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Von Liridona Preniqi
09. Juni 2022

Der Handel an der Wall Street wurde am Mittwoch von neuerlichen Wachstums- und Inflationssorgen bewegt. In diesem Markumfeld gab auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index um 1,6 % auf 19.353 Punkte nach. Markenportfolio bringt Kellogg bei hoher Inflation eine Preisfestsetzungsmacht, in den letzten 10 Jahren wurde die Dividende auch um im Schnitt 3,5 % angehoben. Bristol Myers bleibt mit seinem Pharmageschäft und gegenwärtig 7 Blockbustern ein wahrer Dividendengarant.

Einer der maßgeblichen Tagesfavoriten im TraderFox-Index war am Mittwoch die Aktie von Kellogg, die sich dabei unverändert bei 68,95 USD robust zeigte. In den zurückliegenden Monaten war die Performance bei den Papieren des amerikanischen Lebensmittelproduzentens, der unter anderem getreidebasierten Produkte wie Cornflakes oder auch Fertiggerichte und Snacks verkauft, vergleichsweise stabil. Dies ist auch nicht überraschend, zumal das Unternehmen für zahlreiche Portfolio-Foodmarken zuletzt die Verkaufspreise erhöht hatte, um so die anhaltend hohe Inflation zu stemmen. Kellogg konnte hierdurch für die ersten 3 Monate des Jahres ein organisches Wachstum von über 2 % hinlegen, was vor allem auch den guten Ansatzzahlen in den Emerging Markets geschuldet war. Dabei ist das Kerngeschäft des Unternehmens, mit bekannten Marken wie Pringles, Cheez-It oder auch Kellogg's Fruit Loops, eigentlich robust und ohne großen Glamourfaktor. Zuletzt musste der Müslispezialisten aber gerade im Heimatmarkt Nordamerika unerwartete Umsatzeinbußen von 1% hinnehmen. Für Kellogg ist dieser Absatzmarkt immerhin für bis zu 50 % der Gesamterlöse von zuletzt 15,4 Mrd. USD verantwortlich. Dennoch war die jüngste Geschäftsentwicklung sehr stabil. Vor allem auch weil das Unternehmen durch die schon seit letztem Jahr spürbar hohen Inflationsraten und die allseits bekannten Lieferschwierigkeiten im Rohstoffbereich, unter anderem bei Weizen und Mais, spürbar ausgebremst wird.

Außerdem hatte Kellogg operativ auch mit weiter anziehenden Energiekosten, höheren Löhnen sowie steigenden Transportpreisen und Streiks in allen US-Werken zu kämpfen. Dies belastete natürlich die Margen und behindert auch noch die Lieferverpflichtungen gegenüber dem Einzelhandel. Aber dank der jüngsten internationalen Expansion unter anderem auf australische und südamerikanische Absatzmärkte, rechnet der Hersteller von Frühstücks-Cornflakes und Kartoffelchips, weiterhin mit einem stabilen Wachstum für 2022. Mit seinem Markenportfolio hat Kellogg letztlich auch eine gewisse Preisfestsetzungsmacht, die Investoren gerade in Inflationszeiten zu schätzen wissen. Zwar haben sich die Erlöse im 5-Jahres-Durchnitt mit nur Plus 2 % kaum bewegt, dennoch wurde in den letzten 10 Jahren vom Management die Dividende um im Schnitt 3,5 % erhöht. Demnach kommt die Aktie weiter auf eine durchaus robuste Dividendenrendite von derzeit 3,3 %. Zudem erzielt das Unternehmen eine für die weltweit ziemlich wettbewerbsintensive Nahrungsmittelbranche überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalrendite von 42 %.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.                                                                                                                               

Nur leichte Abgaben auf 76,20 USD zeigte im TraderFox-Index gestern auch die Aktie von Bristol Myers Squibb. Die Papiere des amerikanischen Pharmariesen waren erst vor 2 Wochen auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Seit Jahresbeginn liegen sie sogar gut 22 % im Plus. Dies ist kein Wunder, schließlich wird das Unternehmen als defensiv mit Value-Qualitäten geschätzt. Hierzu zählen unter anderem das nach wie vor niedrige KGV von 9 sowie die nachhaltige Dividendenkontinuität. Bristol Myers ist mit seinem Pharmageschäft, was in erster Linie auf Behandlungstherapien im Bereich Krebsverfahren und Onkologie sowie Immunologie ausgerichtet ist, ein wahrer Cashflow-Gigant. Immerhin lag der Barmittelzufluss im letzten Jahr bei 15,2 Mrd. nach 13,5 Mrd. USD im Jahr zuvor. Und im 1. Quartal waren die wichtigsten Umsatztreiber mit 3,2 Mrd. USD vor allem der Blutverdünner Eliquis, der zusammen mit dem Pharmakonzern Pfizer entwickelt wurde, sowie das Krebsmedikament Opdivo, das rund 1,9 Mrd. USD einspielte. Beide zeigten dabei einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von beachtlichen 11 %. Insgesamt verfügt Bristol Myers gegenwärtig aber über insgesamt 7 Blockbuster-Produkte, die weltweit von Ärzten verschrieben werden, und damit für verlässliche Einnahmen sorgen. Und in der Vergangenheit ist es dem Pharmaproduzenten auch immer gelungen, auslaufende Arznei-Patente durch neue Produktentwicklungen größtenteils auszugleichen.

Teil der Wachstumsstrategie ist bei den Amerikanern aber auch in gezielte Übernahmen zu investieren. Wie der in 2020 vermeldete 13-Mrd. USD-Kauf der auf  Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisierten US-Biotechfirma MyoKardia. Zudem dürfte angesichts des robusten Produktportfolios bei Bristol Myers auch die künftige Dividende gesichert sein. Allein in den letzten 5 Jahren wurde sie um gut 38 % erhöht. Und für 2022 wird mit einer Ausschüttungsquote von 28 % gerechnet. Was dem Unternehmen reichlich Geld zur Schuldenreduzierung, für weitere Akquisitionen und zusätzliche Aktienrückkäufe lässt. Die Dividendenrendite von 2,8 % ist jedenfalls auf dem aktuellen Kursniveau nicht nur in Inflationszeiten weiterhin interessant.

 

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