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Von Christina Rothfuß
15. Juni 2022

Einen Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank weitete die Wall Street ihre Verluste am Dienstag nochmal aus. Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index zeigte sich dabei aber unverändert bei 18.260 Punkten. Software- und Cloud-Anbieter Oracle verbucht in Q4 das 8. Quartal in Folge ein Umsatzplus, und wächst im Cloud-Geschäft erneut fast 20 %. Gesundheits-Dienstleister Cardinal Health betreibt weltweit ein dividendensicheres Geschäft, die Aktie notiert nur mit einem KGV von 9.

 

Der größte Gewinner war am Dienstag im TraderFox-Index angesichts beeindruckender Zahlen die Oracle-Aktie. Dabei lag sie nach dem jüngsten Ausverkauf am Ende kräftig mit über 10 % im Plus bei 70,70 USD. Ausschlaggebend für die Kursexplosion bei dem US-Datenbank- und Cloud-Spezialisten war hierbei vor allem die für das abgelaufene 4. Quartal (2021/2022) höhere Wachstumsdynamik der Cloud-Sparte. Immerhin legten die Quartalserlöse des Unternehmens von Jan bis März im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 % auf 11,84 Mrd. USD zu, und übertrafen damit die Konsens-Erwartungen um 140 Mio. USD. Oracle verbuchte damit auch das 8. Quartal in Folge einen Umsatzanstieg, nachdem die weltweiten Einnahmen in 2 aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren noch rückläufig waren. Bei den Investoren kam aber besonders das anhaltende starke Wachstum des Cloud-Geschäfts gut an, das zuletzt um 19 % auf 2,9 Mrd. USD kletterte. Hierfür machte die Vorstandschefin vor allem den erheblichen Anstieg der Nachfrage im Infrastruktur-Cloud-Geschäft des Unternehmens verantwortlich. Immerhin war dieser Bereich jüngst um 39 % gewachsen. Oracle war schon in den Vorquartalen dank des florierenden Cloud-Bereichs mit IT-Anwendungen und Speicherplatz im Internet bestens gebucht. Inzwischen spricht das Management sogar davon, dass der anhaltende Anstieg des Umsatzwachstums darauf hindeutet, mit dem eigenen Infrastrukturgeschäft nun in eine Hyperwachstumsphase eingetreten zu sein.

Mit der hohen Wachstumsrate in dieser Sparte und dem neu erworbenen Gesundheitsgeschäft von Cerner ist Oracle in der Lage, auch in den nächsten Quartalen ein herausragendes Wachstum zu liefern, zeigte sich die Chefin weiter zuversichtlich. Immerhin sollen hierdurch die Cloud-Einnahmen im laufenden Quartal um bis zu 25 % und im Geschäftsjahr 2022/23 einschließlich der Cloud-Verkäufe von Cerner um mehr als 30 % währungsbereinigt zulegen. Oracle hatte die 28 Mrd. USD schwere Übernahme von Cerner, einem Anbieter von  Gesundheitsinformations-Technologien, im Dezember angekündigt. Mit diesem Schritt erhofft sich das Unternehmen, in der Gesundheitsbranche Fuß fassen zu können, die die Cloud-Technologie bisher vergleichsweise langsam angenommen hat. Zudem beschloss das Management auch eine vierteljährliche Dividende von 0,32 USD für das jüngste Quartal. Die Oracle-Papiere bringen damit aufs Jahr gesehen aber weiterhin nur 1,8 % an Rendite. Über die letzten 5 Jahre hinweg summierte sich bei dem Unternehmen aber die adjustierte Dividendenrendite in Anbetracht stattlicher Aktienrückkäufe auf durchschnittlich 5,1 %. Im globalen Software- und Cloud-Geschäft bleibt Oracle für Kapitalanleger damit auch weiterhin erste Wahl.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl einbezogen.

Leichte Kursverluste auf  51,10 USD zeigte dagegen am Dienstag im TraderFox-Index die Aktie von Cardinal Health. Die zuletzt allgemein schwache Börsenentwicklung ist auch an dem amerikanischen Gesundheitsdienstleister nicht spurlos vorbeigegangen. Dabei gilt das Unternehmen mit seinem Geschäft eigentlich zu den defensiven und auch inflationsresistenten Werten. Vor allem der Pharmavertrieb von Cardinal Health ist gerade in Amerika besonders groß und rezessionssicher. Hier agiert man als Vermittler zwischen Medikamentenherstellern und den Patienten, die auf Arzneimittel angewiesen sind. Zum Kundenkreis gehören diesbezüglich immerhin fast 90 % aller US-Krankenhäuser. Dazu kommen noch rund 60.000 Apothekenfilialen und gut 10.000 praktizierende Ärzte. Mit seinen Gesundheits-Diensten und -Produkten ist das Unternehmen aber inzwischen auch in Kanada, Europa und Asien präsent. Und die medizinischen Services umfassen dabei auch Pflege- und Laborequipment-Dienste sowie der Betrieb von Gesundheits- und Beratungszentren. Cardinal Health vertreibt neben Arzneimitteln auch medizinisches und chirurgisches Operationsmaterial, und kam zuletzt auf eine gruppenweite Umsatzgröße von 176,85 Mrd. USD. Zwar ist das Vertriebsgeschäft lukrativ und bringt verlässliche Cashflows, die Nettomarge wurde aber im letzten Jahr vor allem durch höhere Corona-bedingte Kosten gedrückt und lag nur bei 1 %. Dafür ist der Labor- und Krankenhauszulieferer aber als beständiger Dividendenzahler bekannt. Nicht umsonst hat sich die ausgeschüttete Gewinnbeteiligung des Unternehmens seit 36 Jahren kontinuierlich auf zuletzt 1,98 USD erhöht. Cardinal Health gibt auch nur gut 51 % des Barmittelzuflusses an die Aktionäre zurück, was einer Ausschüttungsquote von rund 35 % entspricht. Neben der attraktiven Dividendenrendite von fast 4,0 %, bietet die Aktie zudem auch noch eine für „Value-Suchende“ Investoren interessante niedrige KGV-Bewertung von 9.

 

 

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