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Von TraderFox
28. Mai 2021

Dank der anhaltend guten Börsenstimmung bleibt der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index auch am Freitag in Rekordlaune. Dabei liegt der Index am Nachmittag mit 0,5% im Plus bei 141,45 Punkten. Coloplast wächst mit Gesundheitsdienstleistungen in Q2 trotz Corona organisch um 2% und bekräftigt 2021er Wachstumsziele von 7-8%. Bahntechnik-Konsortium rund um Alstom erhält den Zuschlag für den Bau von mexikanischer Zug-Infrastruktur im Umfang von 1,5 Mrd. Euro.

Mit einem Plus von 0,8% auf 130,20 Euro zählt die Aktie der Coloplast Group am Freitag im Qualitäts-Index mit zu den Tagesfavoriten. Das dänische Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter im Bereich Gesundheitsvorsorge und hat sich hierbei im Wesentlichen auf die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten sowie eine Vielzahl an Krankenhaus-Dienstleistungen spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt diesbezüglich auf Behandlungen von urologischen und den Intimbereich betreffende Krankheiten sowie der Wund- und Hauttherapie sowie auf der Stomaversorgung. Allerdings wird zurzeit der bislang robuste und schon jahrelang anhaltende Wachstumskurs von Coloplast durch die teils schwierigen Corona-Umstände ausgebremst. Dabei legten allein von 2016 bis Ende 2020 die Erlöse von 14,68 Mrd. beständig auf 18,54 Mrd. DKK (2,49 Mrd. Euro) zu. Im jüngsten 2.Quartal ging der Umsatz aber aufgrund von Abschreibungen in den USA und ungünstigen Währungskursen in verschiedenen Schwellenländern sogar leicht zurück. Die organischen Zuwächse lagen bei dem Unternehmen, dessen Sortiment von medizinischen Gerätschaften bis hin zu Puder und Feuchttüchern reicht, aber bei gut 2%. Auch die EBIT-Marge konnte Coloplast auf beachtliche 33% verbessern. Wir haben ein durchaus solides Quartal hingelegt, angetrieben von guten Geschäften in den Emerging Markets sowie robustem Momentum in unserer Wundversorgungs-Sparte vor allem in Europa und China, betonte jüngst der Vorstand.

Dem Gesundheitsdienstleister machten dabei aber weiterhin die umfassenden Hygienemaßnahmen rund um die Virus-Ausbreitung zu schaffen. Trotzdem wollen die Dänen künftig über die unternehmensseitige Strategie “Strive25 - Sustainable Growth Leadership” bis zu 2% der Gesamterlöse jährlich in Innovationen und Marketing investieren, vor allem um das gegenwärtige Wachstum weiter voranzutreiben. Für das Gesamtjahr rechnet Coloplast zunächst aber mit organischen Umsatzzuwächsen von 7 bis 8%, was dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entsprechen würde. Und auch die Eigenkapitalrendite dürfte sich wieder bei über 50% einpendeln. Folglich dürften dem medizinischen Versorger mit seinen von wirtschaftlichen Eintrübungen unabhängigen Produkten und Services jedenfalls weitere schöne Wachstumsjahre bevorstehen.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Auch die Alstom-Aktie präsentiert sich heute im Qualitäts-Index leicht im Plus bei 46,70 Euro. Der französische Bahntechnik-Spezialist übernimmt die Führung bei einem Konsortium, das in dieser Woche den Auftrag für den Bau von insgesamt 42 Zügen für die künftige Maya-Strecke in Mexiko erhalten hat. Für 36,6 Mrd. Peso (1,5 Mrd. Euro) sollen auch Wartungswerkstätten und weitere Infrastruktur gebaut werden, wie der Nationale Fonds zur Förderung des Tourismus mitteilte. Die Züge werden im Werk von Bombardier in der zentralmexikanischen Stadt Ciudad Sahagún gebaut. Erste Testfahrten seien für das Jahr 2023 geplant, teilte der Tourismusfonds weiter mit. Erst im Januar hatte Alstom die Übernahme der Zugsparte des kanadischen Transportherstellers Bombardier angekündigt. Die neue Gruppe, die sich im Bereich Bahninfrastruktur vor allem auf die Entwicklung und Produktion von Straßen- und U-Bahnen sowie Regionalzüge, aber auch auf Güterzüge und Signalsysteme konzentriert, dürfte für den Bau der neuen Zugstrecke genau der richtige Partner sein. Dabei ist der Maya-Zug, der eine rund 1.500 km lange Bahnstrecke umfasst, gerade unter Umweltschutzorganisationen und Vertretern indigener Gemeinden umstritten. Mit dem Megaprojekt, das ab 2024 größtenteils auf der Halbinsel Yucatán verlaufen soll, will die mexikanische Regierung in erster Linie aber den Tourismus im armen Südosten des Landes fördern. Neben dem reinen Bahntechnik-Geschäft ist Alstom aber auch im Bereich von klimafreundlicher Mobilität wie beispielsweise wasserstoffbetriebenen Zügen führend. Zudem betreibt das Unternehmen in Frankreich seit Jahren auch den bekannten Expresszug TGV. Der Transportdienstleister war vor der jüngsten Umstrukturierung jedenfalls hochprofitabel und kam auf eine solide Eigenkapitalrendite von gut 15%.

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