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Von TraderFox
03. November 2021

Dem TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index zeigt am Mittwoch schon vor den geldpolitischen Beschlüssen der US-Notenbank neue Kaufimpulse. Folglich liegt der Index am Nachmittag mit 1,0% im Plus bei 154,90 Punkten. Chr. Hansen profitiert mit seinem Enzym- und Bakteriengeschäft von derzeitigen Gesundheitstrends und will bis 2025 jährlich im hohen einstelligen Bereich wachsen. Industrieholding Indutrade verwaltet über 200 weltweit zugekaufte Spezialunternehmen, und ist dabei mit einer Eigenkapitalrendite von 19% sehr gewinnträchtig.

Nach der jüngsten Bodenbildung gehörte schon am Dienstag im Qualitäts-Index die Chr. Hansen-Aktie zu den stärksten Indexwerten. Und auch heute gewinnt sie gut 1,4% auf 70,80 Euro dazu. Dabei ist das dänische Unternehmen dank gezielter Zukäufe und der weltweit führenden Position bei der Entwicklung von Bioscience-basierten Ingredienzen für Kunden aus dem Nahrungsmittel-, Gesundheits- und Futtermittelbereich, eigentlich relativ unabhängig von konjunkturellen Verwerfungen. Letztlich konzentriert sich Chr. Hansen seit 2008 mit der Abspaltung des Aromageschäfts fast ausschließlich auf die Herstellung und Vermarktung von bestimmten Bakterienarten. Und das Kerngeschäft verzeichnet angesichts weltweit zunehmender Nachhaltigkeits- und Gesundheitstrends weiterhin ordentliche Zuwächse. Das zeigte auch das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2020/21, das ungeachtet aller Pandemieeinflüsse einmal mehr ein organisches Wachstum von 7% und einen Anstieg der Erlöse um 11% auf 1,07 Mrd. Euro brachte. Davon kamen gut 10% von den im letzten Jahr zugekauften Geschäften (108 Mio. Euro) zustande. So wurde von Chr. Hansen im letzten Sommer das amerikanische B2B-Unternehmen UAS Laboratories, ein Spezialist für klinisch hergestellte Probiotika, zu 100% übernommen. Die Dänen wollten damit nicht nur die eigenen Mikrobiellen-Plattformen und ihr Gesundheits-Geschäfts stärken, sondern auch umfassende Synergien gerade im Kundenbereich vorantreiben.

Zudem wurde 2020 auch die eigene Unternehmenssparte Natural Colors an den schwedischen Finanzinvestor EQT für knapp 800 Mio. Euro verkauft. Der Verkauf, der nicht die eigene mikrobielle Fermentation-Technologieplattform beinhaltet, wurde von Chr. Hansen im Frühjahr 2021 abgeschlossen. Mit seinem Geschäft rund um natürliche Ressourcen trifft das Unternehmen aber nicht nur den aktuellen Zeitgeist, viele Endprodukte der Lebensmittelbranche oder auch Nahrungsergänzungs- und Arzneimittel werden selbst in Krisenzeiten nachgefragt. Und auf dieser Grundlage dürfte das angepeilte Wachstumsziel von 5 bis 8% für 2021/22 mit einer operativen Marge von 27 bis 28% durchweg realistisch erscheinen. Bis 2024/25 soll das Wachstum bei Chr. Hansen dank steigender Nachfrage nach Kulturen, Enzymen und Probiotika seitens der Lebensmittelindustrie, auch im oberen einstelligen Bereich verbleiben. Mit einer Eigenkapitalrendite von zuletzt 27% verdient das Unternehmen damit aber auch schon jetzt gutes Geld.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Nach dem jüngsten Rekordlauf liegt am Mittwoch im Qualitäts-Index auch die Aktie von Indutrade leicht im Plus bei 25,45 Euro. Seit dem Tief im März 2020 haben sich die Papiere der schwedischen Industrieholding auch dank der laufenden Konjunkturerholung immerhin mehr als verdreifacht. Mit mehr als 200 Tochtergesellschaften, die sich vor allem auf Hightech-Produkte und -Lösungen spezialisiert haben, ist das Unternehmen weltweit aktiv. Diese umfassen kundenspezifisch gefertigte Nischenprodukte sowie Designlösungen, aber auch Komponenten und Systeme zum Steuern, Messen, Überwachen und Regulieren für die industrielle Produktion. Zudem haben sich die von Indutrade gekauften Firmen auch auf den internationalen Vertrieb von Messgeräten und -systemen sowie auf Sensoren-Technologien und Überwachungsgeräte spezialisiert. Dadurch, dass die Holding hauptsächlich in Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen investiert, erfolgt letztlich auch eine Risikostreuung. Zuletzt kamen auch nur rund 24% der Erlöse aus Schweden, und je 11% aus Finnland, den Benelux-Staaten und Großbritannien. Und mit 4,02 Mrd. SEK (406 Mio. Euro) ist die Flow Technology-Sparte der Gruppe umsatzseitig die derzeit größte, gefolgt von Industrial Components mit 3,8 Mrd. SEK (384 Mio. Euro).

Indutrade selbst war mit seinen Töchtern sogar im Corona-beeinflussten Jahr 2020 operativ sehr stark unterwegs, und konnte immerhin ein kleines Umsatzplus von 4% auf 19,21 Mrd. SEK (1,94 Mrd. Euro) vermelden. Auch der Auftragseingang lag um 5% höher als im Vorjahr, der Gewinn übertraf mit einem Anstieg von 13% zudem alle Erwartungen. Und die dabei erzielte Rendite auf das eingesetzte Kapital konnte mit 19% ebenfalls überzeugen. 2020 war dabei auch erneut von vielen Zukäufen geprägt, die bei Indutrade nicht nur ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie sind, sondern mit insgesamt 10 Übernahmen im letzten Jahr auch fokussiert ungesetzt wurde.

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