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Von TraderFox
06. Dezember 2019

Vor dem mit Spannung erwarteten offiziellen US-Arbeitsmarktbericht ist der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Freitag nach dem jüngsten Monatshoch ins Minus gerutscht. Der Index gibt dabei am Nachmittag rund 0,8% auf 108,30 Punkte nach. Hermès verbucht dank des chinesischen Luxusmarktes weiterhin beachtliche Umsatzzuwächse und kommt dabei auf eine Marge von 22%. Neues Führungsduo von SAP will mit starkem Cloud-Wachstum für die kommenden 3 Jahre höhere Umsatz- und Profitabilitätsziele umsetzen.

In dem heutigen Börsenumfeld präsentiert sich die Aktie von Hermès International im Qualitäts-Index erneut robust und klettert nach dem kürzlich markierten Rekordhoch leicht auf aktuell 662,00 Euro. Ein wesentlicher Grund für die zuletzt starken Zuwächse ist das atemberaubende Wachstum der französischen Unternehmensgruppe, die sich vor allem auf die Produktion von hochwertigen Modeartikeln für den internationalen Luxusmarkt spezialisiert hat. Der wichtigste Hauptumsatzbringer bei Hermès ist dabei in erster Linie das weltweite Geschäftsfeld rund um Lederwaren. Die handgefertigten Artikel wie Taschen, Terminplaner, Reisegepäck und Gürtel sind hierbei einträgliche und zugleich auch weltweit gefragte Marken. Und die stärksten Wachstumsimpulse kommen dabei auch weiterhin aus dem asiatischen Raum. Dank der anhaltend hohen Nachfrage nach Luxusartikeln in China konnte das Unternehmen auch die Auswirkungen der anhaltenden Proteste in Hongkong mehr als wettzumachen. Insgesamt zogen die Erlöse von Hermès im 3.Quartal um überragende 18% auf 1,73 Mrd. Euro an. Wobei die chinesischen Umsatzzahlen um imposante 25% zulegten und in Amerika um ebenso beachtliche 15%.

Die Produkte des Luxusgüterherstellers werden aber nur in rund 300 exklusiven Geschäften, davon in 200 eigenen Boutiquen sowie online über eigene Internetshops verkauft. Dies hat den Vorteil der Exklusivität, so dass Hermès mehr Geld für seinen Markennamen verlangen kann und zudem auch die Margen tendenziell entsprechend höher sind. Zuletzt lag die Gewinnmarge jedenfalls bei 22%. Das französische Unternehmen, das insbesondere für seine legendären Ledertaschen Birkin und Kelly bekannt ist, kommt auch auf eine außerordentliche Eigenkapitalrendite von 26%. An der Börse ist die Aktie indes mit ihrer KGV-Bewertung von 38 jedoch nicht gerade günstig. Der Premiumaufschlag ist aber für ein Qualitätsunternehmen mit einem derart profitablen und konjunkturabhängigen Luxusgeschäft, wie es bei Hermès der Fall ist, durchaus gerechtfertigt.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Leicht im Plus bei 121,60 Euro befindet sich im Qualitäts-Index heute auch die Aktie von SAP. Derzeit notiert sie damit ebenfalls nur knapp unter ihrem Jahreshoch. Europas größtes Softwareunternehmen hatte erst kürzlich auf dem Kapitalmarkttag seine zukünftigen Umsatz- und Margenziele konkretisiert. Die neue Doppelspitze im Management steht damit vor durchaus großen Herausforderungen. Die vergangenen Umsatz- und Profitabilitätsziele wurden noch vom alten Vorstand Bill McDermott unter dem Namen “Ambition 2023“ vorgegeben, die für SAP gerade was die Fokussierung auf das Cloud-Geschäft inklusive Übernahmen und Margenvernachlässigung, richtungsweisend war. Dabei haben sich die Erlöse des Softwareanbieters in den vergangenen 5 Jahren trotz hoher Investitionen in die Cloud-Sparte von 17,5 Mrd. auf eine Größe von zuletzt 24,9 Mrd. Euro erhöht. Mittlerweile haben sich diese Investitionsentscheidungen, auch wenn sie nicht von allen Anlegern unterstützt wurden, als absolut richtig erwiesen. Immerhin erwartet die neue Konzernführung bis 2023 einen Umsatzanstieg auf 35 Mrd. Euro. Der Cloud-Umsatz soll sich bei SAP dabei sogar nahezu verdreifachen. Auch wird mit einer verbesserten operativen Marge (EBIT) von derzeit 29 auf gut 34% gerechnet.



Ein Großteil dieser enormen Profitabilitätssteigerung soll ebenfalls durch die inzwischen umfassenden Cloud-Angebote erzielt werden. Und um die angepeilten Ziele schließlich erreichen zu können, setzt das Unternehmen im Wesentlichen auf Produktinnovation und -integration. Letztlich dürfte das Management bei der größtenteils organischen Strategie auch zusätzliche Ressourcen im Vertrieb sowie bei der Produktentwicklung einplanen. SAP selbst gelingt es jedenfalls schon seit etlichen Jahren den vom Vorstand vorgegebenen Wachstumskurs beizubehalten und sich dabei sogar zügig an neue Technologietrends anzupassen. Und auch mit den neu anvisierten Zielen dürfte sich in Zukunft das Unternehmen von allen Wettbewerbern absetzen.

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