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Von TraderFox
22. Februar 2021

Steigende Zinsen am Anleihemarkt und die vorerst andauernden Corona-Beschränkungen bereiten Anlegern am Montag zum Wochenstart vermehrt Sorgen. Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index gibt folglich am Nachmittag um 0,8% auf 129,10 Punkte nach. Luxusgruppe Hermès vermeldet für das 4.Quartal eine unerwartet starke Geschäftserholung, und erwartet für 2021 leicht steigende Verkaufspreise. Verwaltetes Vermögen bei Finanzinvestor Partners Group erreicht mit 109 Mrd. USD (+11%) in 2020 einen neuen Höchstwert.

Einen durchaus beeindruckenden Kursanstieg verbunden mit einem Allzeithoch konnte am Freitag im Qualitäts-Index die Aktie von Hermès International hinlegen. Am Montag gibt sie allerdings wieder leicht auf 945,50 Euro nach. Beflügelt wurde der französische Luxusmodehersteller dabei von der im 4.Quartal dynamischen Geschäftserholung von allem auf dem asiatischen Markt. Aufgrund der vielen weltweiten Shop-Schließungen im Zuge zahlreicher Corona-Lockdowns lag die Umsatzentwicklung in 2020 zwar wie erwartet mit 6,38 Mrd. Euro gut 6% unter dem Vorjahreswert. Wie das Unternehmen aber am Freitag berichtete, zogen die Erlöse der asiatischen Sparte angesichts der weltweit wieder eröffneten exklusiven Boutiquen und einer stark anziehenden Nachfrage vor allem in China nach den von Hermès handgefertigten klassischen Modeartikeln wie Lederwaren, Schals, Krawatten, Uhren und Schmuck um 43% auf 920 Mio. Euro an. Dies waren Nachrichten, die bei Investoren letztlich für Begeisterung sorgten. In Amerika und Europa gingen die Umsätze im letzten Jahr dagegen um über 20% zurück. Dabei waren die Einbußen der Luxusgruppe, die hauptsächlich für ihre beliebten Handtaschen Birkin und Kelly berühmt ist, vor allem bei Geschäften rund um Seide und Textilien (-24%) sowie bei eigenproduzierten Parfüms (-19%) am spürbarsten.

Hermès hatte sein exklusives Luxussortiment im vergangenen Jahr verstärkt auch über das Internet vertrieben, und dabei von boomenden Online-Verkäufen insbesondere in der asiatisch//pazifischen Region profitiert. Was Anleger am Freitag ebenfalls erfreute, war die trotz Gewinnrückgang unveränderte Dividende von 4,55 Euro und sogar die Aussicht für 2021 auf leicht steigende Verkaufspreise (+1). In Anbetracht des weiterhin außergewöhnlichen Portfolios bleibt Hermès letztlich auch unverändert renditestark. Mit der in der Pandemie erzielten Gewinnmarge von 21% und der überragenden Eigenkapitalrendite von 19% sollten die Franzosen jede virusbedingte geschäftliche Schwächephase durchhalten können. Die Aktie ist aber mittlerweile alles andere als billig, und notiert mit einem deutlichen Premiumaufschlag.



Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Im heute wieder leicht nachgebenden Marktumfeld verbucht auch die Aktie von Partners Group im Qualitäts-Index leichte Abgaben und notiert nach dem jüngsten Rekordhoch derzeit bei 1005,50 Euro. Immerhin gehört der Vermögensverwalter gemessen am gegenwärtigen Börsenwert inzwischen zu den 20 größten Unternehmen der Schweiz. Zumal der Finanzinvestor, der für seine Kunden weltweit vor allem in private Firmen investiert, diese auf Renditekurs bringt und dann wieder verkauft, das vergangene und von Corona-beeinflusste Finanzmarktjahr 2020 doch recht robust überstanden hat. Allein in den zurückliegenden 12 Monaten bis Ende Dezember erhielt Partners Group neue Kapitalzusagen in der Höhe von 16,0 Mrd. USD, gegenüber 16,5 Mrd. USD ein Jahr zuvor. Das gesamte verwaltete Vermögen des Unternehmens stieg damit bis Jahresende auf 109 Mrd. USD. 2019 waren es nur 94,1 Mrd. gewesen, was einem soliden Wachstum von 11% entspricht. Aufgrund der durch die Pandemie ausgelösten Marktverwerfungen verlangsamten sich jedoch die Investitionsaktivitäten im letzten Jahr. Wobei Partners Group für seine internationale Kundschaft, zu der vor allem Pensionskassen gehören, über alle Anlageklassen der Privatmärkte hinweg insgesamt 8,6 Mrd. USD investierte, nach 14,8 Mrd. USD ein Jahr zuvor. Die Mehrheit der Investitionen tätigte das Management dabei im 1. sowie im 4.Quartal.

Mit Blick auf 2021 geht das Unternehmen neben Kapitalzusagen von 16 bis 20 Mrd. USD zudem auch wieder von einer robusten Investitionspipeline aus. Wir sind hinsichtlich unseres mittel- bis langfristigen Wachstumsausblicks zuversichtlich, da unsere Investoren ihre Allokationen hin zu Privatmärkten weiter ausbauen, betonte jüngst der Vorstand. Unsere maßgeschneiderten Lösungen und ausgezeichneter Service bleiben dabei ein Unterscheidungsmerkmal, so der Manager. Für Partners Group ist das Anlagegeschäft dabei auch weiterhin ein durchaus profitables Unterfangen, dies zeigt die seit Jahren anhaltend hohe Nettomarge, zuletzt lag sie bei überragenden 60%. Dazu erzielten die Schweizer auch noch eine beachtliche Eigenkapitalrendite von fast 40%.

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