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Von TraderFox
17. Oktober 2019

Am Donnerstag treibt der überraschende Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen den jüngsten Anstieg des TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index weiter voran. Am Nachmittag liegt der Index demnach mit 0,5% im Plus bei 105,70 Punkten. ASML bekräftigt nach robusten Q3-Zahlen trotz schwierigem Branchenumfeld neben der Prognose für 2019 auch den Ausblick das kommende Geschäftsjahr. Finanzinvestor Partners Group wächst mit Übernahmen mittelgroßer Unternehmen schon seit Jahren kräftig und erzielt dabei stattliche Renditen.



Nach den deutlichen Kursgewinnen vom Vortag gibt die Aktie der ASML Holding am Donnerstag im Qualitäts-Index wieder etwas nach und notiert damit aktuell bei 228,50 Euro. Unerwartet gute Q3-Zahlen hatten die Papiere des niederländischen Chipindustrieausrüsters zuvor auf ein Rekordhoch gehievt. Dabei hält das Management ungeachtet der anhaltenden Schwäche bei der Produktion von Speicherchips an seiner bisherigen Prognose für 2019 fest. Der Umsatz solle trotz aktueller Schwierigkeiten in der konjunktursensiblen Halbleiterbranche steigen und ASML weiter wachsen, betonte der Konzernchef bei der Vorlage der Zahlen. Auch bestätigte das Unternehmen die Ziele für 2020 und die Jahre danach bis 2025. Zwar bleibe es ungewiss, wann mit einer Erholung in der Speicherchip-Produktion zu rechnen sei. Doch die Stärke in der Logikchipsparte, deren Wachstum durch Technologietreiber wie den neuen Mobilfunkstandard 5G oder künstliche Intelligenz angeschoben werde, halte unvermindert an, teilte ASML weiter mit.

Allein im 3.Quartal steigerte der weltweit größte Produzent von Lithografiesystemen zur Halbleiterfertigung seinen Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um rund 16% auf 3 Mrd. Euro. Auch der Gewinn kletterte um rund ein Drittel auf 627 Mrd. Euro. Außerdem kündigten die Niederländer an, im kommenden Jahr über ein neues Aktienrückkauf-Programm entscheiden zu wollen. Mit dem erneut bekräftigten Ausblick würde ASML derweil an die zurückliegenden und schon überdurchschnittlich verlaufenen Wachstumsjahre anknüpfen. Die Erlöse hatten sich dabei von 2014 an bis auf zuletzt 10,9 Mrd. Euro fast verdoppelt. Letztlich erzielt das Unternehmen mit seinen Zuliefergeschäften auch eine ordentliche Eigenkapitalrendite von 23%. Und die Gewinnmarge von über 24% zeigt, wie profitabel ASML derzeit wirtschaftet. Gegenwärtig notiert die Aktie aber mit einem KGV von 24 und ist damit nicht mehr ganz so günstig wie noch zu Jahresbeginn. Insgesamt erfüllt sie aber wichtige Kriterien für eine Notierung im Qualitätsaktien-Index.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Leichte Kurszuwächse kann heute im Qualitäts-Index die Aktie von Partners Group verbuchen. Derzeit steht sie damit bei 691,25 Euro. Als Finanz- und Private-Equity-Investor hat das Schweizer Unternehmen eine bislang eindrucksvolle Erfolgsgeschichte hingelegt. Dabei legt das Management bei seinen weltweiten Investitionsentscheidungen den Fokus in erster Linie auf mittelgroße Firmen. Mit diesem Geschäftsmodell konnte in den letzten 10 Jahren immerhin ein Umsatzwachstum von im Schnitt 17% erzielt werden. Im vergangenem Jahr war das gruppenweite Wachstum zwar nicht ganz so dynamisch, legte aber dennoch gut 3% auf 1,3 Mrd. CHF (1,16 Mrd. Euro) zu. Durchschnittlich investiert Partners Group jährlich mehr als 10 Mrd. USD in neue Gesellschaften. 2018 sind für die vornehmlich institutionellen Kunden, die Hälfte davon Pensionskassen, sogar fast 20 Mrd. in Unternehmensbeteiligungen oder Übernahmen geflossen.

Und dass das Kaptalanlagegeschäft ein durchaus profitables Geschäft sein kann, zeigt die seit Jahren anhaltend hohe Gewinnmarge, zuletzt lag sie bei stattlichen 60%. Dazu erzielen die Schweizer eine robuste Eigenkapitalrendite von fast 40%. Für Partners Group selbst dürfte die erstaunliche Wachstumsstory auch noch lange nicht zu Ende sein. Hierfür spricht vor allem der zunehmende Allokationsdruck unter institutionellen Anlegern, die mehr Kapital in private Märkte investieren wollen. Dieser wird im Wesentlichen von den anhaltend niedrigen und teils negativen Zinsen getrieben. Zusätzliches Wachstumspotenzial ergibt sich für den Kapitalverwalter auch durch die weiterhin deutliche Unterrepräsentierung im lukrativen US-Markt.

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