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Von Christina Rothfuß
30. Januar 2024

An den US-Börsen haben rückläufige Renditen am Anleihemarkt am Montag zu neuen Aufwärtsimpulsen geführt. Auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index zog dabei um 0,3 % auf 23.643 Punkte an. Süßigkeiten-Hersteller J.M. Smucker will nach jüngstem Hostess-Zukauf jedes Jahr gut 500,0 Mio. USD an Schulden tilgen, aber zugleich die Ausschüttungen beibehalten. Rekordverdächtiges Durchschnittsalter von US-Fahrzeugen bleibt mit derzeit 12,5 Jahren für Autoersatzteil-Händler AutoZone weiterhin ein starker Wachstumsmotor.

Eine kräftige Erholung konnte in den letzten Wochen im TraderFox-Index die Aktie von J.M. Smucker hinlegen. Am Montag lag sie auch nur leicht im Minus bei 131,60 USD. Dabei sind Investoren derzeit besorgt, welche Auswirkungen die aktuell boomenden Medikamente zur Gewichtsreduktion auf amerikanische Süßigkeiten-Hersteller, wie J.M. Smucker, haben könnten. Dies hat das Management auch nicht davon abgehalten, den US-Snack- und Cookie-Produzenten Hostess Brands kaufen zu wollen. Und es gibt einige Gründe, die für den jüngsten 5,6-Mrd.-USD-Deal sprechen. Allerdings sind die neuen Schulden, die bei dem Marmeladenanbieter und Kaffeekettenbetreiber durch die Übernahme entstanden sind, nicht zu unterschätzen. J.M. Smucker, zu dem die Erdnussbutter-Marke Jif und der Dunkin' Fertigkaffee gehören, hatte den Kaufpreis für Hostess bei 34,25 USD pro Aktie im Herbst festgelegt. Die Transaktion war eine Mischung aus Bargeld und Aktien mit einem Unternehmenswert von 5,6 Mrd. USD, einschließlich Schuldenübernahme. Die für J.M. Smucker größte Anziehungskraft bei dem Hostess-Kauf liegt aber ganz offensichtlich in der Ansammlung bekannter Cookie- und Snackmarken. Denn das Portfolio der künftigen Tochter umfasst amerikanische Ikonen wie Twinkies, Ding Dongs und HoHos. Bei der Ankündigung des Zukaufs hatte der Chef von J.M. Smucker erklärt, Hostess übernehmen zu wollen, um damit das eigene Produktsortiment in den Bereichen Snacks und Süßwaren deutlich zu erweitern. Das Snack-Geschäft ist in Amerika in den letzten Jahren jedenfalls ein immer wichtigerer Verbrauchertrend geworden, auf den J.M. Smucker operativ auch immer stärker gesetzt hat.

Zudem verfügt Hostess über umfangreiche Vertriebskanäle und besitzt eine beachtliche Innovationspipeline, die es der Kaffeehausholding künftig ermöglichen dürfte, mehr "neue" und "verbesserte" Produkte auf den Markt zu bringen. Die erste unmittelbare Auswirkung des Hostess-Deals, zeigt sich jedoch in der Bilanz von J.M. Smucker. So ist der Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity-Ratio) des Unternehmens durch die Kreditschulden, die für den Transaktionsabschluss aufgenommen wurden, vom 0,6-fachen auf fast das 1,1-fache gestiegen. Diese fast Verdopplung ist dem Management aber durchaus bewusst. Demnach hat sich J.M. Smucker zum Ziel gesetzt, in den nächsten 3 Jahren jedes Jahr Schulden in Höhe von 500,0 Mio. USD zu tilgen. Im Zuge dessen wurden auch Aktienrückkäufe gestoppt, weil der Schuldenabbau zunächst Vorrang hat. Und auch nach 26 Jahren jährlicher Dividendenerhöhungen soll an der bisherigen Dividendenpolitik festgehalten werden. Was bedeutet, dass J.M. Smucker auch künftig 40,0 bis 45,0 % des Jahresgewinns ausschütten will. Der Kaffeehausbetreiber bietet selbst nach der jüngsten Kurserholung auch noch immer über 3,0 % an Kapitalrendite.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Leichte Zugewinne von 0,5 % konnte am Montag im TraderFox-Index dagegen die Aktie von AutoZone hinlegen, die am Ende zu einem neuen Jahreshoch bei 2.794,50 USD führten. Die starke Entwicklung der letzten Monate verwundert dabei nicht, ist doch das Geschäftsmodell des US-Autoersatzteil-Händlers keinen konjunkturellen Zyklen unterworfen. AutoZone verzeichnete zuletzt sogar einen unerwartet hohen Anstieg des Quartalsgewinns um 10,0 %, da die Nachfrage nach den angebotenen “Do-It-Yourself“-Bausätzen (DIY) ungebrochen hoch war. Auch weil immer mehr Amerikaner ihre Autos warten, anstatt neue zu kaufen. Zwar befindet sich der Neuwagenmarkt in den USA nach monatelangen Lieferkettenproblemen und der durch hohe Zinsen ausgelösten Kaufzurückhaltung auf dem Weg der Besserung. Für AutoZone ist aber dennoch das rekordverdächtige Durchschnittsalter aller US-Fahrzeuge von derzeit 12,5 Jahren ein weiterhin starker Wachstumsmotor. Der Autoteilehändler, der in Nordamerika vor allem mit Advance Auto Parts und O'Reilly konkurriert, konnte folglich zuletzt auch den Nettoumsatz im abgelaufenen 1. Quartal um 5,2 % auf 4,19 Mrd. USD steigern. Seit dem Börsengang im Jahr 1991müsste das Management bei AutoZone jedenfalls noch kein einziges Jahr mit Umsatzrückgang vermelden.

Während der Corona-Pandemie war sogar der durchschnittliche Preis für einen Neuwagen in den USA zeitweise auf einen Rekordwert von 41.000 USD gestiegen, was den boomenden Markt für Gebrauchtwagen zusätzlich anheizte. AutoZone verdiente auch prächtig an den Corona-bezogenen und milliardenschweren US-Regierungshilfen, die viele Autobesitzer in ihre Fahrzeuge steckten. Zuletzt erzielte der Auto- und Ersatzteilverkäufer eine Nettomarge von 15,0 %. Der Vorstand von AutoZone gab zudem im Dezember bekannt, dass der Verwaltungsrat weitere 2,0 Mrd. USD für den Rückkauf weiterer Aktien genehmigt habe. Seit Beginn dieses Programms im Jahr 1998 wurden bereits 37,7 Mrd. USD für den Rückkauf umlaufender Anteilscheine ausgegeben. AutoZone schüttet zwar generell keine Dividende aus, in Anbetracht anhaltender Aktienrückkäufe ergibt sich für die letzten 3 Jahre aber eine ordentliche adjustierte Dividendenrendite von 4,8 %. Darüber hinaus ist das Papier mit einem 2024er KGV von 17 auch noch vergleichsweise moderat bewertet.

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