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Von TraderFox
12. Juli 2019

Ungeachtet der guten Stimmung an den US-Märken fehlen dem TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Freitag neue Impulse. Somit liegt der Index am Nachmittag so gut wie unverändert bei 102,00 Punkten. Aromahersteller Givaudan verfügt dank cleverer Zukäufe über erhebliches Wachstumspotenzial. Pariser Flugmesse beschert MTU Aero Engines Aufträge für über 1,3 Mrd. USD.

In dem leicht positiven Marktumfeld ist heute im Qualitäts-Index die Givaudan-Aktie einer der Tagesfavoriten. Dabei steigt sie um 0,6% auf 2.477,50 Euro und befindet sich damit nur knapp unter ihrem zuletzt erreichten Jahreshoch. Das Schweizer Geschmacks- und Duftstoffhersteller ist mit einem globalen Marktanteil von rund 25 % eines der führenden Unternehmen der Branche. Im vergangenen Jahr lagen die Erlöse bei 5,5 Mrd. CHF (4,8 Mrd. Euro) und damit gut 10% über den Vorjahreswert. Das Wachstum bei Givaudan war aber schon in den letzten 5 Jahren mit im Schnitt 5% durchweg beständig. Dabei setzt das Management neben der organischen Expansion auch auf kleinere und überschaubare Zukäufe. So wurde erst im Mai die Übernahme des französischen Unternehmens Albert Vieille, das auf ätherische Öle sowie reine und natürliche Aromarohstoffe spezialisiert ist, abgeschlossen. Givaudan selbst begann erst ab 2014 nach einer langen Pause sein Wachstum mit strategischen Unternehmensaufkäufen wieder zu forcieren. Zunächst mit dem Kauf des französischen Unternehmens Soliance. Durch diesen Schritt konnten die Schweizer ihre Position im Bereich Kosmetik-Ingredienzien deutlich stärken. Ende April veröffentlichte die Gruppe darüber hinaus ein Abkommen zur Übernahme der Geschäftstätigkeit des deutschen Kosmetik-Herstellers AMSilk.

2019 dürfte damit für Givaudan ein weiteres überaus erfolgreiches Geschäftsjahr werden. Der Vorstand peilt jedenfalls ein Umsatzplus von 4 bis 5% an und einen freien Cashflow von 12 bis 17%. Zwar ist die Aktie derzeit mit einem KGV von 30 nicht mehr ganz so attraktiv, wie noch vor einem halben Jahr. Dafür ist das Unternehmen mit deiner Gewinnmarge von 12% umso profitabler und bietet eine Dividende, die derzeit 2,3% abwirft. Givaudan erfüllt damit letztlich wichtige Vorrausetzungen für eine Notierung im Qualitätsindex.



Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Leichte Zugewinne auf aktuell 215,75 Euro zeigt heute im Qualitäts-Index auch die Aktie vom MTU Aero Engines. Der Münchner Triebwerkshersteller konnte zuletzt auf der Pariser Luftfahrtmesse Aufträge im Umfang von über 1,3 Mrd. USD (1,2 Mrd. Euro) nach Listenpreis vermelden. Dem Unternehmen zufolge ging es dabei in erster Linie um Getriebefan-Triebwerke für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge. Die jüngsten Aufträge ergäben sich vorwiegend aus Bestellungen für Airbus-Flugzeuge, hieß es weiter. Schon zum Ende des Auftaktquartals (31.3.) hatte MTU mit fast 18,5 Mrd. Euro einen Auftragsbestand auf Rekordniveau verkünden können. Immerhin lag er 3 Monate vorher am Jahresende noch bei 17,57 Mrd. Euro. Auch hatte der Vorstand für 2019 jüngst weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum sowie Margenverbesserungen erneut in Aussicht gestellt. Nach dem starken Geschäftsverlauf des letzten Jahres mit Erlösen von 4,5 Mrd. Euro und einem Konzerngewinn von 445 Mio. Euro, der rund 18% über dem Vorjahr lag, wurden jedenfalls rund 147 Mio. Euro an die Aktionäre als Dividende ausgeschüttet. Für MTU bleibt derweil der Markt für zivile Passagier- und Transportflugzeuge ein nachhaltiger Wachstumsmarkt, da der Bedarf an immer effizienteren Triebwerken weltweit kontinuierlich ansteigt. Und aufgrund des herausragenden Know-hows und der Marktstruktur dürften die Münchner hiervon auch weiterhin ordentlich profitieren. Verbesserungsbedarf sehen Analysten lediglich bei der Profitabilität, wobei die Nettomarge zuletzt bei 10% lag. Aktuell notiert die Aktie von MTU ungeachtet jüngster Rekordhochs mit einem 2020er KGV von 19.

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