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Von TraderFox
09. November 2020

Positive Zwischenergebnisse für einen maßgeblichen Corona-Impfstoff treiben am Montag den TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index kräftig ins Plus. Am Nachmittag legt der Index letztlich um 1,1% zu und notiert bei 124,50 Punkten. Partnerschaft mit AbbVie und entsprechenden Millionenzahlungen hieven Biotechfirma Genmab in neue Umsatzregionen. Ems-Chemie vermeldet in Q3 mit seinem Kunststoffportfolio die Erholung auf Vorjahresniveau im chinesischen Markt.

Kräftige Zuwächse verbunden mit einem neuen Allzeithoch konnte letzte Woche im Qualitäts-Index die Aktie von Genmab hinlegen. Am heutigen Montag gibt sie aber wieder deutlicher nach und steht aktuell bei 320,00 Euro. Dabei steht das dänische Biotech-Unternehmen, das sich hauptsächlich auf Forschung und Entwicklung humaner Antikörper für die Behandlung von lebensbedrohlichen Krankheiten spezialisiert hat, heute so gut wie nie da. Vor allem gelang es den Wissenschaftlern den bis heute wichtigsten Wirkstoff für das Unternehmen, den Antikörper “Ofatumumab“ zur Marktreife zu bringen. Genmab setzte schon früh nicht nur beim Vertrieb, sondern bei der Wirkstoff-Weiterentwicklung auch auf wichtige Kooperationen. So startete beispielsweise die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Pharmahersteller Roche bereits 2001. Vermarktet werden die Ofatumumab-Produkte inzwischen auch zusammen mit den Branchengrößen wie Abbvie, Amgen und Novartis. Mit dem US-Pharmaunternehmen Abbvie wollen die Dänen außerdem vier eigene und bislang noch nicht als Krebsmittel zugelassene Wirkstoffe mit zuvor noch nicht getesteten Technologien der Amerikaner weiterentwickeln. Und das Ergebnis der langfristig ausgelegten Partnerschaften kann sich durchaus sehen lassen. Immerhin konnte Genmab durch seine produzierten Antikörper mit zuletzt 3.1 Mrd. DKK (414 Mio. Euro) viermal so viel Umsatz erzielen wie noch vor 5 Jahren. Das Ergebnis pro Aktie hat sich dabei verdreifacht und auch der Aktienkurs stieg folgerichtig um fast 300%.

Der positive Geschäftsverlauf hatte sich jüngst sogar noch beschleunigt. In den zurückliegenden 9 Monaten zogen die Erlöse jedenfalls um berauschende 235% auch dank erster Meilensteinzahlung von Abbvie an. Und mittlerweile werden Genmab-Entwicklungen sogar im Kampf gegen Multiple Sklerose eingesetzt. Das Unternehmen ist mit seiner sogenannten transgenen Maustechnologie aber nicht nur weltweit äußerst erfolgreich, sondern auch noch sehr profitabel. Zuletzt lag die Gewinnmarge jedenfalls bei überragenden 48% und auch die hohe Eigenkapitalquote von 95% zeugt von einem durchweg renditestarken Therapiegeschäft.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Leicht im Minus bei 761,00 Euro und damit nur knapp unter ihrem Jahreshoch befindet sich heute im Qualitäts-Index auch die Aktie der Ems-Chemie Holding. Die Schweizer Unternehmensgruppe ist in erster Linie auf die Herstellung von polymeren Werkstoffen ausgerichtet. Diese hochwertigen Kunststoffe, die mit Hilfe chemischer Prozesse gewonnen werden, können in Form von Granulaten, Pulver oder Fasern vielseitig, beispielsweise in der Autoindustrie oder auch der Kleidungs- und Pharmabranche, eingesetzt werden. Bislang konnte sich das Unternehmen auch gut durch die aktuelle Virus-Krise navigieren. Zwar spürt die Ems-Gruppe weiterhin die Auswirkungen und die schleppende Konjunktur. Der Umsatz nach 9 Monaten lag dabei auch deutlich unter dem Vorjahresniveau. Allerdings hat sich der Abwärtstrend diesbezüglich im 3.Quartal verlangsamt. Bei einem Quartalsumsatz von 451 Mio. CHF ergab sich ein Minus von 8,7%, von Januar bis Juni hatte das Umsatzminus aber noch bei knapp 22% gelegen. Die im ersten Halbjahr 2020 gesunkene Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern mit Schließungen der weltweiten Autowerke habe sich erholt, so Ems-Chemie. Während in China die Inlandnachfrage überwiegend sogar schon das Vorkrisenniveau erreicht habe, hätten die übrigen Länder noch nicht wieder daran anknüpfen können.

Alle Autohersteller, der Kunststoffhersteller erzielt rund 60% des Umsatzes in diesem Sektor, hätten zwar ihre Werke weltweit wieder in Betrieb genommen, die Produktionszahlen lägen jedoch weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres. Die Aktie wird nach der jüngsten Erholung aber inzwischen mit dem 32-Fachen des für dieses Jahr geschätzten Gewinns je Aktie ganz ordentlich bewertet. Doch das Unternehmen ist eben eine Perle der Schweizer Industrie, und Perlen sind durchaus kostbar. Die Klasse von Ems-Chemie zeigt sich unter anderem im beständigen Schaffen von Werten, in hohen und krisenfesten Margen, die letztlich einen stabilen freien Cashflow gewährleisten. Dazu verfügt das Unternehmen über eine schuldenfreie ¬Bilanz, die Ende 2019 zu 11% aus liquiden Mitteln bestand, und eine Eigenkapitalquote von 75% auswies.

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