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Von TraderFox
19. September 2019

Die Zinssenkung der US-Notenbank Fed am Vorabend beflügelt am Donnerstag den TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index. Somit liegt der Index am Nachmittag leicht mit 0,2% im Plus bei 104,30 Punkten. Inditex erzielt als Modepionier in den ersten 6 Monaten erneut hohe Wachstumsraten und bleibt mit 13% Nettomarge sehr profitabel. L’Oreal wächst dank innovativer Kosmetikprodukte vor allem in Asien beständig und ist damit unabhängig gegenüber konjunkturellen Eintrübungen.

Deutlich mit 1,0% im Plus bei aktuell 27,10 Euro präsentiert sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von Inditex. Der spanische Textil- und Modehändler bleibt im hart umkämpften Fashionmarkt weiterhin auf Wachstumskurs. Wie die in der Vorwoche veröffentlichen Zahlen zum 1.Halbjahr belegen, konnte das Unternehmen, das vor allem für seine Marken Zara, Massimo Dutti oder Bershka bekannt ist, seine Erlöse um 7% auf 12,8 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr steigern. Die Kernmarke Zara steuerte mit ihren gut laufenden Geschäften dabei auch weiter den Löwenanteil zum Umsatz bei. Insgesamt entwickelte sich der Absatz bei Inditex sowohl im weltweiten Filialgeschäft als auch im Onlinehandel in allen Regionen durchweg positiv. Und auch die Expansion im Internethandel geht bei dem größten H&M-Konkurrenten voran. Dabei will der Vorstand den Anschluss von immer mehr Ländern an das stetig wachsende Onlinevertriebsnetz sogar noch beschleunigen. Dank strengem Kostenmanagement verdiente das Modeunternehmen, das auf dem deutschen Markt neben Zara auch mit der Marke Pull&Bear vertreten ist, mit 1,5 Mrd. Euro unter dem Strich gut 10% mehr als ein Jahr zuvor. Inditex zufolge ist bereits auch die neue Herbst/Winter-Saison überraschend gut angelaufen. So stiegen die Umsätze zwischen dem 1.August und dem 8.September um 8%. Folglich bekräftigte das Management den zuversichtlichen Umsatzausblick für 2019, der einen Anstieg von 4 bis 6% verspricht.

Als Pioniere der Modebranche konnten die Spaniern aber auch schon in der Vergangenheit über solide Wachstumsraten berichten. Seit 2009 haben sich die Erlöse jedenfalls bis heute um über 150% erhöht. Auch der vor Jahren einsetzende Online-Boom hat Inditex nichts anhaben können. Das Textilunternehmen hat sich an dieses geänderte Kaufverhalten klugerweise schnell angepasst und die Online-Geschäfte zukunftsträchtig ausgebaut. Und da die von Designern “abkupferten“ Modeartikel zu einem günstigen Preis zeitnah und ohne Vertrieb in den Tochterläden verkauft werden, sind die Margen auch dementsprechend ordentlich. Zuletzt lag die Gewinnmarge bei beachtlichen 13%.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Kaum verändert zum Vortag bei derzeit 247,90 Euro zeigt sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von L’Oreal. Die Geschäftsentwicklung des französischen Kosmetikherstellers ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Dabei kletterten die Umsätze auch in Anbetracht der beeindruckenden Innovationsfähigkeit des Unternehmens von 21,5 Mrd. im Jahr 2014 auf zuletzt rund 27 Mrd. Euro. Zwar schwächelte das Wachstum zuletzt in den eher gesättigten Märkten wie Nordamerika und Europa, dafür zogen die Verkäufe im asiatisch/pazifischen Raum weiter deutlich an. Allein im 2.Quartal konnte L’Oreal für sein Makeup- und Beauty-Sortiment hier ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von stattlichen 30% vermelden. Mittlerweile machen die Erlöse dieser Region sogar gut 31% der Gesamtumsätze aus. Schon in den letzten Jahren konnte das Unternehmen in Asien vor allem dank steigender Kaufkraft und der hohen Nachfrage nach Schönheits- und Pflegeprodukten in China durchschnittliche Wachstumsraten von 20% erzielen. Das starke Interesse der asiatischen Kunden war dabei zuletzt auch über alle Produktlinien verteilt.

L’Oreal indes verkauft seine Artikel hauptsächlich über seine vier Unternehmenssparten, die in die Bereiche Professional, Consumer, Luxe und Active Cosmetics unterteilt werden. Mit seinem weitreichenden Produktportfolio, zu dem Marken wie Maybelline, The Body Shop und Lancôme gehören, beweist das Unternehmen zudem auch seine relative Unabhängigkeit von dem sich gegenwärtig abschwächenden Wirtschaftsumfeld. Allerdings ist die anhaltend robuste Geschäftsentwicklung bei der Aktie mit einem 2020er KGV von über 30 schon weitgehend eingepreist.

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