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Von Christina Rothfuß
10. Januar 2023

Nachlassende Zinssorgen sowie die Öffnung des chinesischen Marktes haben am Montag an den US-Börsen wieder zu teils deutlichen Käufen geführt. Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index gab in diesem Umfeld aber leicht auf 20.507 Punkte nach. Diversifizierte Warenbeförderung und moderate Bewertung machen Aktie des Eisenbahnbetreibers Union Pacific zum Kaufkandidaten. Gesundheits-Dienstleister McKesson gilt dank robustem Kerngeschäft als robuster Dividendenzahler, folglich hat sich im Jahr 2022 auch Investor Warren Buffett beteiligt.

 

Ebenfalls leichte Abgaben auf 211,50 USD zeigte am Montag im TraderFox-Index die Aktie von Union Pacific. Im letzten Jahr legten die Papiere der US-Eisenbahngesellschaft trotz eigentlich guter Konjunkturentwicklung in den USA eine Berg- und Talfahrt hin. Belastet wurde das Unternehmen, das auf seinem Streckennetz vor allem Waren und Güter wie Getreide, Dünger, Kohle und Autos befördert, aber von den weltweit blockierten Lieferketten, die das amerikanische Logistikgeschäft ausbremsten. Union Pacific machten dabei insbesondere die Halbleiterengpässe in der Automobilbranche und die unterbrochenen intermodalen Transportwege zu schaffen. Die Geschäfte des Güterzugbetreibers, der auch von der Erholung nach dem schweren Covid-19-Einbruch im März 2020 sowie den von der US-Regierung angestoßenen Infrastrukturpaketen profitierte, waren aber im letzten Jahr unverändert stark verlaufen. Folglich verfügt Union Pacific über eine robuste Bilanz und weiterhin solide Cashflows, was die Aktie für 2023 angesichts der nun niedrigeren Bewertung durchaus interessant macht. Zumal das Unternehmen in Nordamerika nach jahrelanger Konsolidierung nur noch mit einer Handvoll an Konkurrenten wie CSX oder auch Canadian National Railway zu tun hat. Und für den Logistikdienstleister, der in den USA über ein großes Schienennetz sowie moderne Rangierbahnhöfe verfügt, zahlen sich jetzt auch die in den letzten 10 Jahren gemachten Infrastruktur-Investition in Höhe von 35 Mrd. USD aus.

Dennoch hat Union Pacific dabei seine Aktionäre nie vergessen, und seit 2007 die Gewinnbeteiligung immer weiter auf zuletzt 5,20 USD erhöht, was für die Anteilsscheine eine aktuelle Dividendenrendite von 2,5 % bedeutet. Aber selbst wenn die US-Wirtschaft in diesem Jahr eine Rezession erleben sollte, dürfte das Transportunternehmen einen etwas höheren volumengetriebenen Umsatz einfahren. Gegenwärtig erwartet das Management für Union Pacific in diesem Jahr aber nur noch ein Gewinnanstieg von 3 %, was unter dem Durchschnitt der letzten 5 Jahr mit 14 % liegt. Die früher eher zyklische Aktie gilt dank breiter aufgestellter Warenbeförderung und bei der inzwischen wieder moderateren Bewertung aber als rezessionssicherer Dividendengarant. Und die operativen Perspektiven von Union Pacific dürften trotz gestiegener Betriebskosten vor allem bei einer anhaltenden stabilen Konjunkturerholung in den USA auf Sicht von 2 bis 3 Jahren durchweg glänzend sein.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl einbezogen.

Minimale Verluste von gut 1,0 % auf 391,95 USD musste am Montag im TraderFox-Index auch die Aktie von McKesson hinnehmen. Dabei waren die Papiere im Jahr 2022 mit Plus 50 % ein klarer Outperformer, und die Chancen für weitere Zugewinne in diesem Jahr stehen nicht schlecht. Immerhin hat sich das Unternehmen in den USA auf den Bereich Gesundheitswesen und Medizintechnik spezialisiert und vertreibt unter anderem Arzneimittel, pharmazeutische Produkte sowie technische Lösungen für das Gesundheits-Management. Damit will McKesson zu einer Kostenreduktion und Qualitätssteigerung im Healthcare-Sektor beitragen, und hat sich mit seiner Produktpalette und einer Umsatzgröße von 272 Mrd. USD in Nordamerika zum führenden Anbieter entwickelt. Zu den Kunden des Pharma- und Medizintechnik-Dienstleisters zählen dabei neben Apotheken, Krankenhäusern und Ärzten auch Einzelhandelsgeschäfte mit Abteilungen für Gesundheitsprodukte. Aber McKesson ist damit auch in 14 weiteren Ländern aktiv, und hat zudem zuletzt die wichtige Übernahme des amerikanischen Verschreibungs- und Healthcare-Serviceanbieters Rx Savings Solutions abgeschlossen.

Letztlich verdient das Unternehmen mit dem rezessions-unabhängigen Vertrieb von Medikamenten und dem pharmazeutischen Sortiment auch soliden Margen, der Umsatz von McKesson war dazu in den letzten 5 Jahren beständig um im Schnitt 6 % gestiegen. Dies hat auch das Interesse von Investoren wie Warren Buffett geweckt, der 2022 sogar eine millionenschwere Beteiligung an dem Gesundheits-Spezialisten eingegangen ist. Und die Aktie ist bei Weitem nicht zu teuer, schließlich notiert sie trotz jüngstem Anstieg nur mit einem KGV von 14. Zudem schüttete das McKesson-Management in den letzten 6 Monaten rund 139 Mio. USD in Form von Dividenden an seine Anleger aus. Allerdings liegt die Ausschüttungsquote nur bei 13 %, was genügend Luft nach oben für weitere Steigerungen lässt. Dennoch bietet die Aktie derzeit etwas weniger als 1,0 % an Kapitalrendite.

 

 

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