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Von TraderFox
02. März 2021

Die aktuell weiterhin niedrige Teuerungsrate der Eurozone und anhaltender Optimismus bezüglich einer schnellen wirtschaftlichen Erholung geben dem TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Dienstag neue Impulse. Am Nachmittag liegt der Index dabei mit 0,8% vorn und notiert bei 127,15 Punkten. Novozymes wächst mit Enzym-Geschäfte in 2020 um gut 5% organisch und bleibt dank innovativer Produkte sowie zahlreicher Industriekunden äußerst profitabel. Rolltreppen- und Aufzugsbauer KONE hält trotz Covid-19-Auswirkungen weiter an Wachstumsstrategien insbesondere für China mit weiterhin hohen Kapitalrenditen fest.

Mit einem leichten Kursplus auf 51,45 Euro präsentiert sich am Dienstag im Qualitäts-Index die Aktie von Novozymes. Das dänische Unternehmen ist angesichts seines "First Mover Advantage" und innovativer Produkte international führend bei der Entwicklung von industrieweit angewandten Enzymen und Mikroorganismen. Bei den weit über 700 Produkten reicht das Angebots dabei von der Herstellung von Biokraftstoffen über die Produktion von Transfetten, die beim Kochen Verwendung finden, bis hin zur Herstellung von technischen Enzymen für die Leder-, Textil- und Forstwirtschaft. Zu Novozymes` eigentlichem Kerngeschäft zählt aber vor allem die Lieferung der auf Nachhaltigkeit ausgelegten Produkte an die Nahrungsmittel- und Getränkebranche. Und da in Corona-Zeiten viele Menschen vermehrt zu Vitaminen und Nahrungsergänzungs-Mitteln greifen, um ihr Immunsystem zu stärken, erwartet das Management auch nach dem bereits 5%tigem organischen Umsatzzuwächsen in 2020 künftig mit Rekordgeschäften. Zumal Produkte zur Stärkung des Immunsystems wegen Covid-19 gerade in Supermärkten, Drogerieketten und Apotheken sowie im Onlinehandel in den kommenden Quartalen weiter stark nachgefragt sein dürften.

Die Umsatzentwicklung von Novozymes an sich, ist mehr aber generell als äußerst stabil zu bezeichnen, was sich gerade in der aktuellen schweren globalen Krise zeigt. In den vergangenen 10 Jahren kletterten jedenfalls die Erlöse des Enzymherstellers von 9,72 Mrd. auf zuletzt 14,01 Mrd. DKK (1,88 Mrd. Euro) und haben sich damit beständig um nahezu 50% erhöht. Das innovative Enzym- und Bakteriengeschäft der Dänen mit über 7.000 eigenen und auch lizensierten Patenten, das neben der Landwirtschaft zudem auch Produzenten von Biopharmaprodukten beliefert, ist obendrein noch sehr rentabel. Die Gewinnspanne des Unternehmens lag zuletzt bei gut 20%, die Eigenkapitalrendite überzeugt mit 25%. Gerade für langfristige Investoren bietet sich damit bei Novozymes der Einstieg an, da das Geschäftsrisiko hier deutlich niedriger ausfällt als bei herkömmlichen Biotechnologiefirmen. Die Aktie ist allerdings mit einem gegenwärtigen KGV von 36 alles andere als günstig, aber Qualität hat diesbezüglich auch ihren Preis.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Leichte Abgaben verbucht im heutigen Marktumfeld nach dem guten Kursverlauf der vergangenen Wochen am Dienstag im Qualitäts-Index die KONE-Aktie. Derzeit notiert sie damit aber mit 68,40 Euro weiterhin unter ihrem im Herbst markierten Jahreshoch. Dabei gehört der finnische Aufzugs- und Rolltreppenbauer mit seinen Geschäften zu den weltweit größten der Branche. Das reguläre Anlagen- und dazugehörige Servicegeschäft ist normalerweise sehr robust und zudem auch krisenresistent. KONE selbst profitiert ungeachtet aller gegenwärtigen Pandemieumstände hierbei hauptsächlich von strukturellen Trends wie die zunehmende Urbanisierung, die in vielen Städten die Nachfrage nach modernen Liften, Fahrtreppen und Automatiktüren beschleunigt. Und trotz durchwachsenem Corona-Jahr hat das Unternehmen zuletzt von Oktober bis Dezember einen Anstieg beim Auftragseingang um 4,0% auf 2,07 Mrd. Euro vermelden können. Wichtigster Umsatztreiber im Gesamtjahr war für den Aufzugsspezialisten jedoch das seit einigen Quartalen wieder erstarkte China-Geschäft, vor allem was Neuinstallationen betrifft. Aber auch die Wartungssparte von KONE hatte stabile Umsatzbeiträge geliefert. Schließlich ist der Vorstand auch für 2021 leicht zuversichtlich, und sieht gutes Potenzial für ein weiteres Jahr mit Umsatzwachstum und einer Verbesserung der Profitabilität. Demnach visiert das Unternehmen diesbezüglich steigende Erlöse in einer Bandbreite von 0 bis 6% und eine bereinigte EBIT-Marge in der Spanne von 12,4 bis 13,4%, nach 12,6% im Vorjahr.

Das Wachstum wird hierbei im Wesentlichen auch von den Strategien des Anlagenbauers vorangetrieben, mit denen KONE nicht nur Nachhaltiger werden will, was Produktplanung und Entwicklung angeht Mit seinem Rolltreppen- und Liftdienstleistungs-Geschäften plant das Management auf dem schnell wachsendenden aber fragmentierten chinesischen Markt auch die führende Marktstellung zu übernehmen. Dafür sollte aber nicht die bislang hohe Rentabilität sowie die Dividendenkontinuität und die solide Kapitalstruktur geopfert werden. Denn die Nettomarge des Unternehmens lag zuletzt jedenfalls bei fast 10%, und auch die Eigenkapitalrendite erreichte ordentliche 29%.

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