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Von Christina Rothfuß
23. Januar 2024

Positive Quartalszahlen und optimistische Gewinnaussichten in der Technologiebranche sorgten am Freitag bei den US-Aktienindizes für neue Höchststände. In diesem Umfeld lag auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index mit 0,5 % bei 23.372 Punkten im Plus. Travelers wird vom Q4-Gewinnanstieg um über 100,0 % und 24,0 % höheren Kapitalerträgen beflügelt, zudem wurden die Katastrophenschäden um 73,0 % gesenkt. Kfz-Dienstleister Valvoline betreibt 1.600 “Quick-Lube“-Servicezentren und profitiert damit vom gestiegenen Durchschnittsalter der Autos in den USA.

 

Der absolute Top-Performer war am Freitag im TraderFox-Index die Aktie von The Travelers Companies, die kräftig um 6,7 % auf 211,70 USD anzog. Der US-Schadensversicherer, der mit weltweit rund 6 Mio. Kunden als wichtige Branchengröße gilt, legte kurz vor dem Wochenende beachtliche Q4-Zahlen vor. Travelers verzeichnete in den letzten 3 Monaten einen Gewinnanstieg von 101,0 %, da Prämieneinnahmen und Kapitalerträge unerwartet deutlich stiegen. In der Katastrophenversicherungssparte sanken zugleich die Schadenszahlungen. Investoren schlugen folglich bei der Aktie zu, und trieben sie auf ein Rekordhoch. Zumal Travelers seine Quartalseinnahmen um 13,0 % auf 10,93 Mrd. USD steigern konnte. Und auch die viel beachtete Eigenkapitalrendite kletterte von 13,8 % auf 29,0 %. Das Betriebsergebnis, der Gewinn je Aktie und auch die Eigenkapitalrendite erreichten bei der Versicherungsgruppe im Schlussquartal damit sogar Rekordwerte. Derzeit profitiert Travelers aber nicht nur von hohen US-Zinsen, sondern dürfte spätestens 2027 auch in den exklusiven Kreis der Dividenden-Aristokraten einziehen. Aber allein im 4. Quartal legten die Kapitalerträge des Unternehmens um gut 24,0 % auf 778,0 Mio. USD zu. Die Katastrophenschäden sanken bei Travelers dagegen nach Abzug der Rückversicherung um 73,0 % auf 125,0 Mio. USD. Zugleich betonte der Vorstand am Freitag, dass das Personenversicherungsgeschäft eine deutlich verbesserte Rentabilität zeige, und die Aussichten für eine weitere Verbesserung gut sind.

Die von dem Versicherer in Q4 gebuchten Prämien stiegen jedenfalls um 13,0 % auf 9,99 Mrd. USD. Wobei die Gewerbe-bezogenen Versicherungspolicen um 14,0 % und die Prämien für Anleihen und Spezialversicherungen um 7,0 % zulegten. Im Gesamtjahr 2023 stiegen bei Travelers die Nettoprämien im Jahresvergleich um 14,0 % auf rund 40,2 Mrd. USD, was auf ein starkes Wachstum in allen drei Bereichen zurückzuführen ist. Mit diesem Verlauf lag das Unternehmen zudem auch deutlich über den Schätzungen von 37,5 Mrd. USD. Das Management kümmerte sich aber in den letzten 12 Monaten auch um die Anteilseigner. Schließlich ließ Travelers über das ganze Jahr knapp 1,94 Mrd. USD an die Aktionäre zufließen. Allein in Q4 wurden von dem Schaden- und Unfallversicherer 0,4 Mio. eigene Aktien zurückgekauft. Der Vorstand genehmigte zudem eine vierteljährliche Dividende von 1,0 USD. Zwar ergibt sich bei Travelers derzeit nur noch eine Kapitalrendite von gut 2,0 %. Aktuell liegt die Ausschüttungsquote auch nur bei 31,0 %. Mithilfe jahrelanger Aktienrückkäufe kommt das Papier aber auf eine adjustierte Rendite, bezogen auf die letzten 3 Jahre, von im Schnitt 5,0 %. Die Travelers-Aktie ist jedenfalls noch immer billig, und notiert mit einem KGV von nur 10.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl einbezogen.

Leichte Kursverluste auf 36,20 USD verzeichnete am Freitag im TraderFox-Index dagegen die Aktie von Valvoline. Derzeit wird der US-Anbieter von Autowartungs-Dienstleistungen unter anderem vom anhaltenden Gebrauchtwagenboom in Amerika beflügelt. Dabei erbringt das Unternehmen mit seinen aktuell 1.600 “Quick-Lube“-Servicezentren in ganz Nordamerika wichtige Kfz-Dienste, um Fahrzeuge am Laufen zu halten. Valvoline betreibt und konzessioniert dabei diese Filialen, und konnte im 3. Quartal dank hoher Nachfrage seitens amerikanischer und kanadischer Auto- und Lkwfahrer ein Umsatzplus von 12,0 % vermelden. Außerdem stiegen in den 3 Monaten die Werkstatt-bezogenen Aufträge um 40,0 %, da deutlich mehr Kunden ihre Fahrzeuge zur routinemäßigen Wartung brachten. Während bei Valvoline generell der Absatz von Ölen und Schmierstoffen mit den Kosten durchaus Schwanken ausgesetzt ist, sorgen die Kern-Dienstleistungen der Gruppe im Bereich der Autopflege für eine stetige Nachfrage. Was außerdem für den Autowerkstattbetreiber spricht, ist das gestiegene Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf den US-Straßen. Zuletzt hatte dieses mit 12,5 Jahren angesichts stark gestiegener Autoverkaufspreise einen neuen Rekordwert erreicht, da die Amerikaner ihre Autos inzwischen länger als je zuvor halten.

Bei Valvoline drückten allerdings im letzten Jahr die hohen Zinssätze auf die Ertragsseite, was den Aktienkurs von Juli bis November fast 20 % einbrechen ließ. Mittlerweile läuft aber die Erholung. Trotz des anhaltenden makroökonomischen Gegenwinds prognostizieren Analysten bei dem Unternehmen sogar ein konstantes Umsatzwachstum bis 2025von im Schnitt rund 15,0 %. Die langfristigen Aussichten von Valvoline dürften folglich dank der Ausweitung des Firmennetzes und der beliebten Schmierstoffdienste des Unternehmens weiterhin sehr überzeugend sein. Nach dem jüngsten Rückgang wird die Aktie mit dem 18-fachen des voraussichtlichen 2024er-Gewinns gehandelt. Eine Dividende zahlt Valvoline jedoch nicht, dafür ergibt sich für die letzten 5 Jahre eine adjustierte Rendite von durchschnittlich gut 4,2 %.

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