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Von Liridona Preniqi
20. Juli 2021

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index kann sich am Dienstag ein gutes Stück von seinem Corona-bedingten Kurseinbruch zu Wochenbeginn erholen. Folglich verzeichnet der Index am Nachmittag wieder leichte Zugewinne auf 150,05 Punkte. Elisa rechnet in den kommenden Jahren durch die neue 5G-Netzwerk-Technologie für seine Mobilfunksparte mit frischen Wachstumsimpulsen. Finanzinvestor Partners Group kauft europäischen Pharma-Dienstleister Pharmathen und verwaltet zum 30.Juni die Rekordsumme von fast 119 Mrd. USD.

Zum absoluten High-flyer hatte sich in den zurückliegenden Wochen im Qualitäts-Index die Elisa-Aktie inklusive neuem Jahreshöchststand entwickelt. Am heutigen Dienstag liegt sie aber leicht im Minus bei 53,90 Euro. Die Gründe für den anhaltenden Höhenflug des finnischen Mobilfunk- und Breitbandanbieters, der neben dem Heimatmarkt hauptsächlich in Schweden und Dänemark sowie im Baltikum und Russland operiert, sind vielschichtig. Vor allem aber ist die Firma ein eindrucksvolles Wachstumsunternehmen. Immerhin entwickelt und verkauft Elisa modernste Technologien und Dienstleistungen rund um den Bereich IT-Infrastruktur- und Mobilfunknetzwerke. Mit diesem auf soliden Fußen stehendem Geschäftsmodell gelang es dem Management in den letzten 5 Jahren im skandinavischem Wirtschaftsraum den Umsatz kontinuierlich von 1,64 Mrd. auf zuletzt 1,89 Mrd. Euro zu steigern. Der Gewinn legte dabei um beeindruckende 30% zu, und dies bei einer ungewöhnlich hohen Nettomarge von 17%. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Telekommunikations-Unternehmen sind die Finnen also nicht nur äußerst profitabel. Zuletzt schüttete Elisa dank der derzeit angebotenen Breitbandinternet-Verbindungen, die Kunden unter anderem für Kabel-TV-Dienste oder auch Voice-over-IP-Telefonie nutzen und renditestarker Mobilfunkgeschäfte jedenfalls auch eine überdurchschnittliche Dividende aus. Die Kapitalrendite der Aktie von gegenwärtig 3,6% kann sich im Vergleich zu den niedrigen und teils negativen Anleihezinsen in Europa durchaus sehen lassen.



Das Unternehmen, das derzeit über 2,8 Mio. Kunden mit seinen Kommunikationsangeboten betreut, erwartet vor allem durch den neuen 5G-Mobilfunkstandard frische Wachstumsimpulse, der zusätzliche Erlöse bringen dürfte aber zunächst auch höhere Investitionen erfordert. Derzeit werden von Elisa in Skandinavien aber zunächst auch 4G-Standorte und Kooperationen mit anderen Technologieunternehmen weiter ausgebaut, damit kommt der Netzwerkprovider letztlich der steigenden Nachfrage nach schnellerem mobilen Internetempfang nach. Bis Ende 2023 sollen zugleich aber auch bestehende 3G-Frequenzen nach und nach abgeschaltet werden. Derweil wird die neue und schnellere 5G-Technologie dem Management zufolge bereits von tausenden Privat- und Geschäftskunden in der Hauptstadt Helsinki ausgiebig getestet, und bringt der Mobilfunksparte von Elisa derzeit viele technologieinteressierte Vertragsneukunden.



Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören.

Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Nach dem jüngsten Rekordhoch präsentiert sich am Dienstag im Qualitäts-Index die Aktie von Partners Group dagegen kaum verändert bei 1.331,50 Euro. Der Schweizer Finanzinvestor, der für seine institutionellen Kunden weltweit vor allem in private und mittelgroße Firmen investiert, hat nun, nachdem das Krisenjahr 2020 doch recht robust überstanden wurde, in dieser Woche einen neuen Beteiligungskauf vermeldet. So wurde der griechische Pharmadienstleister Pharmathen von der Investmentgesellschaft BC Partners übernommen, die gesamte Transaktion wurde dabei mit 1,6 Mrd. Euro bewertet. Pharmathen selbst betreibt ein B2B-Geschäft, das sich auf erweiterte Technologien zur Arzneimittelherstellung spezialisiert hat. Damit können insbesondere komplexere pharmazeutisch hergestellte Generika-Produkte realisiert werden. Dem Netzwerk des Unternehmens haben sich bislang schon über 215 Generika-Hersteller angeschlossen. Partners Group will dem Pharmadienstleister künftig vor allem bei der geplanten Expansion in Amerika helfen. Dabei kann sich der Private-Equity-Investor nach den kurzzeitigen Unsicherheiten im letzten Jahr seit Anfang 2021 wieder über hohe Kapitalzusagen unter anderem von Pensionskassen freuen. Allein im 1.Halbjahr stiegen sie wieder auf rund 12,0 Mrd. USD, womit sich das gesamte verwaltete Vermögen des Unternehmens zum 30.Juni auf 118,9 Mrd. USD belief. Ende Dezember lag es noch bei 109,1 Mrd. USD.

Für das Gesamtjahr rechnet Partners Group zudem mit weiteren Investitionsgeldern zwischen 19 und 22 Mrd. USD. Zu Ende Juni lagen die Gesamtinvestitionen global über alle Anlageklassen hinweg schon im Bereich von 13,0 Mrd. USD. Wir sind hinsichtlich unseres mittel- bis langfristigen Wachstumsausblicks zuversichtlich, da unsere Investoren ihre Allokationen hin zu Privatmärkten weiter ausbauen, sagte jüngst der Vorstand. Für Partners Group ist das Kapitalanlagegeschäft dazu auch weiterhin ein durchaus profitables Unterfangen. Zuletzt lag die Gewinnspanne bei überragenden 60%, außerdem erzielten die Schweizer auch noch eine überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalrendite von fast 40%.

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