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Von TraderFox
20. Januar 2022

Die Wall Street hat sich auch am Mittwoch angesichts einer deutlich restriktiver zu erwartenden Geldpolitik der FED nicht zu einer Erholung aufraffen können. Auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index lag am Ende leicht im Minus bei 20.335 Punkten. Procter & Gamble steigert seine Erlöse in Q2 um überraschende 6% und will folglich 2022 für Aktienrückkäufe und Dividenden bis zu 18 Mrd. USD ausgeben. Biotechfirma Gilead Sciences stößt dank anhaltender Innovationen in den Onkologie-bezogenen Markt vor und schüttet fast 50% des Gewinns als Dividende aus.

Mit kräftigen Kursgewinnen von 3,6% auf 162,00 USD konnte am Mittwoch im TraderFox-Index die Aktie von Procter & Gamble fast ein neues Jahreshoch hinlegen. Damit summieren sich die Zuwächse bei den Papieren innerhalb der vergangenen 6 Monate auf gut 16%. Überzeugen konnte der amerikanische und weltweit aktive Konsumgüter-Produzent gestern nach starken Quartalszahlen vor allem mit einer höheren Umsatz- und Cashflowprognose. So sollen die Erlöse organisch für das noch bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr 2021/22 um 4 bis 5% anziehen, wie das Management am Mittwoch mitteilte. Zuvor wurde nur ein Umsatzanstieg aus eigener Kraft von 2 bis 4% in Aussicht gestellt. Procter & Gamble profitierte im 2.Quartal (Sept bis Dez) insbesondere von der anhaltend robusten Nachfrage nach den Haushalts- und Gesundheitsprodukten des Unternehmens, auch waren etwa Erkältungspräparate wie die Marke Wick deutlich stärker gefragt als ein Jahr zuvor. Der Umsatz zog dementsprechend um 6% auf 21 Mrd. USD an, auch der Quartalsgewinn kletterte trotz höherer Kosten um 10% auf rund 4,2 Mrd. USD. Mit seinem internationalen Marken-Portfolio deckt Procter & Gamble schließlich auch wichtige Nischen ab, so gehören den Amerikaner unter anderem Namen wie Gillette, Oral-B oder auch Mr. Clean.

Folglich gilt der Konsumgüterhersteller mit einer Nettomarge von derzeit 18% auch zu den profitabelsten Unternehmen der Welt. Und die Gewinnspanne wurde im letzten Jahresviertel ungeachtet hoher Frachtkosten und weiterhin anziehenden Rohstoffbeschaffungspreisen sogar verteidigt. Und die Profitabilität führt bei Procter & Gamble vor allem auch durch die jüngst durchgesetzten Preiserhöhungen in den kommenden Monaten weiterhin zu starken Cashflows. Das Management hat deshalb gestern auch angekündigt, künftige Bargeldzuflüsse in 2022 aggressiv an die Aktionäre in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen zurückfließen lassen zu wollen. Die Rede ist hierbei von über das Gesamtjahr zu verteilenden 17 bis 18 Mrd. USD nach zuvor geplanten 15 bis 16 Mrd. USD. Die Aktie von Procter & Gamble notiert zwar derzeit in der Nähe ihres jüngsten Rekordhochs, bietet aber mit 2,2% Dividendenrendite eine nach wie vor verlässliche Kapitalrendite.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Teils deutliche Kursverluste von 1,9% auf 69,10 USD verbuchte dagegen am Mittwoch im TraderFox-Index die Aktie von Gilead Sciences. Dabei zählt die amerikanische Biotechnologiefirma unter Investoren mittlerweile zu den sogenannten Value-Werten mit Dividendengarantie. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Die Bewertung der Aktie ist nach den einst stürmischen Wachstumsjahren inzwischen auf ein KGV-Niveau von 10 gefallen. Und dies bei weiterhin hohen Gewinnmargen (27%), die von Gilead in erster Linie mit den eigenentwickelten HIV- und Hepatitis C-Therapien erzielt werden. Das gesamte Produkt-Portfolio ist aber letztlich als sehr robust zu bezeichnen. Vor ein paar Jahren startete das bekannte HIV/AIDS-Medikament des Unternehmens Biktarvy seinen damaligen weltweiten Siegeszug. Darauf folgten erstmals wirkungsvolle aber auch teure Hepatitis C-Therapieformen, die aber viele Milliarden in die Kasse spülten. Mittlerweile ist die Umsatzgröße bei Gilead zuletzt sogar auf 27,48 Mrd. USD gestiegen, was auch den jüngsten Vorstoß in weitere Geschäftsfelder wie den Onkologie-bezogenen Markt mit neuen Arzneimitteln wie Tecartus und Yescarta ermöglichte. Derzeit hat das Biotechunternehmen auch 45 vielversprechende Wirkstoffkandidaten in der Pipeline, 17 davon in der klinischen Testphase 2 oder 3. Einige davon dürften dem Unternehmen in den kommenden Jahren letztlich zur lukrativen Portfolio-Vergrößerung verhelfen.

Gilead zeichnet sich damit durch anhaltende Innovationen im Forschungs- und Entwicklungsbereich aus. Das Kerngeschäft rund um HIV-Arzneimittel ist aber angesichts weltweit zunehmender Generika-Konkurrenz in 2021 (Ende Sept.) bislang absatztechnisch um 7% rückläufig gewesen. Analysten zufolge könnte es aber bis 2027 jährlich um mindestens 3% bis 6% wachsen. Aber schon jetzt sind die operativen Cashflow-Zahlen des Biotech-Unternehmens mehr als beeindruckend. In den letzten 5 Jahren wurde immer ein freier Cashflow von mindestens 7,5 Mrd. USD erwirtschaftet, der doppelt so hoch war, wie von Gilead für geplante Dividendenzahlungen benötigt wurde. Aktuell liegt die Ausschüttungsquote jedenfalls bei 47%, und dies bei einer durchaus kapitalintensiven F&E-Abteilung. Die Aktionäre können sich bei der Aktie von daher über eine attraktive Dividendenrendite von über 4%.freuen.

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