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Von TraderFox
15. November 2019

Die laufende Berichtssaison und wiederholt positive Signale im andauernden Handelskonflikt können am Freitag den TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index erneut beflügeln. Am Nachmittag liegt der Index somit leicht im Plus bei 108,20 Punkten. Henkel bestätigt die Umsatzprognose für 2019 und vermeldet für Q3 im Waschmittelgeschäft nur aus den Schwellenländern deutliche Zuwächse. Mobilfunk- und Breitbandanbieter Elisa wächst seit Jahren beständig und will mit 5G-Technologie demnächst richtig durchstarten.

Nach den Zugewinnen vom Vortag kann am Freitag im Qualitäts-Index die Aktie von Henkel erneut leicht auf 87,70 Euro zulegen. Der Konsumgüter-Hersteller hat weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen. Vor allem leidet die konjunktursensible Klebstoffsparte weiter unter der derzeitigen Schwäche der Automobilindustrie. Und auch das Haut- und Haarpflegegeschäft des Unternehmens kommt angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks insbesondere in Westeuropa nur gebremst voran. Dennoch stieg der Umsatz im 3.Quatal leicht um 0,8% auf rund 5,1 Mrd. Euro, wie Henkel gestern bekannt gab. Im Wesentlichen profitierte der Düsseldorfer Produzent von Marken wie Schwarzkopf, Schauma und taft dabei von positiven Währungseffekten und Zukäufen. Im wichtigen Klebstoffgeschäft konnten die gestiegenen Absatzzahlen mit Konsumenten, Handwerk und Bau die gegenwärtige Schwäche im Automobilsektor jedenfalls nicht ausgleichen, woraufhin der Umsatz des Segments um 2,4% zurückging. Nur die Wasch- und Reinigungsmittelsparte konnte mit Zuwächsen aufwarten. Vor allem in den Schwellenländern legte Henkel hier zu, in Nordamerika blieb das Waschmittelgeschäft dagegen weiter unter Druck. Dementsprechend verschlechterte sich im Quartal auch die gruppenweite Umsatzrendite um 1,7% auf 16,7%. Der Vorstand kündigte folglich auch höhere Restrukturierungskosten an. So sollen die Aufwendungen in diesem Jahr rund 250 bis 300 Mio. Euro betragen, ursprünglich hatte das Unternehmen mit 200 bis 250 Mio. kalkuliert.

Zudem wurde die bisherige Prognose für 2019 vom Management bestätigt, die ein Wachstum von bis 2% vorsieht. Und die jüngsten Umsatzziele scheinen nicht unerreichbar. Schließlich ist es Henkel schon in der Vergangenheit regelmäßig gelungen, seine operativen Vorgaben zu erfüllen. Allein während der vergangenen 5 Jahre ist das Konzerngeschäft auch unterstützt von Akquisitionen im Schnitt um 4% gewachsen. Das Gewinnwachstum war sogar noch dynamischer und lag bei immerhin 10%. Das insgesamt robuste Geschäftsmodell ermöglicht es dem Unternehmen auch eine anhaltend prächtige Marge einzufahren. Aktuell liegt die Nettomarge von Henkel jedenfalls bei 12%.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Ebenfalls leichte Kursgewinne von 0,3% auf 48,70 Euro kann heute im Qualitäts-Index die Elisa-Aktie verbuchen, damit gehört sie mit zu den Tagesfavoriten. Der finnische Mobilfunk- und Breitbandanbieter, der neben Finnland hauptsächlich in Schweden und Dänemark sowie im Baltikum und in Russland operiert, ist ein beachtliches Wachstumsunternehmen. Dabei entwickelt und vertreibt die Firma modernste Technologien und Servicedienstleistungen rund um den Bereich IT-Infrastruktur- und Funknetzwerke. Mit diesem spezifischen Geschäftsmodell gelang es Elisa in den letzten 5 Jahren den Umsatz kontinuierlich von 1,53 Mrd. auf zuletzt 1,83 Mrd. Euro zu steigern. Der Gewinn legte dabei um beeindruckende 41% zu. Und im Gegensatz zu vielen europäischen Telekommunikations-Unternehmen sind die Finnen dazu auch noch sehr profitabel. Aktuell erzielt das Management mit den angebotenen Breitbandinternet-Verbindungen, die Kunden unter anderem für Kabel-TV-Dienste oder auch Voice-over-IP-Telefonie nutzen und den Mobilfunkverträgen jedenfalls eine starke Nettomarge von 17%. Auch überzeugt Elisa`s Eigenkapitalrendite von zuletzt 28%. Dabei erwartet der Vorstand vor allem durch den neuen 5G-Mobilfunkstandard frische Wachstumsimpulse. Die neue Technologie wird dem Unternehmen zufolge bereits von tausenden Privat- und Geschäftskunden gerade in Helsinki getestet und genutzt. Allein im 3ten Quartal legten die Erlöse der Mobilfunksparte um fast 3% zu. Verteilt über alle skandinavischen Länder konnte Elisa dabei zugleich über 38.300 Vertragsneukunden in der Sparte begrüßen.

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