothekenanbieter und Autohändler vereint. Die Wolters Kluwer-Sparte Governance, Risk & Compliance (GRC) hatte für das Softwareunternehmen, das in 2020 rund 31 Mio. Euro umsetzte, letztlich 231 Mio. Euro in bar gezahlt. Das Management baut hierdurch insbesondere das schnell wachsende amerikanische Digitalgeschäft der Niederländer rund um die Vergabe und Verwaltung von Immobilien-Hypotheken und Autokrediten weiter aus. Dabei hat Covid-19 bislang nur einen überschaubaren Effekt auf den Geschäftsverlauf des Informations- und Datendienstleisters. Für die ersten 9 Monate konnte Wolters Kluwer folglich auch erneut robuste Wachstumszahlen vermelden. Die Erlöse kletterten dabei um solide 3%, der freie Cashflow lag sogar gut 21% über dem Vorjahreswert.

Vor allem über die Digital & Services-Sparte des Unternehmens kamen 92% des Gesamtumsatzes herein, die damit gut 5% organisch zulegen konnte. Die Geschäftsaktivitäten dieses Bereichs umfassen Software- und Informationsprodukte, die in erster Linie von Firmenkunden aus dem Gesundheitssektor, Steuerbüros und Behörden genutzt werden. Dank seiner insgesamt 4 Unternehmenssparten wächst Wolters Kluwer aber schon seit einigen Jahren mit durchweg beständigen Raten. Und mit der Eigenkaptalrendite von 28% und einer Gewinnmarge von 15% betreibt der Datenanbieter sein Geschäft dazu auch noch sehr rentabel. Die Aktie wird inzwischen allerdings mit einem KGV von 23 bewertet, und ist damit aktuell nicht mehr ganz so attraktiv.

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