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Von TraderFox
22. Januar 2020

Ungeachtet des starken Anstiegs der ZEW-Konjunkturerwartungen und fehlender Impulse von der Wall Street gibt der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Dienstag leicht nach. Am Nachmittag liegt der Index letztlich mit 0,6% hinten und notiert bei 111,45 Punkten. Genmab ist dank wichtiger Kooperationsverträge und zahlreicher Therapieprodukte äußerst profitabel. Schweizer Bank UBS verkauft ihre Fonds-Abwicklungssparte an die Deutsche Börse-Tochter Clearstream für 362 Mio. Euro.

Mit leichten Abgaben von 0,4% auf 201,75 Euro präsentiert sich am Dienstag im Qualitäts-Index die Aktie von Genmab. Das dänische Biotechnologieunternehmen ist auf die Forschung und Entwicklung humaner Antikörper für die Behandlung von lebensbedrohlichen Krankheiten spezialisiert. Bis heute wurden bereits zahlreiche Therapieprodukte, unter anderem gegen Krebs, rheumatoider Arthritis oder auch Schuppenflechte, auf den Markt gebracht. Und bei der Entwicklung bedient sich Genmab der sogenannten transgenen Maustechnologie (HuMAb-Mouse®), um damit vollständig humane Antikörper zu erzeugen. Das Unternehmen selbst wurde 1999 in Kopenhagen gegründet und ging im Jahr 2000 an die Börse. Das damalige IPO brachte letztlich rund 209 Mio. Euro an Wachstumskapital, und mittlerweile bestehen sogar Kooperationsverträge mit großen Pharmakonzernen wie Hoffmann-La Roche, GlaxoSmithKline und Novartis. Und diese verhalfen Genmab auch den Umsatz von 850 Mio. auf zuletzt 3.1 Mrd. DKK (414 Mio. Euro) in den letzten 5 Jahren fast zu vervierfachen. Die Geschäfte mit produzierten Antikörpern haben sich jüngst sogar noch beschleunigt. Allein im letzten Quartal zogen die Erlöse jedenfalls um 73% an, während die Zuwächse beim Gewinn mit 199% fast schon berauschend waren. Die Dänen sind zudem auch sehr profitabel, und könnten damit für den einen oder anderen Pharmahersteller durchaus zum Übernahmekandidat werden. Zuletzt lag Genmabs Gewinnmarge bei überragenden 48% und auch hohe Eigenkapitalquote von 95% dürfte so manche Investoren zusätzlich überzeugen.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Kaum verändert bei aktuell 146,90 Euro zeigt sich heute im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Börse. Das Management des Börsenplatzbetreibers ist bei der Suche nach passenden Übernahmezielen erneut fündig geworden. Die auf die Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren spezialisierte Deutsche-Börse-Tochter Clearstream will für den Kauf von rund 51% der Schweizer UBS-Fondsvertriebsplattform Fondcenter knapp 389 Mio. CHF (362 Mio. Euro) auf den Tisch legen. Dies teilte das Unternehmen heute seinen Aktionären mit. Nach Abschluss der gesamten Transaktion, welcher für die zweite Jahreshälfte geplant ist, soll die UBS-Sparte mit dem Clearstream Fund Desk zusammengelegt werden. Mit dem Schritt der Deutschen Börse würde eine Fondsvertriebsplattform für Geschäftskunden mit einem verwalteten Vermögen von etwas mehr als 230 Mrd. USD (207 Mrd. Euro) entstehen. Die Clearstream-Tochter der Frankfurter plant diesbezüglich auch mit der UBS eine langfristige Kooperation einzugehen. Die Übernahme sei ein weiterer strategischer Schritt zur Erreichung der vom Vorstand verordneten Ziele, hieß es dazu.

Der Manager an der Spitze der Deutschen Börse will den Börsendienstleister unter anderem mit Übernahmen unabhängiger vom eigentlichen Kerngeschäft mit Aktien- und Derivaten machen. Dabei war das Unternehmen schon im vergangenen Jahr bei der Devisenhandelsplattform FXAll des Finanzdatenanbieters Refinitiv nicht zum Zuge gekommen. Diese hätte der Vorstand gerne ganz oder in Teilen gekauft, hatte dann aber das Nachsehen, da sich die Londoner Börse (LSE) Refinitiv als Ganzes für insgesamt 27 Mrd. USD einverleibte.

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