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Von TraderFox
20. Januar 2021

Die bevorstehende Amtseinführung des neuen US-Präsidenten konnte an der Wall Street am Dienstag für positive Impulse sorgen. Der marktbreite S&P 500 zeigte dabei Zugewinne von 0,8%, während der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index um 0,5% auf 17.650 Punkte anzog. Biotechunternehmen Gilead Sciences gewinnt Rechtstreit gegen Merck und verfügt weiterhin über ein solides HIV- und Hepatitis C-Portfolio. Satelliten-Radio-Anbieter Sirius XM schüttet derzeit nur 22% seines Jahresgewinns aus, expandiert aber derzeit durch Zukauf von Stitcher Radio mit seiner Podcast-Sparte.

Eine regelrechte Kursexplosion machte gestern im TraderFox-Index die Aktie von Gilead Sciences zum Tagesgewinner. Dabei schoss sie zeitweise um über 6% nach oben und lag am Ende bei 67,10 USD. Der wesentliche Impuls für den Anstieg kam indessen neben einer Kaufempfehlung von Analystenseite vor allem von der Meldung einen Patentstreit vor Gericht geklärt zu haben. Dabei sehen Experten der Ratingagentur Morningstar den fairen Wert der Biotechnologiefirma im Bereich von gut 77,00 USD. Die weiterhin hohen Gewinnmargen der HIV- und Hepatitis C-Therapien, würde dies rechtfertigen, zumal der Verkauf kaum vermarktet werden muss und auch die Produktionskosten überschaubar seien. Gilead, dessen Erlöse zuletzt auf dem Niveau von 23,15 Mrd. USD seit einigen Quartalen eher stagnierten, verkündete gestern zudem, dass ein Gericht die Klage des US-Pharmaunternehmens Merck bezüglich einer Patents-Verletzung durch die eigene Hepatitis C-Behandlung abgewiesen hat. Merck hatte dem Unternehmen vorgeworfen, Gilead würde mit seinen Hepatitis C-Produkten die patentierten Therapieformen der Tochter Idenix verletzten.

Der Richter wies dies allerdings ab und auch der Schadenersatzsumme in Höhe von 2,5 Mrd. USD wurde letztlich nicht stattgegeben. Aktionäre können damit wohl erstmal aufatmen, dennoch muss das Biotechunternehmen wieder auf seinen ursprünglichen Wachstumspfad zurückfinden. Das Portfolio ist zwar durchweg robust, und auch die Pipeline gerade in Bezug auf neue HIV-Medikamente innovativ. Vermutlich dürften bei Gilead aber erstmal nur strategisch smarte Zukäufe die Rückkehr erleichtern. Aber auch wenn zuletzt die Nettomarge deutlich gelitten hat und auf nur noch 6% gedrückt wurde, so notiert die Aktie trotz wachsenden Therapie-Produkten nur mit einem KGV von unter 10. Und die Dividendenrendite bringt zudem inzwischen sogar 4%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Zu den größten Gewinnern im TraderFox-Index gehörte gestern auch die Aktie von Sirius XM Holdings. Dabei kletterte sie um 2,6% auf 5,95 USD. Die Papiere des US-Satelliten-Radio-Betreibers haben sich in den zurückliegenden Monaten eher durchschnittlich entwickelt. Und das, obwohl sich das Unternehmen gerade in Pandemie-Zeiten weiterhin robust zeigt. Zwar steht Sirius XM mit terrestrischen Radiostationen im Wettbewerb, als einziger Satelliten-Radio-Betreiber und mit exklusiven Radioinhalten wie beispielsweise die beliebten Shows des Award -Gewinners Howard Stern, setzt sich das Unternehmen aber von der Konkurrenz ab. Abonnenten zahlen hierfür gern, zumal der Empfang des Radiosenders in ganz Amerika aufgrund der Satellitenübertagung im Gegensatz zu Internet- oder Streamingdiensten gewährleistet ist. Das Unternehmen baut zudem auch seine Podcast-Sparte immer weiter aus. Hierfür übernahm Sirius XM zuletzt für 325 Mio. USD auch Stitcher Radio. Langfristig dürfte sich dieser Schritt für das Management auszahlen, das eigene Kerngeschäft ist aber und bleibt eine attraktive und Cash generierende Maschine. Immerhin kommen bis zu 79% der Gesamtumsätze über Abogebühren herein.

Allein im 3.Quartal halfen dem Unternehmen auch die wieder anziehenden US-Autoverkäufe, da hierdurch ein solider Abonnentenzuwachs durch die mit Satelliten-Radio-Receiver ausstatteten Autos erzielt wurde. Sirius XM konnte so seinen Umsatz um immerhin 1% auf 2,03 Mrd. USD steigern, und zugleich auch die Corona-bedingten Werbeausfälle kompensieren. In der amerikanischen Medienlandschaft ist der Radio-Dienstleister jedenfalls schon lange ein fester Bestandteil, auch wenn sich das starke Wachstum der Vergangenheit inzwischen etwas abgeschwächt hat. In den zurückliegenden 5 Jahren lag es aber noch immer im Schnitt bei über 10%. Zwar schüttet das Unternehmen nur rund 22% des Jahresgewinns an seine Anteilseigner aus, folglich ergibt das nur eine Dividendenrendite von gegenwärtig 1,0%. Die durchschnittliche adjustierte Rendite lag dagegen in der Vergangenheit aber bei stattlichen 5,5%.

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