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Von Christina Rothfuß
03. November 2022

Eine regelrechte Berg- und Talfahrt haben am Mittwoch die US-Börsen nach der Fed-Zinsentscheidung hingelegt, um dann deutlich im Minus zu schließen. Auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index gab dabei um 1,4 % auf 19.288 Punkte nach. Biotech-Pionier Gilead Sciences vermeldet mit +11 % Umsatzzuwachs für Q3 wieder starke HIV- und Hepatitis C-Geschäfte und bleibt ein Dividendengarant. Sirius XM verdient mit innovativen Radioinhalten und 32 Mio. Abo-Kunden weiterhin gutes Geld und will künftig um 4 % wachsen.

 

Kräftige Kursgewinne von über 10 % verbuchte im TraderFox-Index in der letzten Woche die Aktie von Gilead Sciences und markierte damit ein neues Jahreshoch. Am Mittwoch kam es aber zu leichten Gewinnmitnahmen, die am Ende zum Stand von 77,85 USD führten. Ausschlaggebend für den jüngsten Anstieg waren die von dem Biotech-Unternehmen vorgelegten Zahlen, die getrieben von wichtigen Blockbuster-Produkten sogar zu einer Anhebung der Jahresaussichten führte. Im 3. Quartal erzielte Gilead allerdings einen Umsatzrückgang um 5 % auf 7,04 Mrd. USD, der jedoch auf das kaum noch eingesetzte Covid-19-Mittel Remdesivir zurückzuführen war. Ohne diesen Einfluss zogen die Quartalerlöse aber gegenüber dem Vorjahr um 11 % an. Hier waren besonders die Sparten mit dem eigenentwickelten HIV-Medikament Biktarvy und den Hepatitis C-Therapien mit jeweils Plus 22 % überaus erfolgreich. Zudem zogen Gilead`s Einnahmen mit den erfolgversprechenden und Onkologie-bezogenen Zellbehandlungs-Produkten wie Tecartus und Yescarta im letzten Quartal um dynamische 80 % an. Und dank der lukrativen Margen und den starken Verkäufen erhöhte das Management für das Gesamtjahr folglich auch die Prognose, die nunmehr eine um rund 5 % höhere Umsatzspanne zwischen 25,9 Mrd. und 26,2 Mrd. USD vorsieht. Außerdem konnte die Biotechnologiefirma, die innerhalb der Gesundheitsbranche zu den profitabelsten Unternehmen gehört, zuletzt auch weitere Arzneimittel-Zulassungen vermelden.

So erhielt Gilead im September die EU-Genehmigung für die T-Zellen-Therapie Yescarta, die von der US-Tochter Kite entwickelte wurde, und zwar für eine erweiterte Behandlungsform. Außerdem wurde von der amerikanischen FDA im Oktober eine Zweitzulassung für das Brustkrebsmittel Trodelvy erteilt. Der Biotech-Pionier hat dazu gegenwärtig noch über 40 vielversprechende Wirkstoff-Kandidaten in der Pipeline. Einige davon könnten Gilead in den nächsten Jahren letztlich zur lukrativen Portfolio-Erweiterung verhelfen, und damit neben wichtigen Investitionen auch künftige Dividendenausschüttungen sicherstellen. Seit 2015 zahlt das Unternehmen überhaupt erst eine Gewinnbeteiligung, vorher wurde vor allem ins eigene und zeitweise hochdynamische Wachstum investiert. Zwar hat der Medikamentenentwickler in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche Milliarden in seinen F&E-Bereich gesteckt, einige teure Übernahmen im Biotech-Sektor entwickelten sich jedoch für Gilead ziemlich enttäuschend. Die Aktie erfüllt aber mit einem 12er-KGV und der soliden Dividendenrendite von 3,8 % auch weiterhin alle Value-Kriterien.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl einbezogen.

Leichte Zugewinne auf 6,07 USD verbuchte im TraderFox-Index am Mittwoch dagegen die Aktie von Sirius XM. Dabei startete das Geschäftsmodell des amerikanischen Satelliten-Radiobetreibers, der bereits 2002 gegründet wurde, erst durch die Fusion mit der Radiostation XM nach der Finanzkrise so richtig durch. Allerdings war der Radio-Pionier im Jahr 2009 durch die Auswirkungen der damaligen Börsenturbulenzen nur knapp an einer Pleite vorbeigeschrammt. Inzwischen wird das von Sirius XM angebotene Programm mit zahlreichen Promi-Moderatoren von vielen Amerikanern aber geliebt. Schließlich hat es das Medienunternehmen geschafft, dass Abonnenten gern dafür im Monat oder auch quartalsweise bezahlen. Was den Radiosender aber so einzigartig macht, ist die verlustfreie Satellitenübertagung, durch den der eigentliche Empfang in allen Regionen der USA jederzeit möglich ist. Und die amerikanischen Zuhörer mögen vor allem Star-Moderatoren wie Howard Stern, aber er allein dürfte nicht der Grund für die aktuell 32 Mio. zahlenden Abonnenten sein. Denn Sirius XM bietet neben Musikvielfalt auch professionelle Sportberichte, Comedy-Sendungen, Nachrichten oder auch zahlreiche Podcasts. Damit setzt sich der einzige Satelliten-Radioanbieter des Landes nicht nur von der Konkurrenz ab, sondern erzielte zuletzt auch eine beachtliche Umsatzgröße von 8,92 Mrd. USD. Den Internet- oder Streaming-Diensten wie Spotify oder auch Apple-Musik hat das Unternehmen mit der zugekauften Internet-Radiotochter Pandora auch einiges entgegenzusetzten.

Für Kunden von Sirius XM ist das Programm auch über das normale Internet zu empfangen, sie brauchen dafür auch keinen Satelliten-Radioempfänger, wie beispielsweise Autofahrer, die den ganzen Tag auf den amerikanischen Straßen unterwegs sind. Bei dem Unternehmen kamen jedenfalls zuletzt bis zu 80 % der Gesamteinnahmen über Abo-Gebühren herein, der Rest über gesendete Werbung. Und das Management will mit dem Radiosender im Jahr um durchschnittlich 4 % wachsen. In den letzten 5 Jahren legten die Erlöse bei Sirius XM aber um im Schnitt 11 % zu. Allerdings schüttet der Vorstand derzeit nur 25 % des Jahresgewinns aus, was für die Aktie auch nur eine kleine Kapitalrendite von 1,5 % bedeutet. Die durchschnittliche adjustierte Rendite lag aber in der Vergangenheit bei aktionärsfreundlichen 5,5 %.

 

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