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Von TraderFox
30. März 2021

Dank der weiterhin guten Stimmung an der Wall Street und dem wieder angelaufenen Schiffsverkehr im Suezkanal verzeichnet der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index am Dienstag leichte Zugewinne auf 131,80 Punkte. Gaming-Softwareanbieter Evolution erwartet nach 2020er Rekordjahr angesichts weiterer Deregulierungspläne vieler US-Bundesstaaten eine noch höhere Wachstumsdynamik. Ems-Chemie spürt mit Kunststoffsparte solide Nachfrageerholung in China und bleibt durch beschlossene Effizienzprogramme hochprofitabel.

Zu den absoluten Top-Werten im Qualitäts-Index gehörte in den zurückliegenden Wochen mit einem kräftigen Anstieg von über 20% die Aktie von Evolution Gaming. Am heutigen Dienstag wird das beachtliche Plus aber konsolidiert, und die Papiere liegen damit aktuell leicht im Minus bei 123,10 Euro. Verantwortlich für die schon seit letztem Jahr laufende starke Performance sind in erster Linie die derzeit außergewöhnlichen Wachstumsraten in verschiedenen Märkten, aber auch die innovativen Online-Produktangebote sowie die damit verbundene Transformation des schwedischen Casinospiele-Softwareanbieters. Vor allem auch die Bilanzkennzahlen sind dabei mehr als beeindruckend. Evolution hat sich mit strategischen Partnerschaften, eigenen Live-Studios und Zukäufen inzwischen bestens vor allem auf dem vielversprechenden amerikanischen Gaming- und Onlinemarkt positioniert, der demnächst angesichts weiterer Deregulierungspläne vieler US-Bundesstaaten eine noch höhere Wachstumsdynamik verspricht. Für die Schweden aber waren schon die letzten Quartale mit Umsatzanstiegen von +25% in Q3 und+68% in Q4 angesichts der weiterhin boomenden Nachfrage nach internetbasierenden Casinospielen wie Blackjack, Craps oder auch Slot-Games überragend verlaufen. Wir haben vor allem in der zweiten Jahreshälfte gute Zuwächse in allen Regionen verzeichnet, betonte jüngst der Vorstand.

Für Evolution war 2020 dank innovativer digitaler Software-Lösungen und entsprechenden Dienstleistungen für den Live- und Online-Casinobereich und dem Anstieg der Erlöse um 53% auf 561 Mio. Euro folglich das erfolgreichste der bisherigen Firmengeschichte. Außerdem war das Unternehmen mit seinen B2B-Anwendungen, die speziell auf den schnell wachsenden Online-Spielemarkt zugeschnitten sind, mit seiner operativen Marge von 62% dabei auch noch rund 20% profitabler geworden. Mit diesen Kennzahlen hat Evolution selbst auf dem US-Markt, der für seinen starken Wettbewerb bekannt ist, trotz Corona-Auswirkungen höhere Zuwächse als Konkurrenten wie beispielweise der Casinobetreiber Penn National Gaming oder der Online-Wettanbieter DraftKings hingelegt. Somit wird man dank der Nische im Gamingmarkt und des weiterhin enormen Expansionspotenzials auch in Zukunft von dem Software-Spezialisten noch so einiges hören.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

In dem leicht positiven Marktumfeld präsentiert sich am Dienstag im Qualitäts-Index die Aktie der Ems-Chemie Holding kaum verändert bei 760,50 Euro. Die Schweizer Unternehmensgruppe ist hauptsächlich auf die Herstellung von polymeren Hochleistungswerkstoffen und Spezialchemie ausgerichtet. Diese Kunststoffe werden mit Hilfe aufwendiger chemischer Prozesse gewonnen, und kommen in Form von Granulaten, Pulver oder Fasern vielseitig, beispielsweise in der Autoindustrie oder auch der Kleidungs- und Pharmabranche, zum Einsatz. Und bislang konnte sich Ems-Chemie auch gut durch die aktuelle Virus-Krise navigieren. Zwar spürt das Unternehmen auch weiterhin die Auswirkungen und die schleppende Konjunktur. Der Umsatz in den vergangenen 12 Monaten lag dabei auch mit -16% deutlich unter dem Vorjahresniveau. Den größten Teil davon erzielten die Schweizer mit Polymeren, aus denen vor allem Autoteile, aber auch etwa Skischuhe oder Spielkonsolen gefertigt wurden. Ungeachtet aller Umstände konnten die hohen Margen jedoch verteidigt werden, was letztlich für die Qualität des Chemiespezialisten spricht. Zumal die Ems-Gruppe eine Erholung der Nachfrage bereits im 2.Halbjahr verzeichnete. Die Inlandnachfrage in China hingegen hatte, vor allem was Auftragseingang betraf, unerwartet sogar schon im 3.Quartal das Vorkrisenniveau wieder erreicht.



Darüber hinaus stellte das Management in zahlreichen Produktionswerken einen gewissen Aufholbedarf fest. Die wieder schnell steigende Nachfrage löste dem Unternehmen zufolge auch Versorgungsengpässe in den internationalen Lieferketten aus. Insgesamt hatten Neugeschäfte und die von Ems-Chemie beschlossenen Effizienzprogramme im Gesamtjahr für überraschend hohe Margen gesorgt. So lag der Betriebsgewinn des Kunststoffherstellers mit 515 Mio. CHF zwar um 17,4% unter dem Wert von 2019. Die entsprechende EBIT-Marge ging aber lediglich um 0,4% auf immer noch sehr hohe 28,6% zurück. Und für das laufende Jahr wird mit einer weiteren wirtschaftlichen Erholung gerechnet. 2021 ist für das Unternehmen jedenfalls sehr erfreulich gestartet. Die Klasse von Ems-Chemie zeigt sich aber schließlich unter anderem im beständigen Schaffen von Werten sowie in krisenfesten Margen, die letztlich einen stabilen freien Cashflow gewährleisten.

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