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Von TraderFox
21. Mai 2021

Unerwartet starke europäische Einkaufsmanager-Indizes sorgen am Freitag beim TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index wieder für Kursgewinne. Folglich liegt der Index am Nachmittag rund 0,7% im Plus und notiert bei 140,05 Punkten. Deutsche Börse will Umsatzziel in diesem Jahr auch mit Hilfe von Zukäufen und dem Strategiepapier "Compass 2023" von rund 10% erreichen. Gebäudeinfrastruktur-Spezialist Legrand wächst in Q1um 13% und setzt weiter auf innovative Produkteinführungen sowie Investitionen in digitale Technologien.

Mit leichten Abgaben präsentiert sich am Freitag im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Börse. Dabei steht sie aktuell bei 137,80 Euro. Auf der jüngsten Hauptversammlung hat der Frankfurter Börsendienstleister trotz Rückgängen bei Umsatz und Gewinn im 1.Quartal angekündigt, erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr abliefern zu wollen. Im Vorjahrzeitraum waren die Nettoerlöse wegen des regen Handels an den Finanzmärkten und der gestiegenen Unsicherheit infolge der Corona-Pandemie noch um 27% auf 915 Mio. Euro gestiegen. Die Deutsche Börse profitierte damals vor allem von der hohen Volatilität aufgrund der Virus-Ausbreitung sowie den damit verbundenen Absicherungsgeschäften institutioneller Investoren über die Derivatetochter Eurex. Allein im März 2020 hatte sich der Handelsumsatz an den Kassamärkten des Börsenplatzbetreibers auf 300,7 (Vorjahr: 130,3) Mrd. Euro immerhin mehr als verdoppelt. Letztlich lag das Umsatzwachstum innerhalb des Gesamtjahres bei soliden 9%, der um Sondereffekte wie Aufwendungen für Übernahmen und Unternehmensumbau bereinigte Gewinn stieg ebenfalls um 9% auf 1,2 Mrd. Euro. Wir haben noch operativen Spielraum, betonte in dieser Woche der Deutsche Börse-Vorstand bei der Online-Hauptversammlung. Auch für den Fall, dass sich die Märkte schlechter entwickeln als erwartet, sei vorgesorgt.

Angesichts unseres starken Jahres 2020 hätten wir auch etwas mehr Dividende ausschütten können, räumte der Manager zudem ein. Aber wir brauchen auch Geld für weiteres Wachstum durch Zukäufe. Künftig soll bei dem Finanz- und Analysedatenanbieter auch ein neues Vergütungssystem für den Vorstand gelten. So sollen Boni zusätzlich an Kriterien wie etwa Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance/ESG) gekoppelt werden. Außerdem hat die Deutsche Börse das Erreichen der Ziele, vor allem der im Herbst vorgestellten Strategie "Compass 2023", zu einem maßgeblichen Bestandteil der erfolgsabhängigen Vergütung gemacht. Dabei hat sich das Management unter anderem vorgenommen, die Nettoerlöse im laufenden Jahr um knapp 10% auf rund 3,5 Mrd. Euro zu erhöhen. Bis 2023 sollen sie dann auf rund 4,3 Mrd. Euro ansteigen. Rund die Hälfte dieser ambitionierten Umsatzziele soll über Übernahmen erreicht werden. Auch die Marge dürfte dabei stabil bleiben, immerhin belief sich die Gewinnmarge jüngst noch auf beachtliche 30%. Und auch die Eigenkapitalrendite der Deutschen Börse von 17% konnte sich sehen lassen.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Nach dem zuletzt schon starken Kursverlauf verzeichnet im Qualitäts-Index am Freitag die Aktie von Legrand mit einem Anstieg von 1,0% auf 87,60 Euro einen neuen Rekordstand. Die Gründe hierfür sind einerseits die wieder robuste operative Entwicklung bei dem französischen Spezialisten von Produkten für elektrische und digitale Gebäudeinfrastrukturen, andererseits wurde nach dem starken Verlauf der ersten 3 Monate trotz schwieriger Pandemieumstände sowie unterbrochener Lieferketten die Wachstumsprognose für 2021 angehoben. Dabei verfügt Legrand gegenwärtig über ein Sortiment, das mehr als 200.000 Artikel beinhaltet. Hierzu gehören unter anderem Komplettsysteme für Elektroinstallationen, Hausautomations-Lösungen oder auch Komponenten zur Gebäude-Zugangsüberwachung. Und da das Unternehmen auch auf sogenannte Smart-Home-Lösungen für die Temperaturregulierung, E-Autoladestationen sowie smartes Energiemanagement spezialisiert ist, winken den Franzosen hier auf Jahre hinaus ordentliche Umsatz- und Gewinnzuwächse. Allein im 1.Quartal erzielte Legrand wieder ein Wachstum von 13% und profitierte dabei von der weiterhin hohen Nachfrage aus dem Immobilen- und Datencenterbereich. Dem Unternehmen kamen zudem auch innovative Produkt-Neueinführungen sowie verstärkte Investitionen in digitale Technologien zugute.

Neben Produktinnovationen setzt das Qualitätsunternehmen schon seit einiger Zeit vor allem auch auf kleinere ergänzende Zukäufe. Zwischen 2008 und 2018 wurden weltweit jedenfalls über 48 Übernahmen getätigt, die das Portfolio der Gruppe strategisch verstärkten. Legrand selbst will nach dem pandemiebeeinflussten Übergangsjahr 2020 in diesem Jahr um 4 bis 7% umsatzseitig zulegen. Unterstützung dürfte dabei insbesondere durch das Bedürfnis vieler Kunden nach mehr Umweltschutz kommen, das Unternehmen deckt mit seinem Sortiment aber auch globale Trends wie zunehmende Digitalisierung, das Internet der Dinge (IOT) und steigende Mobilität ab. Und mit dieser Ausrichtung werden letztlich auch gute Renditen erzielt. Die Gewinnspanne lag bei Legrand zuletzt bei 13%.

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