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Von TraderFox
14. Oktober 2020

Nach den jüngsten Gewinnen haben es die Anleger am Dienstag an der Wall Street zu ersten Gewinnmitnahmen geneigt. In diesem Markumfeld gab folglich auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index um 0,8% auf 15.662 Punkte nach. Traditionsbank JPMorgan Chase verdient in Q3 mit 9,4 Mrd. USD wieder 4% mehr und rechnet aber für 2020 mit höheren Kreditausfällen. AutoZone zeigt sich dank starker Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen derzeit pandemieresistent und ist mit einer Marge von 13% dazu auch sehr profitabel.

Ungeachtet eines soliden Zahlenwerks verbuchte am Dienstag im TraderFox-Index die Aktie von JPMorgan Chase leichte Abgaben und schloss am Ende bei 100,78 USD. Dabei konnte Amerikas größtes und traditionsreichstes Bankhaus gestern mit seinem Bericht für das jüngst abgelaufenen 3.Quartal die Erwartungen der Analysten trotz aller Virus-Umstände bei weitem übertreffen. Der Gewinn des Unternehmens, das in erster Line mit Finanzierungs- und Kapitalanlagegeschäften sein Geld verdient, lag mit 9,4 Mrd. USD rund 4% über dem Vorjahresniveau, und sogar doppelt so hoch wie im Vorquartal. Mit 29,1 Mrd. USD war zwar der Umsatz von JPMorgan Chase deutlich unter dem starken Vorjahreswert ausgefallen, die Schätzungen waren aber von niedrigeren Erlösen ausgegangen, da die noch immer grassierende Pandemie das Kauf- und Kreditverhalten von Privat- und Unternehmenskunden deutlich durcheinander gewirbelt hat. Aber auch wenn die Zahlen überaus robust ausgefallen sind, so wurde das Finanzinstitut, das sich nur noch auf 4 Geschäftsbereiche konzentriert, mit seinem reinen Bankgeschäft dennoch von der derzeitigen Wirtschaftskrise erfasst. Folglich wurden von JPMorgan Chase im Quartal noch einmal 611 Mio. USD vorsorglich zurückgestellt, um etwaige künftige Kreditausfälle besser abzufedern zu können. In den beiden Jahresvierteln davor waren es insgesamt schon 19 Mrd. USD.

Ein Großteil der bisherigen Erlöse wird von dem Unternehmen aber in der Sparte rund um Investmentbanking verdient, was in schwierigen Zeiten durchaus eine gewisse Stabilität bringen kann. Immerhin konnte der Umsatz allein dieses Bereichs in den letzten 3 Monaten um 54% auf 11,5 Mrd. USD gesteigert werden. Und da bei JPMorgan Chase bislang keine Verluste wie bei anderen Kreditinstituten angefallen sind, dürfte es für die Aktionäre ungeachtet aller Covid-19-Auswirkungen für 2020 auch wieder üppigen Dividendenausschüttungen geben. Zuletzt schüttete die Traditionsbank jedenfalls gut 47% ihrer Gewinne aus, was sich in einer Kapitalrendite von gegenwärtigen 3,6 % widerspiegelt. Viel spannender ist aber hier die adjustierte Dividendenrendite der zurückliegenden 3 Jahre, die durchschnittlich 5,7% ergibt.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Im TraderFox-Index konnte gestern die Aktie von AutoZone um 1,8% zulegen und schloss folglich bei 1164,50 Euro. Der amerikanische Autoersatzteilhändler hat sich mit seinem Geschäftsmodell unerwartet zu einem doch recht rezessionsunabhängigen und pandemieresistenten Unternehmen entwickelt. Vor allem weil Amerikaner auf ihr Auto zählen, egal ob es dabei um den Weg zur Arbeit oder um sonstige Erledigungen geht. Diese Notwendigkeit führt irgendwann mal dazu, dass man als Autobesitzer verschiedenste Ersatzteile benötigt, und da kommt AutoZone ins Spiel. Hinzu kommt noch, da der Autoverkehr in den letzten Monaten aufgrund der Virusausbreitung sogar eher noch zugenommen hat, da viele Menschen den öffentlichen Nahverkehr aufgrund der möglichen Ansteckungsgefahr hin gemieden haben. Und angesichts der steigenden Nachfrage nach gebrauchten Fahrzeugen haben sich in den USA zuletzt sogar die Verkaufspreise erhöht. Auch der Vorstand des Unternehmens hob jüngst hervor, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen die Geschäfte des Einzelhändlers deutlich zulegen können. Dies sei bereits während der Finanzkrise der Fall gewesen, betonte er. Mit 12,6 Mrd. USD Umsatzgröße gehört AutoZone jedenfalls zu dem größeren Markteilnehmen in Amerika, und allein im letzten Quartal explodierten aus genannten Gründen neben Umsatz (22%) auch die Gewinne (37%). Auch die jüngst erzielte Gewinnmarge von 13% ist gesund. Das Unternehmen schüttet aber generell keine Dividende aus, dank beständiger Aktienrückkäufe ergibt sich aber dennoch für die vergangenen 5 Jahre eine adjustierte Rendite von 5,2%. Die Aktie von AutoZone ist zudem auch vergleichsweise günstig, und notiert mit einem KGV von 14.

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