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Von TraderFox
20. September 2019

Im Nachgang der Fed-Zinsentscheidung vom Vortag zeigten sich die US-Börsen am Donnerstag uneins. Während sich der S&P 500-Index dabei aber kaum verändert zeigte, lag der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index dagegen leicht im Plus bei 16.760 Punkten. Oracle-Chef nimmt aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit, der Softwarekonzern verwöhnt Anteilseigner dennoch mit milliardenschweren Aktienrückkäufen. US-Regionalbank Capitol Federal Financial überzeugt im Kreditgeschäft mit einer Marge von 28% und einer stattlichen adjustierten Dividendenrendite von 11%.

Einer der stärksten Gewinner im Traderfox-Index war am Donnerstag die Oracle-Aktie. Dabei lag sie am Ende mit 1,4% im Plus bei 53,35 USD. Die Papiere des amerikanischen Technologiekonzerns waren in der Vorwoche deutlich unter Druck geraten. Der Grund hierfür war die überraschende Ankündigung des Vorstands Mark Hurd, eine Auszeit nehmen zu wollen. Ich habe entschieden, dass ich Zeit brauche, um mich auf meine Gesundheit zu konzentrieren, teilte der Manager mit. Seine Aufgaben sollen zunächst vom Oracle-Gründer und Vorstand Larry Ellison sowie der Vizechefin Safra Catz mit übernommen werden. Außerdem legte der Software - und Datenbank-Spezialist auch einen Tag früher als eigentlich geplant seinen Quartalsbericht für die ersten 3 Monate des neuen Geschäftsjahres bis Ende August vor. Dabei sank der Nettogewinn im Jahresvergleich um 6% auf 2,1 Mrd. USD. Auch die Erlöse stagnierten trotz guter Zuwächse im stark wachsenden Cloud-Geschäft bei 9,2 Mrd. USD. Oracle machte im Quartal unter anderem der starke Dollar zu schaffen, der Auslandseinnahmen deutlich verminderte.

Analysten waren aber schon im Vorquartal vom beachtlichen Wachstum der konzernweiten Cloud-Sparte begeistert. Der Vorstand verwies damals auch auf die vielen neuen Produkte des Unternehmens. Unsere autonomen Datenbanken, die Fusion-Cloud-Anwendungen und die Produkte unserer Tochter NetSuite haben sich in Q4 extrem gut verkauft, betonte letztlich der Manager. Zudem zog Oracle im jüngst abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 wiederholt eigene Aktien im Wert von knapp 36 Mrd. USD ein. Insgesamt wurden so immerhin gut 25% der umlaufenden Aktien zurückgekauft. Das Softwareunternehmen selbst schüttet zwar nur eine minimale Dividende von 0,96 USD aus, wodurch sich derzeit eine Rendite von unter 2% ergibt. Über die letzten 5 Jahre hinweg summierte sich die adjustierte Dividendenrendite aber auf durchschnittlich 5,3%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Kaum verändert bei 13,96 USD zeigte sich gestern dagegen im TraderFox-Index die Aktie von Capitol Federal Financial. Die Papiere des US-Kreditinstituts, das als Holdinggesellschaft hauptsächlich in den US-Bundesstaaten Missouri und Kansas mit fast 60 Filialen geschäftlich aktiv ist, konnten in diesem Jahr bereits 13% zulegen. Haupttreiber hinter diese Performance sind unter anderem die weiterhin robusten Einnahmen im Kredit- und Einlagengeschäft der Tochter Capitol Federal Savings Bank. Allein im letzten 2.Quartal konnte das Unternehmen nicht nur einem leichten Gewinnanstieg auf 24,6 Mio. USD vermelden, auch die dabei ausgegebenen Kredite erreichten mit 92,7 Mio. USD einen neuen Höchstwert. Die Zinsmarge der Geschäfte kletterte dem Vorstand zufolge im Quartal ebenfalls leicht auf 2,33%. Auch gelang es dem Management von Capitol Federal Financial den Wert des Bankportfolios gegenüber dem Vorjahresquartal um beachtliche 10% zu steigern. Zwar ist die Regionalbank mit zuletzt erzielten Erlösen von 324 Mio. USD auf dem amerikanischen Finanzmarkt nur ein kleinerer Dienstleister. Mit einer Gewinnmarge von 29% ist das Unternehmen dafür aber umso profitabler. Und auch als Dividendenzahler ist Capitol Federal Financial äußerst nachhaltig. In den letzten 5 Jahren lag die durchschnittliche Rendite der Aktionäre bei soliden 2,5%, das ist aber nichts im Vergleich zur adjustierten Dividendenrendite, die im selben Zeitraum im Schnitt bei überragenden 11,1% lag.

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