articles-marktberichte-international
28
Von TraderFox
10. Juni 2021

Vor den am Donnerstag erwarteten Zahlen zur Inflation haben sich die Anleger in den USA am Mittwoch zurückgehalten. Der marktbreite S&P 500 zeigte dabei Verluste von 0,2%, während der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index um 0,3% auf 19.034 Punkte nachgab. Pharmaproduzent Merck verkauft neues und oral verabreichtes Corona-Mittel “Molnupiravir“ zunächst an die US-Regierung. Tabakspezialist Altria macht sich weiter unabhängig vom eigentlichen Kerngeschäft und bleibt für Investoren ein Dividendengarant.

Für Schlagzeilen sorgte am Mittwoch im TraderFox-Index vor allem die Merck & Co-Aktie, die dabei kräftig um 2,2% auf 74,10 USD anzog. Die Papiere des Pharmaunternehmens wurden letztlich von der Nachricht angetrieben, dass die US-Regierung für rund 1,2 Mrd. USD ein neu entwickeltes Corona-Mittel der Gesellschaft kaufen will. Bei dem oral verabreichten Covid-19-Medikament handelt es sich laut Unternehmensangaben um die mit dem Partner Ridgeback Biotherapeutics zusammen erforschte Arznei Molnupiravir. Sollte sich das Mittel in einer laufenden klinischen Studie als wirksam erweisen und von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen werden, würden damit 1,7 Mio. Behandlungseinheiten erworben, teilte Merck gestern hierzu mit. Abschließende Daten der Tests aus Phase 3 mit weltweit rund 1.850 Patienten werden allerdings erst im Herbst erwartet. In der Studie, in der Pharmaproduzent testet, ob das Medikament das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todesfalls verringert, wird eine Dosis alle 12 Stunden über insgesamt 5 Tage verabreicht. Merck rechnet damit, bis Ende des Jahres mehr als 10 Mio. Behandlungsdosen diesbezüglich weltweit zur Verfügung stellen zu können. Die von der amerikanischen Regierung an das Unternehmen gezahlte Summe von 1,2 Mrd. USD ist bei einer zuletzt erzielten Umsatzgröße von gut 48,02 Mrd. USD aber überschaubar. Als einer der führenden Gesundheitsdienstleister innerhalb der Branche hat sich Merck in erster Linie auf eine breite Palette an Medikamenten, Impfstoffen und biologischen Therapeutika spezialisiert.

Und die Geschäfte laufen nach dem erreichten Corona-Höhepunkt derzeit wieder bestens. Unsere Produktnachfrage ist wieder robust, und auch unser Medikamentenvertrieb erfährt trotz Pandemie nur noch leichte Unterbrechungen, versicherte zuletzt der Vorstand. Das Unternehmen profitiert derzeit von der steigenden Nachfrage nach dem unternehmenseigenen Krebsmittel Keytruda sowie von verschiedenen in Krankenhäusern benötigten Arzneien und Produkten. Merck ist aber auch weiterhin als zuverlässiger Dividendenzahler bekannt. Seit dem Ende der Finanzkrise hat sich die Gewinnbeteiligung von 1,52 USD kontinuierlich auf zuletzt 2,60 USD erhöht. Zwar wurden jüngst vom Unternehmen bis zu 90% des Jahresgewinns an die Anteilseigner ausgezahlt, dadurch ergibt sich nicht nur eine attraktive Dividendenrendite von gegenwärtig 3,5%. Die durchschnittliche adjustierte Rendite lag bei Merck in den vergangenen 5 Jahren sogar bei fürstlichen 6,5%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Kaum verändert bei 49,90 USD zeigte sich gestern dagegen im TraderFox-Index die Aktie der Altria Group. Das Tabakunternehmen ist nicht nur das größte in den USA, mit seiner bekannten Zigarettenmarke “Marlboro“ kommt es auch weiterhin auf einen US-Marktanteil von gut 40%. Ein Großteil des Umsatzes von 25,83 Mrd. USD kommt von daher auch weiterhin über die Geschäfte der Zigarettensparte herein, zusätzlich werden aber auch Artikel wie nikotinarme E-Zigaretten, Zigarren und weitere erhitzbare Tabakprodukte angeboten. Was die Altria-Aktie aber selbst nach den jüngst kräftigen Kursgewinnen derzeit weiterhin interessant macht, ist die hohe Dividendenrendite von über 6% sowie das niedrige KGV von nur 10. Seit der Abspaltung des internationalen Geschäfts unter dem Namen Philip Morris im Jahr 2008 wurden die Gewinnausschüttungen trotz rückläufigem Zigarettenabsatz vom Management auch jedes Jahr beständig erhöht. Die Papiere von Altria haben deshalb in den letzten 5 Jahren aber knapp 25% an Wert verloren, rechnet man aber die Dividendenausschüttungen dazu, so konnten Aktionäre dennoch einen kleinen Kapitalgewinn von rund 1% erzielen.

Und die Zigarettensparte der Gruppe bleibt dank Preiserhöhungen und Kostensenkungen auch weiterhin eine attraktive und Cash generierende Maschine. Zwar sind auch nur noch 14% aller erwachsenen Amerikaner aktive Raucher, der jüngsten Umsatz- und Gewinnentwicklung hat dies aber nicht geschadet. Immerhin blieben die Erlöse von Altria innerhalb der letzten 5 Jahre vergleichsweise stabil. Zudem investierte der Tabakhersteller milliardenschwere Summen in das amerikanische E-Zigaretten-Start-ups JUUL Labs sowie den 45%igen Anteil an dem Cannabis-Produzenten Cronos. Der Zigarettenanbieter will sich damit zwar weiter diversifizieren und so unabhängiger vom eigentlichen Kerngeschäft machen, dennoch könnte die gegenwärtige Unterbewertung der Aktie noch eine Weile anhalten.

Teilen

TraderFox
TraderFox
Realtime Stock Screening

Die TraderFox GmbH ist eine Tochterfirma von finanzen.net und Axel Springer. Wir erforschen Börsenerfolg und erstellen regelbasierte Portfoliokonzepte zu den besten Anlagestrategien der Börsengeschichte mit dem Ziel den Markt langfristig deutlich zu schlagen.

Unsere Redakteure berichten in den Kategorien Marktberichte Deutschland und Marktberichte International über das aktuelle Börsengeschehen