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Von Christina Rothfuß
21. November 2023

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index zeigt sich vor dem heutigen Fed-Protokoll am Dienstag leicht im Minus bei 120,90 Punkten. Software-Entwickler Evolution wächst im 9-Monatszeitraum dank anhaltendem Live- und Online-Casinospiele-Boom um 26,0 % und bleibt operativ dabei hochprofitabel. Schindler führt in Deutschland für Rolltreppen erstmals die digitale Anbindung “Schindler Ahead Core“ für seine Kunden ein, damit diese das “intelligente Remote Monitoring“ nutzen können.

Eine solide Kurserholung legte im Qualitäts-Index in den letzten Tagen die Aktie von Evolution Gaming hin. Am Dienstag notiert sie aber wieder leicht im Minus bei 93,85 Euro. Der jüngste Anstieg kommt auch nicht überraschend, schließlich konnte der schwedische Casino-Softwarespezialist für die abgelaufenen 9 Monate mit einem Wachstum von 26,0 % teilweise erneut Rekordzahlen vorlegen. Die Nachfrage nach den digitalen Lösungen und entsprechenden Dienstleistungen rund um Live- und Online-Casinospiele ist jedenfalls ungebrochen hoch. Evolution gilt dabei als führender B2B-Anbieter für Live-Casinospiele mit der Konzentration auf Europa, Asien, Südamerika und die USA. Dem Unternehmen kommen dabei die weltweit abnehmenden regulatorischer Hürden für Online-Casinobetreiber sowie die boomenden Internet-Casino-Nutzerzahlen zugute. Die starke Umsatzentwicklung der ersten 3 Quartale im Bereich Live-Casino war auch erneut auf die gestiegenen Provisionseinnahmen sowohl von Neu- als auch von Bestandskunden zurückzuführen. Für Evolution entscheiden sich die Kunden aus der Gaming-Branche auch deshalb, weil der Software-Entwickler für innovative Produkte, zuverlässige Kundendienstleistungen sowie für die Fokussierung auf die für Online-Casinospieler so wichtige Gaming-“Live“-Erfahrung steht. Inzwischen werden von den Schweden auch weltweit über 500 Gaming-orientierte Firmen betreut, zu denen auch die US-Casinobetreiber MGM, Caesars Entertainment und Wynn gehören. Evolution hat sich auch schon länger zum Ziel gesetzt, schneller zu wachsen als der gesamte globale Online-Casinomarkt.

Das Wachstum in diesem Bereich wird aber von einigen Faktoren beeinflusst. Hierzu sind neben dem technologischen Fortschritt, wie der verbesserten Hardware und höheren Internet-Bandbreiten auch marktregulatorische Vorgaben zu sehen. Bei Evolution ist die verstärkte Nutzung von Mobilgeräten jedenfalls seit vielen Jahren schon ein bedeutender Wachstumstreiber. Allein im 3. Quartal haben die Gaming-Plattform-Kunden des Unternehmens bereits 68,0 % ihrer Erlöse durch mobile Geräte generiert. Und für 2023 hat Evolution sogar gut 100 neue Spielprodukte angekündigt, nach bereits 88 im Vorjahr. Zudem sollte in diesem Jahr das Geschäft rund um “Live-Streaming“ Casinospiel-Studios in den USA, Südamerika und Spanien weiter ausgebaut werden. Das derzeit weiterhin stark nachgefragte Casino-Marktumfeld verfügt also über beachtliches Expansionspotenzial inklusive hoher Margen. Mit der im Jahr 2022 gekauften Software-Tochter No Limit City ist Evolution sogar zum weltweit größten Online-basierten Slot-Gaming-Anbieter aufgestiegen. Nach 9 Monaten lag die operative Marge jedenfalls bei rekordverdächtigen 63,0 %, was einmal mehr die enorme Profitabilität des B2B-Geschäfts aufzeigt.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Ein Top-Performer war im Zuge der jüngsten Markterholung in den vergangenen Wochen im Qualitäts-Index auch die Aktie der Schindler Holding. Am Dienstag liegt der Kurs auch wieder mit 0,3 % im Plus bei 200,20 Euro. Allerdings waren die vergangenen Monate für den Liftanlagen- und Rolltreppenbauer alles andere als einfach. Vor allem die Abkühlung im Immobilien- und Bausektor infolge höherer Zinsen sorgte bei Schindler bis zuletzt für schlechtere Geschäfte, inzwischen hat sich die Situation aber etwas verbessert. Dennoch investiert das Unternehmen weiter in Innovationen und umweltfreundliche Zutritts- und Beförderungssysteme. So hatten die Schweizer zuletzt auch in Deutschland ihre Rolltreppen smarter gemacht, und die bereits in anderen Ländern einführte digitale Anbindung “Schindler Ahead Core“ eingeführt, mit der die Funktion der Fahrtreppen rund um die Uhr digital überwacht werden kann. Laut Schindler wird damit ihre Verfügbarkeit gesteigert sowie die Betreiber vom Aufwand für die Identifikation und Kommunikation von Störungen entlastet. Seit dem Sommer können die Kunden von Schindler Deutschland das “intelligente Remote Monitoring“, dass sie bereits für Aufzüge kennen, hersteller-übergreifend nun auch für ihre Rolltreppen nutzen. Die Lösung wurde von Schindler bereits in mehreren Ländern etabliert, darunter USA und China, und mit umfassenden Daten trainiert.



Dabei sammelt, analysiert und übermittelt die Schindler Ahead Core-Anwendung anlagenrelevante Daten 24/7 in Echtzeit, und erkennt selbstständig Abweichungen vom Normalbetrieb. Sollte also eine Fahrtreppe stehenbleiben, dann wird eine automatische Entstörungskette in Gang gesetzt, auf die die Experten von Schindler umgehend reagieren können. Für Kunden wie Immobilienverwalter oder auch Shopping-Mall-Betreiber bedeutet dies letztlich eine schnellere Abarbeitung und weniger Aufwand. Außerdem behalten sie jederzeit den Überblick über ihre Anlagen, da die von Schindler entwickelte Informations- und Kommunikationsplattform, volle Transparenz über den Zustand, Störungen und durchgeführte Maßnahmen gewährt. Rolltreppen-Betreiber können die smarte Anbindung “Ahead Core“ für alle Anlagen, die von Schindler schon früher einbaut wurden, nachrüsten. Und selbst für ältere Aufzugsanlagen und Fahrtreppen anderer Hersteller gibt es eine technische Möglichkeit der Nachrüstung. Schindler Deutschland wurde von dem Unternehmen bereits 1906 als erste Auslandstochter überhaupt gegründet und ist heute an 70 deutschen Standorten operativ präsent.

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