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Von TraderFox
30. November 2021

Die Wall Street hat am Montag einen Teil ihrer kräftigen Omikron-bedingten Verluste vom Freitag wettgemacht. Auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index lag am Ende nur leicht im Minus bei 18.840 Punkten. Geldtransfer-Dienstleister Western Union erfüllt derzeit alle Value-Kriterien und bietet Dividendenjägern dazu fast 6% Rendite. Procter & Gamble gibt steigende Fracht- und Rohstoffkosten an Kunden weiter und bleibt mit 16% Ertragsmarge einer der profitabelsten Konsumgüterhersteller.

Leichte Abgaben auf 15,90 USD verbuchte am Montag im TraderFox-Index erneut die Aktie von Western Union. Innerhalb der vergangenen 6 Monate haben die Papiere des amerikanischen Finanzdienstleisters, der sich vor allem auf internationale Geldtransfers und Zahlungsservices spezialisiert hat, rund 35% nachgegeben. Und das, obwohl Western Union als führend bei zügigen Überweisungen und dem Bezahlen von Rechnungen rund um den Globus gilt. Inzwischen ist die Aktie für Schnäppchenjäger aber bewertungs- und dividendentechnisch hochinteressant. Immerhin hat das Management in den letzten 5 Jahren die Gewinnausschüttung um 47% angehoben. In diesem Jahr wurde sie für 2020 erneut um 4% auf 0,94 USD erhöht, was eine Dividendenrendite von derzeit stattlichen 5,8% bringt. Zudem wird das Unternehmen, was bei seinen Transfergeschäften großen Wert auf Sicherheit und Schnelligkeit legt, an der Börse nur mit einem 2022er KGV von 8 bewertet. Während der Durchschnitt der amerikanischen “Non-banking“-Finanzindustrie bei beachtlichen 22 liegt. Western Union kam im 3.Quartal angetrieben von gestiegenen digitalen Transferangeboten wie Smartphone-Apps und Online-Bezahlmöglichkeiten auf Erlöse von 1,3 Mrd. USD, und damit 2% mehr als im Vorjahr. Gerade die digitalen Dienste des Finanzunternehmens waren schon 2020 um fast 40% regelrecht explodiert.

Von Januar bis Ende September war das Wachstum, der in dieser Form getätigten Überweisungsgeschäfte hier erneut zweistellig. Der Zahlungsdienstleister gilt mit seiner weltweit einzigartigen Infrastruktur für Geldtransfers zudem auch als Profiteur globaler Migrationsströme. Denn Western Union bietet diesen Menschen, die meist über kein eigenes Bankkonto verfügen, die Möglichkeit weltweit Geld zu empfangen oder zu transferieren. Hier konnten die Amerikaner zuletzt sogar viele Kunden zurückgewinnen, die zuvor eher Paypal oder auch den engste Konkurrenten MoneyGram für ihre digitalen Geldtransfers genutzt haben. Darüber hinaus schüttet das Unternehmen auch nur rund 45% seiner Jahresgewinne als Dividende aus, was Western Union folglich genügend Kapital für wichtige Investitionen in den Ausbau des boomenden aber stark umkämpften digitalen Geschäfts lässt.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Leichte Zugewinne von 1,2% auf ein fast neues Jahreshoch bei 149,10 USD zeigte dagegen am Montag im TraderFox-Index die Aktie von Procter & Gamble. Dabei überzeugen die Papiere des amerikanischen und weltweit aktiven Konsumgüter-Produzenten nicht nur mit einer beachtlichen Dividendenhistorie. Immerhin wurden in den letzten 65 Jahren bisher immer höhere Ausschüttungen getätigt. Das Unternehmen glänzt auch mit bekannten Marken, mit denen bekanntlich konjunkturelle Abschwünge sowie auch die gegenwärtig hohen Inflationszeiten besser gemeistert werden. Letztlich decken bei Procter & Gamble wichtige Kernmarken aus dem internationalen Portfolio auch nicht zu unterschätzende Nischen ab, so unter anderem Namen wie Gillette, Oral-B oder auch Mr. Clean. Angesichts dieser beeindruckenden Markenstärke ist es dem Management in den letzten 5 Geschäftsjahren auch gelungen, mit Zuwächsen von insgesamt 80% schneller als der globale Konsumgütermarkt an sich zuzulegen. Dank des robustem Geschäftsmodells und der entsprechenden Markentreue ist es für Procter & Gamble auch viel einfacher, steigende Kosten an Kunden weiterzugeben.

Erst im Oktober verwies der Vorstand mit der Q3-Bilanz auf die global extrem hohen Frachtkosten und die weiterhin anziehenden Rohstoffbeschaffungspreise. Allein die gestiegenen Transport- und Frachtraten dürften das Unternehmen in diesem Jahr zusätzlich rund 200 Mio. USD kosten. Beim Rohmaterialeinkauf wird sogar mit einem Betrag von 2,1 Mrd. USD an Mehrkosten gerechnet. Dies wird von Procter & Gamble aber über Preiserhöhungen weiter gegeben, was letztlich für 2021 erneut zu einem Umsatzwachstum zwischen 3 und 5% führen dürfte. Die Aktie notiert zwar auf einem Rekordhoch, bietet aber mit 2,4% Dividendenrendite eine verlässliche Kapitalrendite. Zumal das Unternehmen mit einer Nettomarge von 16% auch weiterhin einer der profitabelsten Konsumgüterhersteller der Welt bleibt.

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