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Von TraderFox
09. Februar 2021

Eine Verlangsamung der Corona-Infektionsraten und zunehmend bessere Aussichten auf ein robustes Konjunkturpaket der Regierung haben die US-Aktienmärkte am Montag wieder ansteigen lassen. Auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index lag in diesem Umfeld am Ende mit 0,5% im Plus bei 17.533 Punkten. Solide Strom- und Gasgeschäfte sowie niedrige KGV- und KUV-Bewertung machen Vistra zu einem interessanten Kaufkandidaten. Citrix Systems verfügt als Software-Anbieter dank boomender Homeoffice-Plattformen weiterhin über stabile Umsatzbringer.

Eine deutliche Erholung konnte im TraderFox-Index in den letzten Wochen die Aktie von Vistra hinlegen. Am Montag präsentierte sie sich aber unverändert bei 21,05 USD. Das US-Unternehmen erzeugt und verkauft über seine Holdingstruktur Strom und Gas, und gehört landesweit mit Erlösen von 11,8 Mrd. USD zu den größten Anbietern innerhalb der Branche. Allein durch den Energievertrieb werden letztlich bis zu 5 Mio. Privat- und Gewerbekunden umfassend versorgt. Dabei zählt Vistra in Amerika auch zu den größten Abnehmern von windkrafterzeugtem Strom. Allerdings kam es im letzten Jahr auch bei den Papieren des Energieversorgers zu einem Covid-19-bedingtem Kurseinbruch, der bis heute noch nicht wieder vollständig aufgeholt wurde. Bis zum Vorkrisenniveau fehlen noch rund 20%. Die Aktie, die derzeit mit einem KGV von 10 notiert und eine Dividende von 2,5% abwirft, bietet sich damit für Investoren geradezu an, um auf die weitere Erholung der US-Wirtschaft und steigende Energiepreise zu setzen. Zumal der Ölpreis in den letzten Woche bereits stark zulegen konnte. Die nach wie vor günstige Bewertung der Vistra-Aktie, die zudem über ein außergewöhnlich niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,9 verfügt, haben folglich auch schon einige bekannte Hedgefonds benutzt, um bestehende Positionen weiter auszubauen.

So hält derzeit beispielsweise Oaktree Capital Management Anteile des Energieerzeugers in Höhe von 571 Mio. USD, gefolgt von Fortress Investment mit einer Beteiligung von 192 Mio. USD, und Renaissance Technologies mit 128 Mio. USD. Insgesamt ist Vistra, im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, bislang auch gut durch die amerikanische Wirtschaftskrise gekommen. Im letzten Quartal erholten sich die Umsätze bereits wieder um fast 12%, der Gewinn stieg dabei überdurchschnittlich um 290%. Getrieben wurde der Anstieg von wieder höheren Margen vor allem bei den Geschäften im Bundesstaat Texas. Aber auch die langfristigen Wachstumsaussichten sind für das Energieunternehmen dank wieder höherer Ölpreise weiterhin gut. Davon zeugt neben der Eigenkapitalrendite von 11% auch die von Vistra erzielte operative Gewinnmarge, die kürzlich einen durchaus robusten Wert von 15% erreichte.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Moderate Gewinne konnte am Montag mit einem Plus von 1,7% im TraderFox-Index hingegen die Aktie von Citrix Systems verbuchten, die am Ende bei 134,10 USD schloss. Bei einer für 2020 erwarteten Umsatzgröße von 3,01 Mrd. USD gehört die amerikanische Technologiefirma mit zu den größten Software-Anbietern der Welt. Dabei bietet das Unternehmen innovative Kommunikationslösungen, die es erlauben, jede digitale Anwendung mit jedem technischen Gerät zu verbinden. Die Vermarkung der entwickelten Produkte und die Vergabe der entsprechenden Lizenzen erfolgt bei Citrix letztlich über das Internet, sogenannte Reseller oder auch Service-Provider. Für weltweite Unternehmenskunden ergeben sich mit den Software-Anwendungen auch die besten Voraussetzungen, um Mitarbeiter während der Covid-19-Pandemie im Homeoffice arbeiten zu lassen und mit ihnen dort auch in Verbindung zu bleiben. Vor allem im ersten Halbjahr hatte der IT-Dienstleister, ausgelöst durch die globalen Shutdowns, vom abrupten Stopp vieler internationaler Geschäftsreisen profitiert. Fast alle Citrix-Sparten konnten damals durch die starke Nachfrage seitens mittelständiger und kleinerer Gesellschaften, die “Virtuelle Meetings“ häufiger nutzen wollten, teils enorm zulegen.

Inzwischen hat sich das Wachstum aber ungeachtet der andauernden Virus-Ausbreitung wieder etwas normalisiert. Im 3.Quartal lagen die Umsatzzuwächse nur noch bei 4,4%, was wiederum einige Investoren enttäuschte. Die Aktie ist seitdem auch wieder etwas günstiger zu haben, und mit einem KGV von 18 vergleichsweise schon fast ein Schnäppchen. Da Citrix selbst nur eine kleine Dividende ausschüttet, und die für ein Technologieunternehmen eher typische Rendite von nur 1,1% bietet, macht das Papier noch nicht interessant genug. Viel spannender ist dagegen die adjustierte Dividendenrendite, die angesichts umfangreicher Aktienrückkäufe in den letzten 5 Jahren bei beachtlichen 13% lag.

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