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Von TraderFox
17. März 2021

An der Wall Street drehten die Kurse am Dienstag einen Tag vor der wichtigen Fed-Sitzung nach zeitweise neuen Rekorden wieder ins Minus. In diesem Umfeld lag der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index aber leicht im Plus bei 18.218 Punkten. Kroger schwimmt dank digitaler Orderplattform und Gewinnplus von 50% nach 2020er Einkaufsboom in Geld. Intel klettert angesichts niedriger Bewertung und der Hoffnung auf einen starken Ausholprozess bei der 7-nm-Chiptechnologie auf ein frisches Jahreshoch.

Einer der unangefochtenen Gewinner in den letzten 2 Wochen war mit über 10% Kursplus im TraderFox-Index die Aktie von Kroger, die am Dienstag allerdings wieder leicht auf 35,85 USD nachgab. Die amerikanische Supermarktkette gehörte im Pandemiejahr 2020 dank der ins Leben gerufenen digitalen Orderplattform, zu den Profiteuren des Corona-Lockdowns. Damit wurde nicht nur die Lücke zum operativen Online-Geschäft des Rivalen Walmarts geschlossen, das Management konnte darüber hinaus auch mit Markanteilsgewinnen auf dem teils hart umkämpften US-Markt aufwarten. Am Ende des Geschäftsjahres stand für Kroger angesichts des stationären und online getriebenen Einkaufsbooms ein Umsatzplus von 14% in den Büchern, was selbst die von Walmart in der Zeit erzielten Erlöse von 9% in den Schatten stellte. Dies führte letztlich zu einem Gewinnanstieg von 50%, und auch der Cashflow schwoll, trotz jüngster Aktienrückkäufe und einer Neustrukturierung der internen Pensionsverpflichtungen, deutlich an. Aber die Einkaufskette zahlte mit den hohen Cashflow-Summen nicht nur eigene Schulden zurück, mehr Geld floss zudem auch in die eigene "Restock Kroger"-Initiative, die in erster Linie margenstarke Eigenmarken des Unternehmens stärkte.

Außerdem sind mit den verbuchten Gewinnen vor allem Investitionen für modernere Verkaufsfilialen und den Ausbau des in der Krise so beliebten Internet-Shops vorgesehen. Kroger gab dazu auch eine 11%ige Dividendenerhöhung auf 0,72 USD bekannt, die die Rendite der Aktie somit auf 2% ansteigen lässt. Mit weiteren Gewinnausschüttungen und dem laufenden Aktienrückkauf-Programm rechnet der Vorstand des Einzelhändlers auch damit, dass Investoren in den nächsten 2 Jahren eine Anlagerendite von im Schnitt 8 bis 11% erreichen sollten. Die Kroger-Papiere werden deshalb mittlerweile auch als solide Value-Anlage gesehen, als amerikanischer Marktführer von landesweiten Obst- und Gemüseläden und einem 12er KGV wohl nur zu Recht.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.



Den größten Tagesgewinn verbunden mit einem neuen Jahreshoch konnte am Dienstag im TraderFox-Index die Aktie von Intel mit einem Zuwachs von 1,5% auf 64,80 USD hinlegen. Dabei gilt der Halbleiterproduzent nach wie als weltweit führend bei der Herstellung von x86er CPU-Chipreihen für PCs und Laptops. Was das Unternehmen im letzten Jahr aber belastete waren neben den von Intel im Sommer bekannt gegebenen Verzögerungen bei der Herstellung der 7-Nanometer-Chiparchitektur. Dadurch waren Markanteilsgewinne von Wettbewerbern wie AMD insbesondere in Kernmärkten wie Datencenter und Computerchips für den Gamingmarkt möglich gewordenen. Dies führte vor 2 Monaten sogar zur Ablösung des bis dahin verantwortlichen Vorstandschefs, um den Halbleiterriesen schnellstmöglich wieder zurück in die Erfolgsspur zu führen. Investoren setzten bei dem neuen Intel-Chef nicht nur eine Rückkehr der alten Marktführerschaft mit allen erdenklichen technologischen Wettbewerbsvorteilen, sondern auch, dass es gelingt, den Urrivalen AMD wieder zurückzudrängen. Diese Transformation wird allerdings nicht über Nacht stattfinden, erste Früchte werden von Analystenseite aber bereits für dieses Jahr erwartet.

Intel dürfte deshalb in 2021 einen Umsatz- und Gewinnrückgang im Bereich von 7 bzw. 10% vermelden, ehe es dann im nächsten Jahr zu einem starken Ausholprozess bei der Herstellung der 7-Nanometer-Technologie und damit operativ wieder zu deutlichen Zuwächsen kommen dürfte. Die Aktie ist jedenfalls für einen soliden Halbleiterspezialisten auch weiterhin einfach viel zu günstig bewertet. Neben der anhaltend niedrigen KGV-Bewertung von 13 bietet sie auch eine durchaus robuste Dividende von 2,1%. Was Intel aber für Anleger weiterhin spannend macht, ist die gesunde Bilanz des Unternehmens sowie die weiterhin hohe Gewinnmarge (26%). Aber auch die adjustierte Dividendenrendite, die sich in den letzten 3 Jahren auf durchschnittlich stattliche 6,5% belief, kann durchweg überzeugen.

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